Auferstehung der Weilburg

Rund 16.000 Besucher nahmen das Kaiserhaus im Vorjahr unter Augenschein. Zu sehen gab es Figurinen aus der K&K Zeit.  In wenigen Wochen werden die Räumlichkeiten ganz der Geschichte der Weilburg gewidmet sein. Wer diese Ausstellung nicht versäumen will, muss aber schnell sein. 

Das einzige, das heute noch von der Weilburg übrig geblieben ist, ist der Wappenstein, der ursprünglich den Portikus des beeindruckenden Schlosses am Eingang des Helenentals zierte.
Erbaut wurde es nach den Plänen von Josef Kornhäusel in den Jahren 1821 bis 1823 als Sommersitz für Erzherzog Karl, der den gesamten Besitz, den er von der Familie Doblhoff erworben hatte, von Anfang an auf seine geliebte Frau, Henriette von Nassau-Weilburg schrieben ließ.
Riesige Parks, die sich vom heutigen Weilburgpark bis zur Eugenvilla zogen, umgaben das Schloss. Der Erzherzog, der ein begeisterter Gartenfreund war, nannte sage und schreibe 1.621 unterschiedliche Rosensorten sein Eigen. Fast 100 Jahre lang verbrachte die Habsburger- Familie die Sommer im Schloss in Baden. Ab 1917 stand das Anwesen leer. Nur einige Gärtner und der Verwalter hielten die Stellung bis 1938, als das Schloss an die Wehrmacht verpachtet wurde. Das war zugleich auch der Anfang vom Ende, Mobilar verschwand oder wurde zerstört. „Die Soldaten haben gehaust wie die Vandalen“, schildert Hans Hornyik, der als Pojektleiter mit der Organisation der neuen Ausstellung im Kaiserhaus betraut ist. „Kurz bevor die Russen 1945 in Baden eintrafen, verbrannten die verbliebenen Einheiten Dokumente in den Innenräumen des Schlosses, worauf ein Großbrand ausbrach“, schildert Hornyik.
Drei Wochen lang sollen die Flammen gewütet haben. Das Schloss brannte von Osten nach Westen regelrecht aus. Löscharbeiten wurden der Feuerwehr durch die russischen Besatzer untersagt.
In den folgenden Jahren wurden, um Baumaterial zu gewinnen, auch zahlreiche Innenwände illegal abgetragen. Dadurch wurde auch die Statik des gesamten Gebäudes gewaltig in Mitleidenschaft gezogen. 1964 wurden die letzten verbliebenen Reste gesprengt, die Weilburg war Geschichte. Selbst der Wappenstein, den man retten wollte und den man unversehrt auf Strohballen fallen lassen wollte, zerbarst bei dem Versuch in hunderte Einzelteile, die man dann mühsam wieder zusammenfügen musste.
Das alles und noch viel mehr wird in der Ausstellung im Kaiserhaus ab 24. April nachzulesen- und sehen sein. Neben dem maßstabsgetreuen Modell der Weilburg werden zahlreiche weitere Exponate dieses Stück Badener Geschichte für einige Monate wieder beleben.
„Neben Möbeln oder Dokumenten wird es auch einiges an Kitsch und Nippes aus dieser Zeit zu sehen geben. Die Weilburg war ein beliebtes Motiv für Souvenirs“, schildert Hans Hornyik, der gemeinsam mit Bettina Nezval (wissenschaftliche Kuratorin) und Christian Rapp (Gestaltung) seit rund eineinhalb Jahren an der Ausstellung arbeitet.
„Die Schwierigkeit besteht darin, die Exponate aufzutreiben und die Leihgeber davon zu überzeugen, dass ihre wertvollen Stücke bei uns in guten Händen sind“, so Hans Hornyik.
Wer die Ausstellung besuchen möchte, der sollte sich nicht allzuviel Zeit lassen, sie läuft nur bis 1. November 2015.

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