“Handwerker” berechnen Wucherpreise

Nicht jeder Arbeitstrupp, der mit ausländischem Kennzeichen anrückt, muss zwangsläufig schlechte Arbeit leisten. Dass es aber leider immer wieder vorkommt, zeigt der Fall einer Dachrinnenerneuerung, die nachträglich wesentlich teurer war, als ursprünglich vereinbart. 

Am Donnerstag der Vorwoche klingelte es an der Tür einer Badener Flugbegleiterin, die soeben von einem Nachtflug nach Hause gekommen war. „Vor mir standen zwei freundliche Arbeiter, die mir erklärten, dass sie gerade auf dem Weg nach Hause wären und bemerkt hätten, dass meine Dachrinne schon alt wäre und ausgetauscht werden müsse. Wie es der Zufall will, hätten sie noch etwas Material von einer anderen Baustelle gleich nebenan übrig, so dass sie mir den Austausch der Rinne besonders günstig anbieten könnten“, schildert die Hausbesitzerin, die vorerst dankend ablehnte.
Die Männer ließen sich jedoch nicht so leicht abschütteln. Immer wieder wurden neue Argumente vorgebracht. Sie hätten genau die richtige Farbe mit, das Material wäre Aluminium und eben der günstige Preis. Nur eine Stunde sollte das ganze in Anspruch nehmen, es würde kaum Lärm geben und mit Rechnung und Mehrwertsteuer würde es 250 Euro ausmachen.
„Ich rief meinen Mann an, der sich ohnehin im Zuge unserer Hausrenovierung auch mit der Dachrinne beschäftigte. Wir waren beide überzeugt, dass es sich um ein gutes Angebot handelt und das Material vermutlich tatsächlich übrig geblieben war. Als ich ihnen den Auftrag gab, waren die Männer plötzlich zu dritt. Sie machten ihre Arbeit gut und sorgfältig und passten auch auf die Fassade auf. Nach einiger Zeit fragten sie mich, ob ich den kleinen Teil auf der Rückseite des Hauses auch neu haben möchte. Für 100 Euro würden sie auch das erledigen. In diesem Moment schrillten bei mir die Alarmglocken. Die gesamte Dachrinne in der Länge von rund 16 Metern sollte 250 Euro kosten und diese 1,5 Meter kämen auf 100 Euro? Auf meine Frage meinte einer der Männer, dass sich der Preis von 250 Euro nicht auf die gesamte Rinne bezogen hätte. Jedes Stück würde soviel kosten“, schildert die Dame, die sich in Folge einiges an bösen Worten anhören musste.
„Sie beschimpften mich als Zigeunerin und drohten die Polizei zu holen. Ich habe mich dennoch nicht einschüchtern lassen und habe ihnen nur den vereinbarten Betrag überreicht. Danach habe ich die Polizei verständigt und erfahren, dass derartige Fälle zur Zeit in Baden auf der Tagesordnung stehen und die Vorgangsweise stets dieselbe ist.“
Im geschilderten Fall hätte die Rechnung anstelle von 250 Euro 1.200 Euro betragen, eine Summe über die auch der Badener Spenglermeister Helmuth Degeorgi nur den Kopf schütteln kann. „Es geht nicht alleine um den Preis. Oft entspricht das verwendete Material gar nicht unserem Standard. Das Aluminium ist um einiges dünner als jenes, das bei uns zum Einsatz kommt. Beim Preis kommt es auf die Länge an. Ab zehn Laufmetern kostet die neue Rinne inklusive Montage und Entsorgung der Alten, zwischen 35 und maximal 40 Euro“, so der Spengler.

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