Seit 2008 kein positives Geschäftsjahr: Flugplatz steht zum Verkauf

Seit 2008 hat er keine schwarzen Zahlen mehr geschrieben. Jetzt steht der Bad Vöslauer Flugplatz zum Verkauf. © Ciuchcinski

BAD VÖSLAU. – Hart ins Gericht geht der Rechnungshof mit dem Flugplatz Vöslau, der seit 2008 kein positives Geschäftsjahr verzeichnen konnte. Grund dafür sollen unter anderem die explodierenden Personalkosten des Geschäftsführers sein. 

Der Flugplatz Vöslau-Kottingbrunn, ein im Gebiet der Marktgemeinde Kottingbrunn, nächst der Stadt Bad Vöslau gelegener Sportflugplatz, wurde im Jahr 1972 an die Flughafen Wien Betriebsgesellschaft übertragen. Mangels „strategischer Bedeutung“ stellt der Flughafen Wien den Flugplatz Bad Vöslau nun zum Verkauf.

„Eine kostengünstige Lösung“
Die Prüfer des Rechnungshofes kritisieren vor allem die hohen Personalkosten von Geschäftsführer Peter Niedl. Der ehemalige Bereichsleiter für technische Dienste wurde 2012 nach Bad Vöslau versetzt. Daraufhin seien die Personalkosten um rund 50 Prozent auf knapp 210.000 Euro gestiegen – Das entspräche ungefähr 24 Prozent des erwarteten Jahresumsatzes. Der für den Flugplatz recht teure Geschäftsführer sei allerdings aus Sicht der ganzen Gruppe „eine kostengünstige Lösung gewesen, da durch den Kündigungsschutz des langjährigen Mitarbeiters ohnehin laufend Personalkosten angefallen wären und zusätzliche Kosten für einen anderen Geschäftsführer beim Flugplatz vermieden werden konnten“. Bereits 2008 sind die den Strategie- und Investitionsplanungen zugrundeliegenden Annahmen aufgrund der weltweit angespannten Wirtschaftslage im Luftfahrtbereich nicht eingetroffen. Trotzdem konnten die Verluste der Flugplatz Bad Vöslau BetriebsgmbH durch aktive Gegensteuerungsmaßnahmen halbiert werden, wie etwa durch eine Kostenreduktion bei der Reinigung, Vollauslastungen von Büro- und Hangarflächen, den Abschluss eines frischen Pachtvertrages mit einem neuen Restaurantbetreiber sowie mehrere Gebäudesanierungen und die Errichtung eines neuen Hangars.

Kritik, aber auch Empfehlungen
Der Flughafen Wien weist nun jegliche Kritik des Rechnungshofs zurück. „Hier wird mit Kanonen auf Mücken geschossen. Der Flugplatz Bad Vöslau trägt lediglich 0,13% zum Umsatz der Flughafen Wien-Gruppe bei und wird aktuell mangels strategischer Bedeutung zum Verkauf angeboten”, so Peter Kleemann, Flughafen Wien-Firmensprecher. Neben den erwähnten Kritikpunkten enthält der Endbericht des Rechnungshofes unter anderem auch einige Empfehlungen, wie die Anpassung des Betriebskostenzuschusses und die Überarbeitung des Strategiekonzeptes, die vom Flughafen Wien bereits umgesetzt oder eingeleitet würden. Ein weiterer dieser Vorschläge wäre die Verlagerung von Kleinflugzeugen von Schwechat nach Bad Vöslau. Dies hätte allerdings aufgrund des dort niedrigeren Tarifniveaus geringere Erträge und damit eine Reduktion des Umsatzes der Flughafen Wien-Gruppe zur Folge. Zwar könnten durch die Verlagerung Kapazitäten für größere Jets in Schwechat hochgefahren werden, jedoch würden für Vöslau zusätzliche Start- und Landegebühren anfallen. Mit potentiellen Interessenten für eine Übernahme soll bereits verhandelt werden.

M. Ciuchcinski

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