40 Millionen für die Gesundheit

Trotz großvolumiger Neubauten, ist es gelungen den alten Baumbestand zum überwiegenden Teil zu erhalten. Die Patienten sollen dort ab Mai 2015 die Möglichkeit haben, den Park zu genießen und sich bestmöglich zu erholen. Foto: RaDi

Am Dienstag Nachmittag wurde auf der Großbaustelle der NÖGKK bereits zur Gleichenfeier geladen. In exakt einem Jahr sollen hier die ersten Patienten behandelt werden. Im Zuge der Recherchen hat man entdeckt, dass an gleicher Stelle bereits im 15. Jahrhundert gekurt wurde. 

Schon die Römer wussten um 50 n. Chr. über die heilende Kraft der Badener Quellen Bescheid. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der Kurtourismus in Baden fast ebenso lange Tradition hat.
In den vergangenen Jahren wurden sämtliche Kuranstalten, entweder komplett neu errichtet oder zumindest generalsaniert. Die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse, die 1977 ihre Rheuma-Sonderanstalt in der Sauerhofstraße eröffnete, war der letzte Kurbetrieb, der nicht mehr den modernen Anforderungen entsprach. Obwohl das Feedback der Patienten auf die medizinische Behandlung stets hervorragend war, hielten vor allem die sanitären Einrichtungen den strengen Bestimmungen nicht mehr stand.
Im Sommer 2012 folgte dann der Spatenstich für den Neubau und die Generalsanierung jener Gebäudeteile, die nicht abgerissen wurden. Aufgrund des sehr milden vergangenen Winters konnten alle Arbeiten plangemäß durchgeführt werden.
Nun geht es bereits an den Innenausbau. Im Mai 2015 sollen die ersten Patienten ihre Zimmer beziehen.
War es bis zum Umbau vor allem das Thema Rheuma, auf das man gesetzt hat, so wird das medizinische Angebot im neuen Haus um einiges umfangreicher sein. So wird nicht nur eine pulmologische Abteilung mit 40 Betten, sondern auch umfangreiche ambulante Rehabilitation angeboten werden. 15 Behandlungsplätze sind alleine dafür vorgesehen. Insgesamt wird es 151 Betten geben. Auch bei der Mitarbeiterzahl, die bislang bei 80 lag, wird sich einiges ändern. Um wieviel die Zahl steigt, entscheidet sich in den kommenden Wochen
Unverändert bestehen, bleibt das Angebot des NÖGKK-Servicecenters, welches dann ebenfalls von der Vöslauerstraße in das neue Haus übersiedeln wird. Die Zufahrt wird weiterhin über die Vöslauerstraße erfolgen. Auch die Zahl der Parkplätze auf Eigengrund erhöht sich wesentlich. Waren es bislang 55 Stellplätze, so finden in Zukunft 180 Fahrzeuge Platz. Dennoch rät man den Patienten, die drei Wochen lang zur Kur bleiben, nicht mit dem Privat-PKW anzureisen.
Stolz sind die Bauherren auch auf die gute Zusammenarbeit mit den Anrainern, die von Anfang an eng in das Projekt eingebunden waren. Schon vor Beginn der Arbeiten im Jahr 2012 hatte man alle Betroffenen zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Glücklich sind die Anrainer vor allem über den Erhalt des alten Baumbestandes, der später die Grundlage für den Patientenpark bilden soll.
Der sperrige Namen „Rheuma-Sonderanstalt“ wird nach der Eröffnung keine Verwendung mehr finden. Im Zuge von Recherchen hat Stadtarchivar Rudolf Maurer entdeckt, dass an genau derselbe Stelle schon im 15. Jahrhundert eine Kuranstalt mit dem Namen „Peterhofbad“ existierte. Der erste urkundliche Eintrag stammt aus 1437. Rund 300 Jahre später fand die Kuranstalt Erwähnung als „Sauerhofbad und Petersbad“ im Bäderführer. 1818 wurde an der Stelle ein K & K Militärbadhaus mit 200 Zimmern und 11 Krankensälen errichtet. Im 2. Weltkrieg und während der Besatzungszeit war dort ein Kur-Lazarett untergebracht. 1955 erfolgte der Abriss des völlig desolaten Gebäudes. Der Name Klinikum Peterhof, den das Haus ab der Eröffnung im kommenden Jahr tragen wird, ist somit auch historisch fundiert belegt.

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