Großer Ärger über Strafmandat

Der Unternehmer versteht nicht, warum nur Theaterpublikum und nicht auch Besucher der Abendmesse auf dem Pfarrplatz parken dürfen. Foto: RaDi

Der Pfarrplatz ist generell für Autos gesperrt. Nur für Theaterbesucher gilt allerdings ab 18 Uhr eine Ausnahme. Ein Badener Geschäftsmann, der anlässlich eines Kirchenbesuches dort stand und bestraft wurde, ist verärgert. Bgm. Kurt Staska zeigt sich gesprächsbereit.

„Vor kurzem habe ich mit meiner 92-jährigen Mutter gemeinsam die Abendmesse in der Pfarrkirche St.Stephan besucht“, schidert Robert Gisch.
„Da kein Parkplatz frei war , habe ich mein Fahrzeug – wie oft üblich vor Heiligen Messen – auf dem ureigenen Kirchenvorplatz abgestellt. Als wir die Kirche verließen – stand neben meinem Fahrzeug ein Streifenwagen der Bundespolizei – und auf meinem Fahrzeug war schon ein Strafzettel. Ich ging zu der Polizeibeamtin und versuchte freundlich zu erklären, dass ich mit meiner Mutter die Abendmesse besucht hätte und sonst kein Parkplatz zu finde gewesen wäre. Außerdem könnten zu heiligen Messen die Kirchgänger seit vielen Jahren auf dem Kirchenvorplatz ihre Fahrzeuge unbehelligt abstellen.
Darauf belehrte mich die Beamtin in folgender Weise: auf dem Kirchenvorplatz wird das Parken beim Besuch des Stadttheaters Baden toleriert, das Fahrzeug während eines Kirchenbesuches dort abzustellen, ist aber strafbar. Das hat mich als praktizierenden Katholiken doch mehr als empört, sehe ich darin doch eine massive Diskriminierung von Kirchenbesuchern gegenüber Theaterbesuchern“, ärgert sich der Geschäftsmann, der sich auch wundert, dass man nicht auch von Seiten der Pfarre schon längst aktiv geworden ist. Immerhin handle es sich doch um den Kirchenplatz und da wäre nur logisch, wenn die „Kunden“ der Kirche diesen auch nutzen dürften.
Polizeioberst Walter Santin, der für die Verordnungen zuständig ist, erklärt den Sachverhalt mit der Historie. Demnach bestünde das Fahrverbot mit Ausnahme „Theaterbesucher“ bereits seit dem Jahr 1975. Damals konnte man, auch wenn es verboten war, noch ungehindert an der Frontseite der Volksschule vorbeifahren. Nachdem das Verbot regelmäßig missachtet wurde, wurden zur Sicherheit der Kinder im Jahr 2005 Poller errichtet und die Zufahrt nur mehr vom Ring aus möglich gemacht. Was blieb, ist die Zusatztafel „Ausgenommen Theaterbesucher ab 18 Uhr“.
Bürgermeister Kurt Staska stellt klar, dass diese Regelung keineswegs in Stein gemeißelt ist. „Wir wollen keinen Parkplatz aus dem Kirchenplatz machen, wenn es aber im Sinne der Pfarre ist, könnte man gerne auch für Besucher der Abendmesse eine Ausnahme machen.“

Großer Ärger über Strafmandat
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