Sanieren spart bares Geld

Unerwartet groß war das Interesse an der Veranstaltung „Sanieren in der alten Bausubstanz“.  Foto: RaDi

„Sanieren in der alten Bausubstanz“, lautete der Titel einer Veranstaltung, zu der in derVorwoche geladen wurde. Hatte man eigentlich nur mit einer Handvoll Interessenten gerechnet, so mussten schließlich sogar Besucher abgewiesen werden. Beim Thema Dämmung gingen die Meinungen auseinander.

Groß war das Interesse an der Veranstaltung, zu der das Energiereferat am Mittwoch der Vorwoche geladen hatte. Rund um Beethovens Flügel wurde der Platz schnell knapp.
„Die Entwicklung der Stadt liegt uns allen am Herzen“, meinte Vizebürgermeisterin Helga Krismer, die die Begrüßung der Gäste vornahm und auch darauf hinwies, dass der Veranstaltungsort „Beethovenhaus“ nicht zufällig gewählt wurde.
Der Leiter des Energiereferates, Gerfried Koch betonte danach, dass Baden vor allem vom Flair der alten Bausubstanz lebt.
Bevor die sieben eingeladenen Experten zu Wort kamen, erläuterte Kulturstadtrat Hans Horyik, wie die Sanierung des Beethovenhauses vonstatten gegangen war. „Oft sind es ganz billige Lösungen, die im Altbau zum Erfolg führen.“
Baudirektor Michael Madreiter war dann der erste Experte, der genau sieben Minuten Redezeit zugesprochen bekam.
Er schilderte, wie die Badener Schutzzonen zustande gekommen waren. „Es war ein sehr breit angelegter Bürgerbeteiligungsprozess. Schließlich gab es große Zustimmung. Für uns war von Anfang an klar, dass wir keine Käseglocke über Baden stülpen wollen. Die historische Substanz ist unser baukulturelles Erbe. Wir sind zum Glück kein Disneyland“, sagte Madreiter, der auch diverse Sanierungsmethoden anprangerte. So wurden lange Zeit alte Kastenfenster gegen Kunststofffenster ausgetauscht und beinahe jede Fassade mit Styropor gedämmt. „Da hat es in letzter Zeit einen deutlichen Umdenkprozess gegeben“, so Madreiter, der Studien zitierte, wonach das Styropor an der Fassade kaum Einsparungen brächte, wohl aber die Dämmung des obersten Geschoßes.
Dem widersprach gleich die nächste Referentin, Energieberaterin Monika Panek von der NÖ-Energieagentur, die Zahlenmaterial präsentierte, wonach sowohl bei Dämmung des Daches als auch der Fassade bis zu je 30 Prozent an Energie eingespart werden könnten. In Summe läge das Einsparungspotential bei Kombination mehrerer Maßnahmen, zu denen auch Fenstertausch oder Sanierung sowie Erneuerung der Heizung zählen, bei stolzen 60 Prozent. „Wichtig ist eine gute Bestandsaufnahme vor Beginn von Arbeiten“, ist die Expertin überzeugt.
Der Vertreter des Bundesdenkmalamtes, Patrick Schicht erläuterte, das in Baden genau 82 Häuser unter Denkmalschutz stehen. Er lobte die Schutzzonen, die Vieles erhalten würden, was der Denkmalschutz nicht schafft. „Wer eine Sanierung plant, dem empfehlen wir frühzeitig mit uns das Gespräch zu suchen. Wir finden für alles eine Lösung“, so der Denkmalschützer.
Baumeister Günther Steurer outete sich als Verfechter alter Methoden. Als Mitglied des Clubs der Altbau-Meister mussten er und seine Mitarbeiter zahlreiche Schulungen absolvieren um so arbeiten zu können, wie schon vor 100 Jahren. „Falls ein altes Haus tatsächlich abgerissen werden muss, bleibt nur ein Häufchen Schutt aus Kalkmörtel und Schilfrohr über. Alles andere kann wieder verwendet werden“, so Steurer, der überzeugt ist, dass das Absenken der Raumtemperatur um zwei Grad die größten Einsparungen bringt.
Zu Wort kamen auch zwei Hausbesitzer, die bereits mus-tergültig saniert haben und ihre Erfahrungen schilderten. „Wesentlich ist, die Familie einzubinden und die verschiedenen Bedürfnisse zu berücksichtigen“, schilderte Irene Wedl-Kogler, die betonte, dass es auch wesentlich sei, sich sein Gegenüber gut auszusuchen. „Bei so einem Projekt ist es wichtig zu schauen, mit wem man baut. Gutes Einvernehmen ist Voraussetzung.“
Im Anschluss an die Referate hatten die Gäste ausreichend Gelegenheit, bei einem Gläschen Wein mit den Referenten zu diskutieren. „Das war die beste Veranstaltung, die wir bisher durchgeführt haben“, zeigte sich Organistaor Gerfried Koch begeistert.

Sanieren spart bares Geld
0 votes, 0.00 avg (0% score)

Auf Mobile-Version umschalten