Beim OGH abgeblitzt: Pater Fabians Fall steht kurz vor rechtskräftigem Ende

TRAISKIRCHEN. – Drei Jahre und vier Monate Haft: So lautete das Urteil für Pater Fabian im August dieses Jahres. Der brachte eine Nichtigkeitsbeschwerde ein, die aber jetzt vom Obersten Gerichtshof zurückgewiesen wurde. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

Vergewaltigung, geschlechtliche Nötigung und sexueller Missbrauch einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person: So lauteten die Anklagepunkte gegen Pater Fabian, der die Vorwürfe jedoch stets bestritten hatte. Er habe mit dem jungen, aber volljährigen Mann eine einvernehmliche Liebesbeziehung geführt, die er auch durch zahlreiche Briefe, Fotos, E-Mails und weitere Dokumente belegen könne, so seine Argumentation.
Vom Landesgericht Wiener Neustadt wurde Pater Fabian trotzdem zu vier Jahren Haft verurteilt. Er legte Berufung ein, der Oberste Gerichtshof kippte einen Teil des Urteils, In zwei Punkten hat die Staatsanwaltschaft die Anklage fallen gelassen, nämlich zum einen beim Vorwurf der beharrlichen Verfolgung und zum zweiten bei einem Fall sexuellen Missbrauchs, der in Costa Rica unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stattgefunden haben soll. Das neue Urteil im August 2015 lautete drei Jahre und vier Monate Haft. Auch dagegen brachte Pater Fabian Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung ein.
Der Oberste Gerichtshof hat Pater Fabians Nichtigkeitsbeschwerde in einer nicht-öffentlichen Sitzung vorige Woche zurückgewiesen. „Das Urteil ist damit teilweise rechtskräftig“, erklärt Helene Bachner-Foregger vom Obersten Gerichtshof. „Die Schuldsprüche sind rechtskräftig, allerdings muss noch über die Strafhöhe entschieden werden. Jetzt muss das Oberlandesgericht Wien über die Berufung gegen die Strafhöhe entscheiden, dann gilt der Prozess als rechtskräftig beendet.“
Frist, innerhalb derer die Entscheidung des OLG Wien fallen muss, gibt es keine, Bachner-Foregger rechnet aber mit ca. ein bis zwei Monaten.
Pater Fabians Anwälte haben indes schon seit längerem angekündigt, auch nach dem rechtskräftigen Urteil nicht locker zu lassen: Sie wollen einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens stellen. Das ist aber erst dann möglich, wenn es ein rechtskräftiges Urteil gibt. „Und eine solche Wiederaufnahme setzt neue Beweise voraus, und zwar Beweise, die auch dem Gericht plausibel erscheinen“, so Bachner-Foregger. Laut Pater Fabians Anwälten gibt es solche Beweise: Ein Ehepaar soll beobachtet haben, wie sich die beiden Männer einvernehmlich geküsst haben – und zwar zu einem Zeitpunkt nach der angeblichen Vergewaltigung. Auch eine notariell beglaubigte Aussage der beiden liegt vor. Sollte das Verfahren wieder aufgenommen werden, wäre wieder das Landesgericht Wiener Neustadt am Zug.

Beim OGH abgeblitzt: Pater Fabians Fall steht kurz vor rechtskräftigem Ende
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