Schlumberger: Raue Töne schon im Vorfeld des Infoabends

BAD VÖSLAU. – Am gestrigen Mittwoch fand im College Garden Hotel ein Informations- und Diskussionsabend zum Thema der Ausbaupläne der Firma Schlumberger am „Goldeck“ statt. Organisiert und moderiert wurde die Veranstaltung von den Grünen – und sie sorgte schon für einen heftigen Schlagabtausch zwischen Grünen und Liste Flammer, bevor sie überhaupt stattgefunden hat.

„Stoppt Fabriksbau am Schlumberger-Areal“: So lautete der Titel der gestrigen Infoveranstaltung. Schon allein diese Formulierung stößt dem Bürgermeister sauer auf. „Es geht den Grünen ganz offensichtlich um medienwirksamen Streit und blinde Ablehnung, wie schon der Titel der Diskussions-Veranstaltung verspricht, und nicht um ein gutes Zusammenleben alteingesessener Betriebe und Bürger in unserer Stadt“, meint Christoph Prinz. „Ich lehne diese Vorgehensweise ab und befürworte im Gegensatz dazu das offene Gespräch mit allen Seiten, bei dem man auch andere Meinungen und Ideen anerkennt und konstruktiv bespricht, und bei dem sich manchmal auch neue Blickwinkel mit Vorteilen für alle öffnen können.“ Außerdem, so Prinz, sei das Ausbauprojekt der Firma Schlumberger ja erst in Planung und noch keine beschlossene Sache.
Erwartungsgemäß ganz anders beurteilt Eva Mückstein von den Grünen die Situation: „Es ist ziemlich befremdlich, dass sich Bürgermeister Prinz derart polemisch zum Engagement der Grünen gegen das Bauvorhaben am Schlumberger-Areal äußert. Fragen und Sorgen der Bürger werden seiner Ansicht nach von den Grünen „immer häufiger parteipolitisch instrumentalisiert“ und „medienwirksam eingesetzt“, so meint er.“ Die drei bisher stattgefundenen Gespräche, an denen der Stadtrat, Herbert Jagersberger von der Firma Underberg/Schlumberger, einige ausgewählte Anrainer und die Grünen teilgenommen haben, hätten an der Ausgangssituation leider nichts geändert, so Mückstein: „Bürgermeister Prinz ist weder auf die berechtigten Sorgen und Anliegen der Bürger eingegangen, noch hat er Einlenken signalisiert oder Unterstützung angeboten.“
Für Unmut beim Bürgermeis-ter sorgt auch der Termin der Veranstaltung. „Leider ist die Schlumberger-Diskussion der Grünen am 20. November an einem Termin angesetzt, an dem gleichzeitig die Klubsitzung der Liste Flammer zur Vorbereitung für die nächste Gemeinderatssitzung stattfindet“, so Prinz. „Das ist allen Parteien seit Monaten bekannt. Wir wurden über diese Veranstaltung erst vor kurzem informiert und können wegen anderer Termine unsere Klubsitzung nicht mehr verschieben. Bedauerlich, dass niemand der Liste Flammer an der Diskussion teilnehmen kann.“ Der Termin, so Mückstein, sei ausschließlich auf Wunsch des Schlumberger-Vorstandes Herbert Jagersberger zustandegekommen. „Und er steht bereits seit längerem fest“, betont Mückstein. „Prinz kann sich der Diskussion nicht ewig entziehen. Spätestens, wenn er die von Schlumberger gewünschte Umwidmung auf die Tagesordnung setzt, wird er Farbe bekennen müssen.“

Schlumberger: Raue Töne schon im Vorfeld des Infoabends
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