„Die Straße ist lebensgefährlich!“

Alltag in der Kottingbrunner Straße: LKW, Busse und zahlreiche PKW stauen sich durch die enge Wohnsiedlung. Die Bewohner dokumentieren das Geschehen seit Jahren.

BAD VÖSLAU. – Kein Gehsteig, keine ausreichende Beleuchtung: Immer wieder kritisieren Anrainer den Zustand der Kottingbrunner Straße, die viele Autofahrer als kürzeste Verbindung zwischen der L212 und der L151 nutzen. Fußgänger und Radfahrer bleiben dabei aber auf der Strecke, meinen die Anrainer.

„Die Kottingbrunner Straße ist eine Wohnsiedlung und kann nicht nur den Autofahrern und LKW-Fahrern gehören, die die Straße sogar widerrechtlich benützen“, zeigt sich eine Anrainerin der Kottingbrunner Straße empört über die Zustände vor ihrer Haustür. „Und, was man nicht vergessen darf: Die Straße ist ein Schulweg. Aber es gibt weder einen Gehsteig noch ausreichende Beleuchtung. Für die Kinder und Jugendlichen, die die Kottingbrunner Straße jeden Tag auf dem Weg zur Schule oder zum Kindergarten entlanggehen, ist das in höchstem Maße lebensgefährlich.
Das Problem: Die Kottingbrunner Straße ist die kürzeste Verbindung zwischen der L212 und der L151, der Wiener Neustädterstraße. Viele Autofahrer nutzen diese Abkürzung, anstatt die etwas längere Route über den Gerichtsweg zu nehmen, um zur Autobahnanschlussstelle Kottingbrunn zu gelangen, die in unmittelbarer Nähe der Einmündung der Kottingbrunner Straße in die L151 liegt. „So werden wir zum Autobahnzubringer“, meint die Anrainerin, die Tag für Tag das Geschehen dokumentiert. „Die Autos rasen da mit überhöhter Geschwindigkeit durch, und teilweise gibt es richtige Staus, besonders zu den Stoßzeiten. Auch zahlreiche LKW schlängeln sich Tag für Tag durch die enge Straße, obwohl das überhaupt verboten ist. Viele von ihnen, zum Beispiel einen riesigen Holztransporter, kann man jeden Tag bei seiner Durchfahrt beobachten.“
Das Problem der Kottingbrunner Straße kennt man auch im Rathaus. „Das Problem ist, dass der Grund, der direkt an die Straße grenzt, nicht der Gemeinde gehört“, stellt Bgm. Christoph Prinz klar. „Den Platz, den wir für einen Gehsteig oder Beleuchtung bräuchten, haben wir also nicht. Ich kann keine Lampen auf einen Grund stellen, der uns nicht gehört.“ Seitens der Gemeinde sei man aber mit den Grundstückseigentümern im ständigen Gespräch, und sobald die Grundstücke bebaut werden, die als Aufschließungszone gewidmet sind, sei eine Abtretung der Straßenfläche geplant. „Bis dahin gibt es aber keine Lösung als die derzeitige, denn die Straßenfläche reicht für weitere Maßnahmen nicht aus.“
Was die Anrainer auch besonders ärgert, sind die Beschwichtigungen zahlreicher Behörden. „Da wird zum Beispiel behauptet, es habe noch nie Unfälle auf der Landesstraße im Bereich des Autobahnanschlusses gegeben“, wundert sich ein Anrainer. „Aber wir haben das alles dokumentiert. Oft kommt es zu Beinahe-Kollisionen mit Radfahrern oder Fußgängern, und einmal wurde eine Passantin um Haaresbreite vom Ladegut, das ein LKW verloren hatte, erschlagen.“
Die Anrainer fordern eine Sperre der Kottingbrunner Straße – zumindest so lange, bis die Straße auch für Fußgänger sicher ist. „Davon will man aber bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft nichts wissen“, meint eine Anrainerin kopfschüttelnd. „Aber wir werden nicht aufgeben, so lange hier Tag für Tag Menschenleben bedroht werden.“

N. Kranzl

„Die Straße ist lebensgefährlich!“
0 votes, 0.00 avg (0% score)

Auf Mobile-Version umschalten