Bürger rebellieren gegen Mega-Windräder

„Zu viele, zu nah, zu hoch“ -  Die Windkraftgegner fürchten um die Qualität ihres Lebensraumes. Foto: zVg.

Die Windbranche ist im Aufwind. 2014 sollen in Österreich 170 neue Windräder errichtet werden. Doch nicht überall findet die Windenergie Befürworter. Nachdem sich im April die Münchendorfer Bevölkerung bereits klar gegen die Errichtung von Windrädern ausgesprochen hat, machen nun auch Teile der Trumauer Bevölkerung gegen das Projekt „Windräder in Trumau“ mobil. 

„Bürger werden leider immer wieder, wenn überhaupt, dann nur sehr einseitig und wenig detailliert informiert. Genau diese einseitige Information und Meinungsbildung erleben wir gerade“, so der Sprecher der Bürgerinitiative „Pro Lebensraum Trumau“ Peter Wolfram. Gemeinsam mit 25 Gleichgesinnten hat er bereits 400 Unterschriften gesammelt. Das sind genug, um einen Initiativantrag zu einer Volksbefragung zu stellen.
„Unserer Meinung nach werden die möglichen Risiken wie Lärm, gesundheitsschädlicher Infraschall, Wertverlust der Immobilien, Tierschutz und optische Beeinträchtigungen massiv heruntergespielt und verharmlost. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Bürger umfassend zu informieren“, so Wolfram und fügt hinzu: „Uns geht es um den Erhalt der Lebensqualität, Angst und Panik zu verbreiten, liegt uns fern.“
Zur Vorgeschichte: Ende April präsentierte Umwelt LR Stephan Pernkopf das neue Raumordnungsprogramm für Windkraft. Dieser Plan gibt vor, in welchen Gebieten künftig Windkraftanlagen errichtet werden dürfen. Zu den 68 möglichen Zonen zählt auch das Trumauer Gemeindegebiet. Die dortige Gemeindeführung hat bereits im September 2012 im Rahmen des Energiekonzepts Trumau einen einstimmigen Beschluss zur Energieautarkie gefasst, der unter anderem die Errichtung von Windkraftanlagen enthält. Konkret sollen die Trumauer Windräder mit einer Gesamthöhe von 200 Metern (Die Nabenhöhe wird 140 Meter und die Rotorenblattlänge 60 Meter betragen) östlich der Ortschaft in Richtung Ebreichsdorf errichtet werden. Laut Gemeinde maximal sieben Stück im Bereich der bestehenden Hochspannungsleitungen bei der Autobahn und fünf weitere hinter der Autobahn. Es besteht ein gesetzlicher Mindestabstand zum nächstgelegenen Wohnbauland von 1.200 Meter. In Trumau wird der geringste Abstand 1.290 Meter betragen. Geplant ist die Errichtung für 2016/2017. Pro Jahr erhält die Gemeinde pro Windrad 20.000 Euro.
Bgm. Andreas Kolross: „Ich persönlich bin ein Befürworter der Nutzung von Windenergie. Auch auf unserem Gemeindegebiet, weil es ein aktiver Beitrag zur Nutzung gesunder Energie ist und weil wir damit unseren persönlichen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten können. Selbstverständlich bedeuten die Windräder auch zusätzliche Einnahmen für die Gemeinde. Diese zusätzlichen Erträge kommen direkt der Trumauer Bevölkerung zugute. Ich respektiere auch eine andere Sicht der Dinge, sofern sie auf dem Boden der Sachlichkeit stattfindet“.
Die Bürgerinitiative kritisiert vor allem die zu späte und einseitige Information. „Alle Beteiligten, also Wien Energie, die Errichter Ventureal, Gemeinde und Grundbesitzer, wussten bereits 2012 genau bescheid. Wer nichts wusste, war die Bevölkerung“, so Wolfram verärgert.
Über zu wenig Information kann man sich mittlerweile allerdings nicht mehr beklagen. Beide Fraktionen haben eine Website eingerichtet und laden zu Informationsveranstaltungen. Am Fr., 16. Mai, ab 18 Uhr lädt „Pro Lebensraum Trumau“ in den Reitstall, Hofstätter. Experten werden u.a. über Windkraft und Gesundheit undWindkraft in Österreich referieren. Die Gemeinde veranstaltet am Fr., 23. Mai, 10 bis 12 und 14 bis 19 Uhr einen Infotag und lädt am 9. Juni zu einer Radexpedition zum Windpark Tattendorf und Standortbesichtigung in Trumau. Infos: www.pro-lebensraum-trumau.at bzw. www.energiewende-trumau.at.

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