Dienstag, 16 Februar 2021 14:07

Pause ohne Maske: Kündigung

Wenig überraschend drehten sich die meisten Anfragen bei der AKNÖ Baden im Vorjahr um Themen, die mit Pandemie und Lockdown zu tun haben. Durch fast 2.000 Beratungen zur Arbeitnehmerveranlagung konnten dennoch rund 2,3 Mio Euro an Steuern zurückgeholt werden. 

Trotz der Widrigkeiten fanden in der Arbeiterkammer Baden im Vorjahr 10.822 persönliche Beratungen statt. „Die meisten Fragen hatten mit Corona zu tun. Anfangs ging es vor allem um Dienstverhältnisse in der Kurzarbeit, jetzt stehen die Kontrollen der Kurzarbeit-Abrechnungen im Vordergrund. Viele wollen auch wissen, ob sie zum Tragen einer Maske oder zur Impfung verpflichtet werden können“, schildert die Leiterin der AKNÖ Baden, Danja Wanner.
Erfreut zeigt sich die Juristin darüber, dass wieder über sechs Millionen Euro „eingetrieben“ werden konnten. 512.000 Euro wurden im Arbeitsrecht erstritten. 8.660 Euro wurden durch den Konsumentenschutz eingespielt. 878.000 Euro entfallen auf die Sparte „Sozialrecht“. Den Hauptteil hat wie immer die „Steuerrückholaktion“ mit 2,3 Millionen Euro eingebracht. Diese soll auch heuer stattfinden, allerdings nicht mehr in Baden. „Nachdem wir keine Räumlichkeiten in der notwendigen Größe mehr zur Verfügung haben, wird die Aktion in Mödling stattfinden“, bestätigt Wanner, die auch einen kuriosen Fall, der sich in Baden zugetragen hat, schildert.
Acht Jahre lang arbeitete eine Heimhilfe für ein privates Pflegeheim. Mit dem Corona-Virus wurden die ohnehin strengen Hygienevorschriften noch verschärft. Die Maskenpflicht wurde für die Belegschaft zum Usus. Da der Mund-Nasenschutz bei der teils körperlich anstrengenden Arbeit eine zusätzliche Belastung darstellt, nutzte die Heimhilfe die wenigen Gelegenheiten, auf den Balkon zu gehen und dort die Maske abzunehmen, um an der frischen Luft durchzuatmen. Völlig überraschend erhielt die Frau eines Tages einen Anruf der Regionalleiterin des Pflegeheims, konfrontierte sie mit dem Vorwurf, sich nicht an die Maskenpflicht zu halten und sprach der verdutzten Heimhilfe die Entlassung aus. Diese wandte sich an die AK-Bezirksstelle in Baden.
„Die Frau beteuerte, sich immer an die Tragepflicht gehalten zu haben, und nahm den Mund-Nasen-Schutz erst dann ab, wenn es keinerlei Kontaktmöglichkeit mit den Bewohnern des Pflegeheimes gab. Deshalb intervenierte die AK beim Arbeitgeber, der der entlassenen Frau nicht einmal eine Stellungnahme gewährt hatte. Pochte die Heimleitung gegenüber der AK zunächst noch auf die Rechtmäßigkeit der Entlassung, lenkte sie drei Tage nach der Intervention doch noch ein. Man einigte sich schließlich auf eine einvernehmliche Dienstauflösung zum Entlassungstag. Dank dieser Vereinbarung zahlte das Pflegeheim der Heimhilfe noch 2.265 Euro brutto aus. Die Frau nahm dieses Angebot an, nachdem sie bereits einen neuen Job gefunden hatte“, so Danja Wanner, die im Vorjahr auch einige Arbeit mit Insolvenzen hatte.
„Es gab keine großen Insolvenzen sondern eher kleine Verfahren. Wir befürchten allerdings, dass es heuer noch um einiges mehr wird, wenn Unterstützungen wegfallen. Dann wird es wieder kleinere Unternehmen und vor allem die Gastronomie hart treffen“, befürchtet die Expertin.

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