Musik, tief aus der Seele

Paul Schreier alias „pauT“, Wolfgang Posch alias „Knut“, Carmen Eder alias „Sommerkind“, der Badener Musikproduzent Arno Koch und Kulturamtsleiter Gerd Ramacher (v. li.).

Es ist eine Premiere – und eine besondere dazu: Am 3. Juni geht im Theater am Steg Badens erstes Songwriterfestival über die Bühne. Mit dabei sind drei junge Badener Künstler, die auch schon weit über die Grenzen der Stadt hinaus Bekanntheit erlangt haben: Knut, pauT und Sommerkind.

“Früher musste man immer nach Wien fahren, um Badener Künstler zu hören. Das ist doch eigentlich schade“, meint Carmen Eder, eine junge Badener Sängerin und Songwriterin, die unter dem Namen „Sommerkind“ auftritt. Und so kam ihr die Idee zu einem Auftritt in ihrer Heimatstadt – ein Vorschlag, von dem sich auch der Badener Musikproduzent Arno Koch sofort begeistert zeigte.
In Kooperation mit der Kulturabteilung der Stadtgemeinde reifte so die Idee zu einem eigenen Songwriterfestival heran. „Ich arbeite mit vielen Künstlern unterschiedlichster Genres aus dem In- und Ausland zusammen. Und für mich ist es immer wieder erstaunlich, welches musikalische Potenzial die Stadt hat“, meint Koch, der auch weiß, dass es bei weitem nicht immer die Qualität ist, die über den kommerziellen Erfolg entscheidet. „Umso mehr freut es mich, dass beim Songwriterfestival drei hochqualitative Musiker auftreten werden.“
Knut alias Wolfgang Posch, seit Jahren renommierter „Exportartikel“ der Stadt, hat als Gitarrist schon mit Künstlern wie Luttenberger*Klug oder als Support von David Guetta oder Russkaja gespielt. Unter dem gleichlautenden Bandnamen „Knut“ präsentiert er beim Songwriterfestival seine eigenen Werke mit einer vierköpfigen Band – modern gestaltete Gitarrenpopsongs mit englischen Texten. Lieder über „Liebe, zwischenmenschliche Beziehungen und Sonnencreme“ schreibt Posch, wie er selbst sagt. Und obwohl er schon als Kind am Klavier saß, schlägt sein Herz für die Rockgitarre. „Guns n‘ Roses und Slash haben einfach cooler ausgesehen“, meint er augenzwinkernd. „Und ich hab mir damals gedacht, wenn ich umsteige, dann laufen mir auch die Mädels nach. Gekommen sind stattdessen viele Gitarrenschüler…“
Die Badener Band „pauT“, die aus der alternativen Musikszene nicht mehr wegzudenken ist, wird ebenfalls am 3. Juni im Theater am Steg zu hören sein – mit jeder Menge beats, Kontrabass, Klarinette und elektrischen Gitarren. Paul Schreier, Bassist, Songwriter, Bandleader und Namensgeber der von „pauT“, ist als Instrumentalist und hauptberuflicher Musiker auch mit österreichischen Bands wie „Der Nino aus Wien“ oder „Clara Luzia“ unterwegs.
Die Dritte im Bunde ist „Sommerkind“ alias Carmen Eder, die sich nach einer Musicalausbildung und Studienaufenthalten in New York dazu entschlossen hat, doch lieber Songs für sich selbst zu schreiben. Die junge Musikerin entführt mit ihren Liedern in melancholische und sehnsüchtige Gedankenwelten zwischen Illusion und Realität und vertont dabei auch oft ihre eigenen Gedichte, während ihre Band mit Elementen aus Folk und Pop spielt.
So unterschiedlich die drei jungen Musiker sind, so unterschiedlich ist auch ihr Zugang zum Thema Songwriting. So setzen „pauT“ und „Sommerkind“ bewusst auf deutsche Texte, während „Knut“ ausschließlich in englischer Sprache singt. „Mir geht es um die Musik, die den Text mitträgt“, meint Wolfgang Posch. Für Paul Schreier stehen dagegen die Texte eindeutig im Vordergrund – und das ist oft ein langwieriger Arbeitsprozess, wie er meint. „Besonders dann, wenn man die Melodie schon vorher im Kopf hat und dazu den Text finden will. Dann kommen mir oft Fantasieworte oder nur Silben in den Sinn. Umgekehrt ist es einfacher: Wenn man den Text schon im Kopf hat, ergibt sich die Melodie viel leichter; schon allein, weil ja Worte melodisch sind“, so Schreier. „Die Arbeit muss man sich einfach antun…“
Einen sehr persönlichen Bezug zu ihren Texten hat auch Carmen Eder – und gerade deshalb hat sie sich die Entscheidung, auf deutsch zu singen, nicht leicht gemacht. „Es war wirklich eine Überwindung“, meint sie lächelnd. „Wenn man auf englisch singt, kann man sich besser distanzieren, auf deutsch gibt man wirklich alles von sich Preis. Aber ich habe auch bemerkt, wie gut genau das bei den Leuten ankommt. Heute kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, nicht auf deutsch zu singen.“
Der Stadtgemeinde und Arno Koch streuen alle drei Musiker Rosen. „Die österreichische Musikszene hat ihre Probleme, im Radio werden vor allem ausländische Titel gespielt“, gibt Eder zu bedenken. „Man muss sich vieles selbst finanzieren. Umso großartiger ist es, wenn es Produzenten wie Arno gibt, der die österreichische Musikszene unterstützt, wo er nur kann.“
Abgesehen von ihrer Liebe zur Musik haben die drei jungen Musiker übrigens noch eines gemeinsam: Sie sind alle in der Biondekgasse zur Schule gegangen und haben auch die BiondekBühne besucht. „Da sieht man, welchen Schatz wir mit der BiondekBühne in Baden haben“, zeigt sich Kulturamtsleiter Gerd Ramacher begeistert. „Die jungen Leute bekommen dort eine Orientierung im Kunstbereich. Und eine kreativ sensible Jugend kann wieder mehr Leute für Kultur begeistern. Wenn man nicht nur Mainstream sieht und hört, kann man dem Leben viel mehr bzw. ganz anderes abgewinnen.“
Eine „Eintagsfliege“ soll das Songwriterfestival keineswegs sein, da sind sich die Organisatoren einig. „Wir setzen ein klares Bekenntnis zu jungen Musikern aus dem Raum Baden, und das werden wir auch in Zukunft tun“, so Koch und Ramacher unisono.
Das erste Badener Songwriterfestival findet am Mittwoch, 3. Juni um 19 Uhr im Theater am Steg statt, im Eintrittspreis von fünf Euro ist bereits ein Begrüßungscocktail inkludiert.

N. Kranzl

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