130 Flüchtlinge sollen ins Helenental übersiedeln

Rund 85.000 Quadratmeter umfasst das Areal des Franz Schulz-Heimes im Helental. Seit fünf Jahren steht die ehemalige Erholungseinrichtung des KOBV bereits leer. Im Kürze wird hier neues Leben einkehren.Foto: RaDi

Bis zum Jahr 2010 betrieb der KOBV (Kriegsopfer- und Behindertenverband) das Franz Schulz-Heim im Helenental als Erholungseinrichtung. Nachdem die Nachfrage stetig sank, sperrte das Heim zu. Seither wird vergeblich ein Käufer gesucht. Jetzt hat sich der Verband mit dem Land über eine Nutzung geeinigt.

Rund 130 Betten standen bis Juli 2010 den Erholungssuchenden im Franz Schulz-Heim im Helenental zur Verfügung. Umgeben sind die Gebäude von einem parkähnlichen Areal in der Größe von etwas mehr als acht Hektar.
Nachdem die Nachfrage jahrelang sank und es kaum gelang, Nicht-Mitglieder als Gäste zu gewinnen, sah sich der Verband vor fünf Jahren gezwungen, die Einrichtung zu schließen. Seither werden nur mehr die notwendigsten Arbeiten am Gebäude durchgeführt. Dennoch belaufen sich die Kosten dafür auf rund 100.000 Euro pro Jahr. Mehrere Verwendungsmöglichkeiten wurden seither angedacht, die Suche nach Kooperationspartnern oder einem Käufer gestaltete sich aber mehr als schwierig. Die Idee, ein Seniorenwohnheim zu betreiben, scheiterte letztlich an der dezentralen Lage.
Nun haben Gespräche mit dem Land aber zu einem positiven Ergebnis geführt, wie die Geschäftsführerin des KOBV, Regina Baumgartl bestätigt. Demnach würden die Verhandlungen bereits seit Längerem laufen. Die rund 130 Flüchtlinge, die man dort unterbringen möchte, sollen von einer, dem Land nahestehenden Gesellschaft betreut werden.
Für den Obmann des KOBV Baden, Karl Maria Kinsky steht indes fest, dass noch einige Zeit vergehen wird, bevor die ersten Flüchtlinge tatsächlich die neuen Quartiere beziehen können. „Das Haus war fünf Jahre geschlossen und ist eigentlich mit einer Baustelle zu vergleichen. Vieles muss erst renoviert werden“, ist Kinsky überzeugt.
Auch wenn die Zahl von 130 Personen in Relation zu den Tausenden, die zur Zeit in Traiskirchen ihr Dasein fristen, winzig scheint, so ist es doch ein Schritt in die richtige Richtung. Hunderte Gemeinden in Österreich verfügen über leerstehende Gebäude, die adaptiert werden könnten. Vielleicht ist das Projekt Franz Schulz-Heim ein gutes Beispiel.

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