Arnulf Rainer trifft Damien Hirst

Arnulf Rainer und Damien Hirst bei der Eröffnung der neuen Ausstellung. © Arnulf Rainer Museum

Es ist die dritte Dialogausstellung im Arnulf Rainer Museum, die in der Vorwoche eröffnet wurde – und zugleich eine Premiere. Denn erstmals wird die Gemäldeserie „Two Weeks One Summer“ des britischen Künstlers Damien Hirst in Österreich ausgestellt – und zwar im Dialog mit ausgewählten Arbeiten Arnulf Rainers.

Expressionistische, selbstreflexive Stillleben Damien Hirsts aus den Jahren 2008 bis 2012 treffen auf Arnulf Rainers energische Fingermalereien, aktionistische Face Farces und kontemplative Übermalungen der 50er Jahre: In der Vorwoche wurde die nach Georg Baselitz und Mario Merz die dritte Dialog-ausstellung im Arnulf Rainer Museum eröffnet.
Die Ausstellung entstand in direkter Zusammenarbeit zwischen dem Arnulf Rainer Museum und Damien Hirst. Kuratiert wurde die Schau vom international renommierten Ausstellungsmacher Rudi Fuchs, seines Zeichens Gründungsdirektor des Castello di Rivoli Turin und ehemaliger Leiter des Stedelijk Museum in Amsterdam. „Wenn man einmal eine Ausstellung in einer Grotte bei Palermo gemacht hat, dann ist Baden auch kein Problem mehr“, meint Fuchs mit einem Lächeln auf den Lippen, wenn er über die architektonisch doch recht anspruchsvollen Räumlichkeiten des Badener Frauenbads spricht. „Malerei ist eine unaufhörbare Bezauberung des Auges; das ist bei Rainer so, und auch bei Damien Hirst.“
Rainers und Hirsts rund 60 ausgestellte Arbeiten wechseln einander stetig ab und entwickeln so ein künstlerisches Zwiegespräch, das an literarische Erzählungen oder musikalische Kompositionen erinnert. „Ich hätte es selbst nicht für möglich gehalten, aber das Auge von Rudi Fuchs hat das schier Unmögliche zustandegebracht“, meinte Arnulf Rainer selbst im Zuge der Eröffnung.
Das Resultat ist ein künstlerischer Dialog zwischen zwei der einflussreichsten lebenden Künstler, und zwar über Generationengrenzen hinweg. Die ausgestellten Bilder der Serie „Two Weeks One Summer“ Damien Hirsts, die in einem Zeitraum von zwei Jahren in zurückgezogener Konzentration in Devon entstanden, werden dabei zum ersten Mal in Österreich ausgestellt.
In ihrer Haltung zur Kunst im Allgemeinen und der Malerei im Besonderen gibt es durchaus Parallelen zwischen dem 1929 geborenen Badener Künstler und dem 1965 geborenen Damien Hirst: Sie arbeiten beide konsequent an der Erweiterung ihres künstlerischen Vokabulars und finden dennoch einen gemeinsamen Nenner in ihrer Wertschätzung und Anerkennung der erneuernden Kraft der Malerei. Ihnen beiden gemein ist die Auseinandersetzung mit der Nähe von Leben und Tod, den Themen des Werdens und Vergehens.
Die aktuelle Ausstellung stellte das vergleichsweise überschaubare Team des Arnulf Rainer Museums vor so einige – unter anderem auch logistische Herausforderungen, denn die Werke Damien Hirsts stammen aus unterschiedlichen Sammlungen wie der Prada Collection Mailand, der Frank & Lorna Dunphy Collection, England, aber auch von Damien Hirst, der White Cube Gallery London und weiteren privaten Sammlungen.
Zur Ausstellung ist ein Katalog mit einem Text von Rudi Fuchs im Verlag der Buchhandlung Walther König erschienen, die Ausstellung kann bis 5. Oktober 2014 besichtigt werden. Nähere Informationen gibt es unter
www.arnulf-rainer-museum.at.

Arnulf Rainer trifft Damien Hirst
5 votes, 5.00 avg (95% score)

Auf Mobile-Version umschalten