Pater Fabian: Neues Urteil, neuer Einspruch

Pater Fabian

TRAISKIRCHEN. – Vier Jahre Haft: So lautete voriges Jahr das Urteil gegen Pater Fabian. Der hatte die Vorwürfe, die unter anderem auf Vergewaltigung und Stalking lauteten, stets bestritten und Berufung eingelegt. Vorige Woche gab es ein neues Urteil mit reduziertem Strafmaß. Auch dagegen hat Pater Fabian mit seinen beiden Anwälten eine Nichtigkeitsbeschwerde eingebracht. 

Vergewaltigung, Stalking, Missbrauch einer wehrlosen Person – die Liste der Vorwürfe gegen Pater Fabian, den einstigen Stadtpfarrer von Traiskirchen, ist lang. Unter anderem soll er den jungen Mann, der gegen Pater Fabian Anzeige erstattet hatte, mit Betäubungsmitteln gefügig gemacht haben. Pater Fabian hat die Vorwürfe allerdings stets bestritten. Sämtliche Kontakte, gemeinsame Urlaube, aber auch sexuelle Kontakte, hätten freiwillig stattgefunden.
Jahrelang hätten die beiden Männer eine Beziehung geführt, die begonnen hätte, als der junge Mann 19 Jahre alt war. Doch der junge Mann habe ein Problem gehabt, zu seiner Homosexualität zu stehen und sich deshalb in Lügen verstrickt, die letzten Endes bis zur Anklage geführt hätten, die erst drei Jahre später erfolgte – so zumindest lautet die Version von Pater Fabian, der auch über umfangreiche Unterlagen wie Fotos von gemeinsamen Urlauben, Briefen und anderes verfügt.
Vom Landesgericht Wiener Neustadt wurde er voriges Jahr aber dennoch zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Pater Fabian hat gegen das Urteil berufen. Der Oberste Gerichtshof hob Teile des Urteils auf. In zwei Punkten hat die Staatsanwaltschaft die Anklage fallen gelassen, nämlich zum einen beim Vorwurf der beharrlichen Verfolgung und zum zweiten bei einem Fall sexuellen Missbrauchs, der in Costa Rica unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stattgefunden haben soll. Drei Jahre und vier Monate lautete das neue Urteil, das vorige Woche daraufhin in Wiener Neustadt gefällt wurde.
„Auch gegen dieses Urteil haben wir Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung eingebracht“, meint Pater Fabians Verteidiger Amir Ahmed. Jetzt ist wieder das Oberlandesgericht bzw. der Oberste Gerichtshof am Zug. Eine Frist, innerhalb der eine Entscheidung fallen muss, gibt es keine, aber Verteidiger Ahmed rechnet mit rund zwei bis drei Monaten, bis es ein finales Urteil gibt.
Pater Fabians Anwälte Amir Ahmed und Michael Dohr wollen in jedem Fall einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens stellen. „Das ist aber erst dann möglich, wenn es ein rechtskräftiges Urteil gibt – und natürlich, wenn neue Beweise vorliegen“, erklärt Ahmed.
Und diese Beweise gibt es: Ein Ehepaar soll beobachtet haben, wie sich die beiden Männer einvernehmlich geküsst haben – und zwar zu einem Zeitpunkt nach der angeblichen Vergewaltigung. Auch eine notariell beglaubigte Aussage der beiden liegt vor.

N. Kranzl

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