Hundehass: Hund vergiftet

Tierärztin Verena Senoner rät zur Vorsicht.

TRIBUSWINKEL. – Der gemütliche Spaziergang mit dem Hund wird für manchen Hundebesitzer schnell zum Alptraum, denn immer wieder werden speziell präparierte Giftköder verstreut. Erst Anfang Februar traf es in Tribuswinkel erneut einen Schäferhund, der beim Spaziergang vergiftete Fleischstücke aufnahm und nicht mehr gerettet werden konnte.

Der Hundehass kennt für manche offenbar keine Grenzen, so werden Giftköder nicht nur in Grünanlagen verstreut, sondern sogar in vermeintlich sichere Zonen, wie Gärten von Hundebesitzern, geworfen. Aber auch Fälle, wo im Fleisch Nägel, Rasierklingen oder Ähnliches versteckt wurden, sodass sich die Vierbeiner schwere Verletzungen zuzogen, sind keine Seltenheit.
Oft sind es mit Gift, häufig Rattengift, versetzte Fleischstücke, die die Hunde aufnehmen und dann schließlich an den Folgen des Giftes qualvoll sterben. „Bei Gift ist es schwierig festzustellen, was es ist“, so die Badener Tierärztin Verena Senoner. Das Problem bei Rattengift sei außerdem, dass es nur schwierig nachzuweisen ist, da es erst bis zu 24 Stunden später wirkt.
Das Gift bewirkt das Platzen der roten Blutkörperchen, die Tiere verbluten schlussendlich innerlich. Symptome wie Blut in Urin, Stuhl und Erbrochenem sind die Folgen. Wenn die Symptome aber einmal sichtbar sind, ist es meist schon zu spät. Ein frühes Zeichen sind sogenannte Petechien, kleine, punktförmige Einblutungen über dem Zahnfleisch. „Wenn der Verdacht besteht, dass der Hund was aufgenommen hat, sollte man nicht abwarten oder herumexperimentieren, sondern sofort zum Tierarzt gehen und den Hund behandeln lassen“, so Senoner. „Lieber einmal zu oft, als es ist zu spät.“
Vorsicht ist besser als Nachsicht. Eine rechtzeitige Behandlung kann das Schlimmste verhindern, denn beim Verdacht einer Vergiftung kann den Tieren ein Mittel gespritzt werden, das Erbrechen hervorruft. Das Zeitfenster für diese Möglichkeit ist aber sehr knapp. Gefressenes verbleibt in etwa zwei Stunden im Magen der Hunde, solange ist die Chance die Vergiftung zu stoppen noch recht gut, sobald der Mageninhalt aber in den Darm wandert, gerät das Gift in die Blutbahn.
Um diese schlimmen Vorfälle zu verhindern, sollten Hundebesitzer besonders vorsichtig sein. „Das Wichtigste ist zu schauen, dass der Hund erst gar nichts aufnimmt“, rät Senoner. Hundertprozentigen Schutz vor solchen Giftanschlägen gibt es nie, durch gute Vorbereitung und Achtsamkeit kann aber das Risiko verringert werden. Hundebesitzer sollten ihren Vierbeiner beim Spaziergang nicht unbeobachtet lassen und ihn am unkontrollierten Fressen hindern – im Notfall mittels Beißkorb.
Auch Zuhause sollten für Tiere gefährliche Substanzen außer Reichweite geräumt werden. Die Gefahren einer Vergiftung innerhalb der eigenen vier Wände werden oft unterschätzt. Verena Senoner warnt vor allem vor Frostschutzmittel, das nicht entsprechend aufbewahrt wird und von den Katzen oder Hunden versehentlich getrunken würde. Im Winter gäbe es oft Fälle von Vergiftungen mit Frostschutzmittel, das dann zu Nierenversagen führt.
Leckerlis sollten ebenfalls mit Bedacht ausgewählt werden und am besten nur solche gegeben werden, die auch wirklich für Hunde gedacht sind. Auf das kleine Stückchen Schokolade, das Hundehalter ihren Lieblingen ab und zu gerne geben, sollte unbedingt verzichtet werden, denn auch Schokolade ist für Hunde giftig. Grund dafür ist das in Schokolade enthaltene Theobromin. Dabei handelt es sich um einen Stoff, der in Kakao vorkommt. Bitterschokolade, die einen hohen Kakaoanteil aufweist, ist daher besonders giftig für Hunde und kann im schlimmsten Fall zum Tod führen.
Vergiftungen sind besonders gefährlich, da sie schwer nachzuweisen sind. Die sichtbaren Folgen zeigen sich erst spät. Leider gibt es immer wieder Fälle, bei denen Hunde absichtlich vergiftet werden, Giftwarnungen sollten daher immer ernst genommen werden. Tierärztin Verena Senoner ist stets bemüht, über aktuelle Giftwarnungen auf ihrer Facebook-Seite zu informieren. Letztendlich hilft aber nur extreme Vorsicht beim Gassigehen, um Vergiftungen zu verhindern. S. Weinzettl

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