Alles in Butter bei Schwarz-Grün Kurt Staska und Helga Krismer ziehen Bilanz

Zumindest bei der Präsentation der Bilanz streuten einander Kurt Staska und Helga Krismer Rosen. Jetzt gehen zwar beide im Wahlkampf eigene Wege, einer künftigen Zusammenarbeit dürfte aber wenig im Wege stehen.

Nach der letzten Gemeinderatswahl im Jahr 2010 standen die Zeichen auf einer Dreier-Koalition SPÖ-Grüne und Bürgerliste. Quasi in letzter Sekunde sprangen die Grünen ab, das war die Geburtsstunde von Schwarz-Grün in Baden. Jetzt blickten Staska und Krismer auf die ersten fünf Jahre zurück.

„Mit einer gemeinsamen Tandemfahrt auf dem Josefspaltz hat unser Experiment im Jahr 2010 begonnen. Nicht nur diese Radfahrt, auch die Koalition hat gut funktioniert. Wir haben auch die anderen Fraktionen zur Zusammenarbeit eingeladen, das wurde nicht immer angenommen“, resümiert Vizebürgermeisterin Helga Krismer, die überzeugt ist, gute Arbeit geleistet zu haben.
Speziell das neugegründete Energiereferat sieht die Grüne als Dreh- und Angelpunkt für viele Erfolge. „Dieses Referat ist eine Novität, um die uns viele Gemeinden, die Klimapolitik machen, beneiden“, so Krismer, die auch stolz ist auf den Finanzausschuss, der ihrer Meinung nach in keiner modernen Gemeinde fehlen sollte. „Durch Maßnahmen in der Verwaltung ist es uns gelungen, zwei Millionen Euro pro Jahr einzusparen und da wäre noch einiges drin“, meint Krismer, die in Zukunft noch mutiger sein möchte, ohne konkret zu verraten, woran sie dabei denkt.
Fix ist für die Grüne Listenchefin, dass sie mit ihrem Team auch in Zukunft mitgestalten möchte. „Man bemerkt an vielen Ecken in Baden, dass es funktioniert hat, wir haben Blut geleckt.“
Zufrieden über das Geleistete zeigt sich auch Kurt Staska, der meint, gemeinsam mit seinen Koalitionspartnern ein ambitioniertes Programm umgesetzt zu haben. „Wir haben den Großteil erfüllt. Zentrales Anliegen war die Innenstadtbelebung, die uns mit dem neuen Josefsplatz, dem Kaiserhaus, dem Beethovenhaus und dem Relaunch des Grünen Marktes gut gelungen ist. Dazu kommen Gastronomiebetriebe wie Gasser, El Gaucho, Amterl oder das neue Marktamt am Brusattiplatz. Die zusätzliche Frequenz kommt auch der innerstädtischen Wirtschaft sehr zugute“, erläutert der Bürgermeister, der darauf hinweist, dass auch die Großveranstaltung „Baden in Weiß“ eine Erfindung aus seiner Ära ist. „Auch da gab es im Vorfeld viele Skeptiker, wir haben den Gegenbeweis angetreten“, meint der Bürgermeister, der bezüglich der Stadtfinanzen keinen Grund zur Besorgnis sieht.
Wenn gemeindeeigene Wohnungen saniert werden, würde auch der Wert der Immobilen entsprechend steigen. Einige große Projekte wie Kindergärten oder Schulen hätte man nicht länger aufschieben können, da davor viele Jahre nichts investiert wurde.
Bei einem der größten Budgetposten, der Stadtpolizei, sieht Staska kein Sparpotential. „Wir haben einen Sicherheitsstandard, der weit über jenem anderer Städte liegt. Auch die Kriminalabteilung ist ein Luxus, den wir uns leisten. Es ist nicht vorstellbar, das nach unten zu fahren.“
Ganz so pragmatisch sieht das seine Amtskollegin Krismer nicht. Auch sie bekennt sich zwar zur Stadtpolizei, könnte sich aber eine Diskussion über eine Reduktion der Stunden vorstellen. Sollte es dazu kommen, müssten jedenfalls zuvor die Bürger befragt werden. Über eine mögliche Verlängerung der Zusammenarbeit nach der Wahl halten sich sowohl Krismer als auch Staska eher bedeckt.
„Im Unterschied zur ÖVP haben wir wenig Auswahlmöglichkeiten. Wir wollen gerne weiter mitgestalten, werden uns aber nicht anbiedern“, stellt Krismer klar. Ein Bürgermeister Breininger ist für sie keine Option. „In Niederösterreich werden die Bürgermeister vom Gemeinderat gewählt, das wird Breininger sicher nicht gelingen.“

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