Durchzugsstraße Florastraße

BAD VÖSLAU. – Ein Großteil des Verkehrs, der den Ampeln und der 30-er Zone auf der Badnerstraße ausweicht, sucht sich den Weg über die Florastraße: Da sind sich zumindest die Anrainer der relativ schmalen Straße sicher. Sie fordern jetzt, dass zumindest die Geschwindigkeit kontrolliert wird – denn bei weitem nicht alle Autofahrer halten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung.

Eigentlich gilt in der Florastraße Tempo 30 – aber nur eigentlich. „Die 30km/h-Zone ist zur Farce geworden, weil sie nicht kontrolliert wird“, meint Helmut Hoyer von der Initiative Florastraße. „Das Verkehrsproblem Bad Vöslau ist nach wie vor ungelöst. Der Verkehr durch das Ortszentrum ist dank Einführung der 30 km/h-Zone zwar beruhigt worden, hat sich aber, wie alle Kritiker vorausgesagt haben, in die Seitenstraßen verlagert. Besonders betroffen ist eben die Florastraße, die sich als ampel- und staufreie „Umfahrung“ und Abkürzung nach Gainfarn, Großau und ins Hinterland geradezu anbietet.“
„Dazu kommt, dass die neue Ampelschaltung am Schlossplatz und an der Bahnstraße jetzt noch mehr Stau sowohl in der Badner- als auch in der Hochstraße verursacht, was noch mehr Ausweichen über die Florastraße zur Folge hat“, meint auch Wolfgang Parrer. „Die einst ruhige Florastraße hat sich seither zu einer regelrechten Durchzugs- und Schnellstraße entwickelt – samt all den negativen Folgen für Anrainer, Erholungssuchende und Umwelt.“
Jeder Schritt zur Verkehrsberuhigung sei willkommen, so Hoyer und Parrer – die 30 km/h-Zone genauso wie die punktuellen Fahrbahnverengungen in der Ziegler- und Schlumbergerstraße. „Wir halten auch nichts von unrealistischen Forderungen, wie z.B. einer Durchfahrtsbeschränkung in der Florastraße. Die würde das Problem nur erneut verlagern“, so die beiden. „Was wir aber fordern, ist eine rigorose Geschwindigkeitsüberwachung auf der Ausweichstrecke Florastraße.“
In der Florastraße gibt es zur Zeit, abgesehen von ein paar aufgesprühten 30er-Markierungen nur eine breite Bodenschwelle an der Ecke Jägermayerstraße, sowie eine kaum spürbare Aufpflasterung vor dem Eingangsbereich der Seniorenresidenz – die aber Schnellfahrer nur wenig beeindrucken.
„Ob „Nasen“, Schwellen, „Kissen“ oder Radar, ob eine Methode allein oder mehrere kombiniert: Das soll der Verkehrsausschuss diskutieren und entscheiden“, so Hoyer. „Für die Anrainer der Florastraße ist nur wichtig, dass entschieden wird und etwas geschieht!“
Der zuständige Verkehrsstadtrat, Vizebgm. Gerhard Sevcik, versteht die Forderungen der Anrainer aus der Florastraße. „Mir ist durchaus bewusst, dass sich die Florastraße für manche Verkehrsteilnehmer als Ausweichmöglichkeit zum Zentrum anbietet. Deshalb wurde die Straße ja schon 2003 zu einer 30km/h-Zone erklärt“, so Sevcik. „Und 2013 haben wir die 30er-Zone ausgeweitet, um der Attraktivität dieser Zentrumsumfahrung noch weiter entgegenzuwirken. Die Situation auf der Florastraße war geradezu der Auslöser für die 30er-Beschränkung in der ganzen Kurzone.“
Weitere bauliche Maßnahmen seien derzeit nicht geplant. Laut einem Gutachten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit aus dem Jahr 2013 seien die momentanen Maßnahmen ausreichend, um das gewünschte Geschwindigkeitsniveau von 30 km/h zu erreichen. Auch das Kuratorium schlägt deshalb vor, die Geschwindigkeit verstärkt zu kontrollieren.
„Dieser Wunsch wurde schon mehrfach an die Polizei herangetragen, sowohl seitens der Stadtgemeinde als auch von mir persönlich“, so Sevcik. „Und die kommt diesem Wunsch im Rahmen ihrer personellen Möglichkeit auch nach.“
Der Vizebürgermeister stellt aber klar, in Zukunft noch mehr an die Exekutive appellieren zu wollen. „Ich versichere, dass die Stadtgemeinde wieder mit dem Wunsch verstärkter Kontrollen an die Polizei herantreten wird“, so Sevcik. „Und wir werden auch gemeindeeigene Geschwindigkeitskontrollen durchführen, sobald es der Gesetzgeber wieder erlaubt.“

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