Aufstand im noblen Villenviertel

Jahrzehnte lang war die Pension „Helenental“ nicht aus dem Stadtbild in der Karlsgasse wegzudenken. Jetzt sollen die Hotelbetten einer Wohnhausanlage weichen. Die Anrainer, die darüber lediglich in Kenntnis gesetzt wurden, fühlen sich übergangen. Sie legen sich gegen das Projekt quer. 

Ende April wurden insgesamt 46 Anrainer darüber in Kenntnis gesetzt, dass anstelle der beschaulichen Pension inmitten der Schutzzone 22 Wohneinheiten mit entsprechend vielen Parkplätzen entstehen sollen. Laut Mitteilung wäre es aufgrund der Bauordnung nicht notwendig, für den Zu- und Umbau sowie die Aufstockung eine Bauverhandlung durchzuführen. Rund zwei Dutzend der Betroffenen wollten sich mit dieser Vorgangsweise nicht zufrieden geben.
Unter der Rädelsführerschaft des Juristen Herwig Hirzenberger und der Galeristin Tina Kosak verlangten die Anrainer Einsicht in die Akten zu bekommen, was ihnen anfangs verwehrt wurde.
„Das Baurecht sieht verschiedene Verfahren vor. Bei diesem Projekt sind keine Anrainerrechte wie Standsicherheit, Emission oder Belichtung betroffen“, schildert Baudirektor Michael Madreiter, der sich aber aufgrund der massiven Intervention mehrerer Anrainer nach Rücksprache mit dem Land entschloss, doch Akteneinsicht zu gewähren. Dass dennoch keine Bauverhandlung stattfindet, erzürnt die Nachbarschaft.
„Ich habe mein Schlafzimmer bewusst auf den ruhigen Garten ausgelegt. Jetzt sollen dort 14 Parkplätze entstehen. Mir zu erklären, ich wäre dadurch nicht beeinträchtigt, kann nur ein Scherz sein“, ärgert sich eine Dame. Eine andere Anrainerin meint, dass sie sogar für einen kleinen Schuppen eine Bauverhandlung bräuchte. „Auf die Genehmigung für unseren Swimmingpool haben wir geschlagene zwei Jahre gewartet.“
Noch drastischer formuliert es Tina Kosak, die erst vor kurzem die aufwendigen Sanierungsarbeiten an ihrer „Rainer-Villa“ gleich gegenüber der Pension abgeschlossen hat. „Ich bin entsetzt, dass man in dieser Stadt so über die Bürger hienwegarbeitet. Baukörper gehen alle etwas an, das gehört kommuniziert“, so Kosak, die sich, so wie ihre Mitstreiter, nicht so einfach geschlagen geben möchte. „Wir werden uns zu wehren wissen“, sind sich die Anrainer einig.
Als oberste Instanz in Bauangelegenheiten ist Bgm. Kurt Staska um Beruhigung bemüht. „Ich wurde von der Baubehörde über das Projekt informiert und nehme die Bedenken der Anrainer sehr ernst. Es gibt zwar ein positives Gutachten, aber vermutlich ist mit mehreren Einsprüchen zu rechnen. Das bedeutet, dass sich die zweite Instanz sehr intensiv mit dem Projekt befassen- und es hinterfragen wird“, so Staska.

Aufstand im noblen Villenviertel
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