Großes vor in der Bundesliga

Drei der Neuen beim Vöslauer HC: Josip Simunic, Rados Pesic und Florian Dobias.

HANDBALL. – Nach dem Aufstieg in die Bundesliga startet der Vöslauer HC mit großen Plänen in die neue Saison. Neben dem erklärten Ziel „Oberes Playoff“ rechnet man heuer allein mit fünf Meistertiteln beim Nachwuchs, der mit 17 Mannschaften in die neue Spielzeit geht. Erstmals gibt es heuer auch eine eigene Damen-Kampfmannschaft. 

„Alle freuen sich, dass wir aufgestiegen sind. Aber in Wirklichkeit haben wir noch nichts erreicht. Jetzt müssen wir uns erst beweisen, und das wird die große Aufgabe“, erklärt Gilbert Strecker, sportlicher Leiter des Vöslauer HC. Für die Vöslauer Handballer beginnt mit der Bundesliga heuer ein neues Kapitel, eine neue Herausforderung, für die man in der Sommerpause die Hausaufgaben aber mustergültig erfüllt hat. „Wir ziehen unseren vor zwei Jahren eingeschlagenen Weg weiter eiskalt durch“, so Strecker. Das bedeutet: konsequente Jugendarbeit und in der Kampfmannschaft eine gesunde Mischung aus Nachwuchs und Routiniers. Als Grundstein dafür war man in der Transferzeit am Spielermarkt sehr erfolgreich. Einerseits konnten die Ex-Vöslauer Toptalente Philipp Schuster und Jakob Nimpf mit Doppelspielberechtigung bei West Wien zurück geholt werden, andererseits mit dem Ex-Internationalen Rados Pesic von Roter Stern und Josip Simonic aus Hollabrunn zwei Routiniers geholt werden. „Schuster wird der Hauptverantwortliche in der Mitte sein. Er und Nimpf zählen sicher zu den Besten in ihrer Altersklasse in Österreich und haben noch eine große Zukunft vor sich“, meint Strecker. Gemeinsam mit den Trainingseinheiten bei West Wien wird das Duo so auf acht Trainings pro Woche kommen, und auch der Rest des Vöslauer Teams trainiert ab sofort fünf Mal die Woche. Gleichzeitig haben einige Vöslauer Spieler die Möglichkeit, am Vormittag bei West Wien mitzutrainieren. Eine Kooperation, die mit den Fivers nun nicht mehr möglich ist, da beide Vereine nun „Konkurrenten“ in der gleichen Liga sind.

Bullige Verstärkung
Die beiden Routiniers Pesic (196 cm, 100kg), der auch als Nachwuchstrainer arbeiten wird, und Simonic (191cm, 100kg) sind vor allem körperlich sehr starke Spieler, was in der Bundesliga besonders wichtig ist. „Der Unterschied zwischen Landesliga und Bundesliga liegt weniger im taktischen Bereich, sondern viel mehr im körperlichen“, so Strecker. Deshalb stehen nun auch zwei Einheiten pro Woche in der Kraftkammer auf dem Programm. Als fünfte Verstärkung konnte noch der 19-jährige Florian Dobias von Atzgersdorf gewonnen werden. Martin Seidl und Martin Abadir wurden zudem fix gekauft und sind nun offiziell Vöslauer. Das Trainerteam wurde mit Florian Maier auf ein Trainer-Trio erweitert. Maier leitet zudem nun die im letzten Jahr ins Leben gerufene Tormann-Akademie. Bei dieser werden in seperaten Einheiten mit bis zu drei Tormann-Trainern mit den Jugendlichen gearbeitet. Kapitän ist der erst 21-jährige Oliver Schmidt, Max Unger muss aus beruflichen Gründen kürzer treten und wird nur mehr als Back-Up fungieren.

Ziel: Oberes Playoff
„Das erklärte Ziel ist ganz klar das Obere Playoff in der Bundesliga. Wir haben nicht so viel investiert, um dann gegen den Abstieg zu spielen. Wir wollen in Ruhe arbeiten können“, gibt Peter Gauss, zweiter Obmann des Vöslauer HC, die Marschrichtung vor. Interessant könnte heuer auch der Cup werden, da die Vöslauer erst in der 2. österreichweiten Runde einsteigen und dort gesetzt sind. „Das Interessante daran ist, dass uns die meisten nicht kennen. Wir wollen dort überraschen“, so Gauss.

Nachwuchs-Boom
Er erklärt auch: „Wir haben Verstärkungen nur auf jenen Positionen geholt, wo wir derzeit und perspektivisch auf zwei Jahre keinen Eigenbauspieler haben.“ Und von denen gibt es in Vöslau jede Menge. Mit nicht weniger als 17 Nachwuchsmannschaften mit fast 200 Jugendlichen, betreut von 24 Trainern, gehen die Thermalstädter heuer in die neue Saison. „Wir haben starke Akzente im Jugendbereich gesetzt. Das Mindestziel sind fünf Meistertitel beim Nachwuchs“, gibt sich Strecker zuversichtlich. Allein die U20, vergleichbar mit der Reserve im Fußball, umfasst 20 Spieler, die bereits oben anklopfen. Die 1b-Mannschaft sollte zudem heuer den Meistertitel in der 2. Landesliga holen und ebenfalls aufsteigen. Erstmals wird heuer auch eine eigene Frauen-Mannschaften in der Landesliga an den Start gehen, insgesamt wird es damit fünf Mädchen- bzw. Damenteams geben. „Durch den Aufstieg in die Bundesliga ist ein enormer Ruck durch den Verein gegangen und ist eine enorme Motivation in allen Bereichen zu spüren“, so Gauss. Wie wichtig den Vöslauern die Nachwuchsarbeit ist, zeigt sich allein darin, dass für die 7- bis 9-Jährigen allein drei Trainer zuständig sind. Zusätzlich werden junge Spieler im Herbst in die Volksschulen im Bezirk geschickt, um Werbung für den Handballsport zu machen.

Start am 6. September
Start in die neue Saison erfolgt heuer um einen Monat früher als in der Landesliga, nämlich bereits am 6. September auswärts bei den Fivers. Novum: die Heimspiele finden jetzt immer am Samstag um 19 Uhr statt, davor spielt um 17.15 Uhr die U20. Die heißt nun offiziell „Roomz-Hotel U20“, vergeben durch Namenssponsoring. „Weitere Sponsoren sind natürlich willkommen“, so Gauss.

W.Gams

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