„In der Nacht sind die Menschen anders“

Drei Stück umfasst die Auflage von „Baden bei Nacht“. Ein Bild ist im Original drei Meter lang. © Paul Landl

Baden und dann wieder doch nicht: Für seine Installation „Baden bei Nacht“ hat der Fotograf Paul Landl die charakteristischsten Bauten der Stadt in völlig ungewohnter Anordnung aneinandergereiht und einen stillen Beobachter ins Bild gesetzt. Herausgekommen ist ein kräftiges Werk, das den Betrachter zu einer neuen Auseinandersetzung mit der Stadt zwingt.

Die Nacht hat den Menschen schon immer viel mehr interessiert als der Tag“, ist sich der Badener Fotograf Paul Landl sicher. „Kein Wunder, die Nacht ist mystischer, Bilder, die in der Nacht aufgenommen sind, wirken kräftiger; und auch die Menschen sind in der Nacht ganz anders.“
Landl hat deshalb seiner Heimatstadt mit der Installation „Baden bei Nacht“ ein ganz besonderes Denkmal gesetzt – quasi als Beginn einer Serie, die noch viele andere Städte umfassen soll. Landl fotografiert dabei die charakteristischsten Gebäude und Plätze einer Stadt und stellt sie in seinem Atelier nach seinen Vorstellungen neu zusammen.
Wichtig ist ihm dabei vor allem, dass der Charakter der Stadt trotzdem sofort eindeutig erkennbar ist. Im Fall von Baden stehen dann zum Beispiel die Burgruine Rauhenstein über dem Rathaus, der Grüne Markt unter dem Aquädukt und die Pestsäule neben dem Stadttheater.
Zwei bis drei Tage braucht der Fotograf und Medienkünstler für ein solches Bild. „Die Übergänge zwischen den einzelnen Elementen müssen sehr exakt gearbeitet sein“, so Landl. „Der moderne Pinsel ist die Maus, davon bin ich überzeugt. Auch, wenn das immer noch stiefmütterlich behandelt wird.“
Als „einer der Männer der ersten Stunde“ in diesem Bereich bietet Landl deshalb auch Photoshop-Kurse für Interessierte an. Nähere Infos zu Projekten und Kursen Paul Landls gibt es auf www.landl.cc.
Dort gibt es auch einen Querschnitt aus dem umfangreichen Schaffen Landls, der zum Beispiel auch im Auftrag des Wienerwald Tourismus die diesjährigen Aufnahmen für die Genussmeile gemacht und bearbeitet hat. „Teilweise aus einem Hubsteiger der Feuerwehr, aus 35 Meter Höhe“, meint Landl schmunzelnd. Ein Aufwand, der sich gelohnt hat, denn herausgekommen sind nicht nur die Sujetfotos selbst, sondern auch das Titelfoto des Heurigenführers.

„In der Nacht sind die Menschen anders“
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