Private Initiative zur Friedhofspflege formiert sich

René Gneist, Leiter der Finanzverwaltung, Marion Clormann und Bgm. Christoph Prinz.

BAD VÖSLAU. – Viele Gruften am Vöslauer Friedhof sind nicht eingelöst und fallen damit in niemandes Zuständigkeit – da bleibt natürlich auch die Pflege auf der Strecke. Jetzt soll eine private Initiative gestartet werden, um diese vergessenen und oft verwitterten Gruften zu verschönern.

Um es gleich vorwegzuschicken: Ein Friedhof ist eine komplizierte Sache. Dabei klingt alles so einfach: Angehörige kümmern sich um die Gräber, so lange die mit der Gemeinde vereinbarten Gebühren entrichtet werden. Wenn diese Zeit verstrichen ist, vergibt die Gemeinde die Gräber neu. Weit gefehlt, denn die Realität ist komplizierter. Sehr viel komplizierter sogar.
Fakt ist: Gerade bei den Gruften gibt es viele, die von niemandem gepflegt werden. Denn wo Hinterbliebene fehlen, bleibt natürlich auch die Grabpflege aus. „Und es ist wesentlich schwieriger, Gruften zu vergeben, als Gräber“, erklärt Bgm. Christoph Prinz. „Denn Gruften sind teurer als Gräber oder Urnennischen, und immer weniger Familien entscheiden sich für große Familiengruften, wie sie früher noch üblich waren.“
Etliche Gruften am Vöslauer Friedhof sind deshalb gar nicht mehr eingelöst. Das bedeutet: Die mit der Stadt vereinbarte Benützungszeit ist vorbei, doch neue Interessenten gibt es keine. Also bleiben die Gruften einfach so, wie sie waren – und auch um die Pflege kümmert sich niemand.
„Man kann ja nicht einfach die nicht eingelösten Gruften entfernen“, nennt Prinz das Problem beim Namen. „Und die Gemeinde kümmert sich schon um viele Gräber und Gruften im Gemeindebesitz, die Pflege aller nicht eingelösten Gruften würde unseren finanziellen und personellen Rahmen einfach sprengen.“
Das gilt natürlich umso mehr, wenn Gräber und Gruften zwar noch eingelöst sind, aber dennoch einen verwahrlosten Eindruck machen – und auch davon gibt es einige. „Da wird es dann natürlich noch komplizierter, denn dort dürfen wir ja gar nichts ändern“, gibt René Gneist, Leiter der Finanzverwaltung, zu bedenken. „Zum Problem wird das dann, wenn zum Beispiel Zäune, Bäume oder Grabsteine schon beschädigt sind und Gefahr in Verzug ist. Dann verständigen wir die Leute natürlich. Oft genug reagiert aber sogar dann niemand, und wir müssen zum Beispiel brüchige Grabsteine umlegen, damit kein Unfall passieren kann.“
Und so prägen vor allem bei den nicht eingelösten Gruften verwitterte Inschriften, schadhafte Zäune und wild wuchernder Efeu das Bild am Vöslauer Friedhof. Doch das soll sich nun ändern – und zwar dank einer privaten Initiative.
Marion Clormann hat schon in ihrer Kindheit gemeinsam mit ihrer Großmutter viel Zeit am Vöslauer Friedhof verbracht. „Es ist ein so schöner Friedhof, und es ist richtig schade, dass gerade die alten Gruften so verwahrlost aussehen“, meint sie. „Dabei könnte man vieles schon mit einigen Handgriffen und ein paar neuen Pflanzen verschönern. Es wäre toll, wenn sich eine nette Runde an Freiwilligen findet, die Freude daran hat, selbst dabei mitzuhelfen.“
Clormann hat deshalb der Gemeinde ihre Unterstützung angeboten – und dort zeigt man sich verständlicherweise begeistert von der Idee. Ob ein eigener Verein gegründet wird oder ob die Gräberpflege einfach eine reine private Initiative bleibt, das steht derzeit noch nicht fest. Jetzt werden erst einmal Leute gesucht, die sich vorstellen könnten, in ihrer Freizeit bei der Pflege der nicht eingelösten Gruften mitzuhelfen – Unkraut jäten, abkehren, reinigen, neue Pflanzen einsetzen oder gießen.
Seitens der Gemeinde will man die Freiwilligen unterstützen, wo es nur geht. „Wir arbeiten natürlich gern einen detaillierten Plan aus, welche Gruften nicht eingelöst sind und damit verschönert werden können“, so Gneist. Und der Stadtchef kann sich auch vorstellen, der Initiative Arbeitsgeräte oder auch ein Budget zur Anschaffung von neuen Pflanzen zur Verfügung zu stellen. „Wir freuen uns über jede Initiative, die dazu beiträgt, unsere Stadt schöner zu machen“, so Prinz.
Interessierte können sich unter 0664/8293575 direkt bei Marion Clormann melden.

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