„Der Pfarrer und der junge Kerl – da hat jeder ein fertiges Bild im Kopf!“

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TRAISKIRCHEN. – Mitte Oktober 2012 wurden Missbrauchsvorwürfe gegen ihn erhoben, er wurde als Pfarrer dienstfrei gestellt. Mittlerweile haben sich etliche der anfänglichen Beschuldigungen als haltlos herausgestellt. Geblieben ist vor allem eine Anklage wegen Körperverletzung, Vergewaltigung und sexueller Nötigung, weil er einem jungen Mann ein Schlafmittel verabreicht haben soll – und ein mehr als angekratztes Verhältnis zwischen Pater Fabian Vordermayer und dem Stift Melk. Mit der BZ sprach Vordermayer über seine einstige Freundschaft zu einem jungen Mann, die ihm später zum Verhängnis wurde, und seine mehr als ungewisse Zukunft. 

Die Ereignisse in Melk und Traiskirchen überschlagen sich. Was genau ist im Oktober 2012 geschehen?
Für mich begann am 24. Oktober ein regelrechter Alptraum. Am Morgen kam die Polizei und hatte einen Hausdurchsuchungsbefehl für Traiskirchen. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen konnte, war, dass Abt Georg Wilfinger und Pater Jeremia Eisenbauer von der ganzen Aktion wussten, weshalb der Abt die Polizei und mich auch bereits in Melk erwarteten. In Melk hat mir Abt Georg vor der Landespolizei auch die ungeheure Anweisung – unter Berufung auf mein Gehorsamsgelübde – gegeben, dass ich mir zu meiner Verteidigung keinen Anwalt nehmen darf. Zudem hat er mir befohlen, dass ich alles gestehen muss, was mir vorgeworfen wird. Das war aber nicht alles: Abt Georg und Pater Jeremia haben offen ihre Schadenfreude und ihre Genugtuung darüber zum Ausdruck gebracht, dass ich nun nicht mehr der Pfarrer von Traiskirchen sein könne und ab sofort vom Leben im Stift Melk entfernt werde. Sie haben von mir verlangt, dass ich in ein deutsches Kloster fahre. Dann haben sie zugleich in der Öffentlichkeit behauptet, sie wüssten nicht, wohin ich untergetaucht sei. Das alles wäre mir von der Polizei als Flucht ausgelegt worden. Daher bin ich nur drei Tage in Münsterschwarzach bei Würzburg geblieben und wieder nach Traiskirchen zurückgekehrt. Ein anderer Weg blieb mir schon deshalb nicht, weil mir Abt Georg und Pater Jeremia in meinem Heimatstift Melk ein Hausverbot ausgesprochen haben. Am Tag nach der Hausdurchsuchung, also am 25. Oktober, wurde von Beiden eine Pressseaussendung an die Medien ausgeschickt, in der von schweren Missbrauchsvorwürfen der Eltern eines Jugendlichen in Traiskirchen die Rede ist – was eine dreiste Lüge ist und sich mittlerweile auch als völlig haltlos herausgestellt hat. Abt Georg und Pater Jeremia haben diese von ihnen ins Leben gerufene Falschmeldung aber nie widerrufen.

Das heißt es ging nie um einen oder mehrere Jugendlichen? 
Nein. Es geht um einen jungen Mann, der im Juni 1990 geboren wurde. Eine Freundschaft zwischen uns entstand im Jahr 2009. Es hat mich auch, nicht dieser jetzt 23-jährige Mann angezeigt, sondern sein Vater.

Wie ist diese Freundschaft zustandegekommen?
Ich war mit der gesamten Familie des jungen Mannes befreundet – die übrigens nicht in Traiskirchen lebt, wie in der Presseaussendung von Abt Georg und Pater Jeremia wider besseren Wissens behauptet wurde, sondern in Pöchlarn. Die Eltern fühlen sich dem Stift Melk sehr verbunden, sie sind u.a. auch Mitglieder der Melker Laienorganisation „Communio Benedictina Melliciensis“, in der auch Abt Georg und Pater Jeremia vertreten sind. Im Lauf der Zeit ist das Verhältnis zur Familie immer komplexer geworden. Besonders die Mutter des jungen Mannes hat sich mir sehr zugetan gefühlt, was der Vater mit wachsender Eifersucht beobachtet hat. Eine Situation, die sich noch verschlechtert hat, als der Sohn intensiveren Kontakt zu mir gesucht hat. Das war 2009, damals war er 19 Jahre alt.

Wie intensiv war der Kontakt zwischen Ihnen und dem jungen Mann?
Wir sind uns sehr nahe gestanden. In den drei Jahren, die diese Freundschaft bestanden hat, haben wir z.B. etliche Urlaube zu zweit verbracht. Er lebte während dieser drei Jahre je zwei Mal einige Monate lang in Costa Rica, wo ich ihn jedesmal besucht habe. Wir waren außerdem mehrmals in Bayern unterwegs, in München, in Berlin, waren in Rom und in der Toskana. Dazu kamen viele weitere Unternehmungen, auch Kino- und Theaterbesuche und vieles mehr. Im Wintersemester 2011/12 hat er nach seinem Studienbeginn in Wien außerdem in der Gästewohnung des Pfarrhofs gewohnt. Auch, nachdem er zum Sommersemester 2012 ausgezogen und in ein Zimmer nach Wien übersiedelt ist, ist der Kontakt zu mir nicht abgebrochen.

Wie ist es dann zur Entfremdung zwischen Ihnen beiden gekommen?
Er hat nach langen Zweifeln eine neue Beziehung begonnen. Wenige Tage darauf, am 7. Juni 2012 hat er mich über Skype angerufen und mir gesagt, dass er nun ganz neu beginnen möchte. Bei diesem Gespräch hat er auch unseren Urlaub nach Frankreich, den wir schon geplant hatten, abgesagt. Danach gab es nur noch wenig Kontakt, per SMS sowie ein paar wenige Telefonate und E-Mails.

Kontaktaufnahmen, die Ihnen später als Stalking vorgeworfen wurden…
Richtig. Ich kann aber zum Glück belegen, dass der Kontakt von beiden Seiten aufrechterhalten wurde. Außerdem hat er selbst bei der Staatsanwaltschaft eingeräumt, dass dieser spätere Kontakt nicht unangenehm für ihn war. Dennoch wurde ich auch wegen Stalking angeklagt.

Hat der junge Mann selbst auch eine intensive Freundschaft zu Ihnen jemals offen eingeräumt?
Jein. Er hat eingeräumt, dass es eine sehr nahe und innige Freundschaft zwischen uns gegeben hatte, aber gleichzeitig betont, dass er sich dabei nie wohlgefühlt hat und ich ihn bedrängt hätte. Was vollkommen aus der Luft gegriffen ist. Wer fährt mit jemandem, der ihn gleich zu Beginn sexuell nötigt, so oft auf Urlaub, schreibt ihm Nachrichten, ruft ihn an oder fragt, ob er bei ihm wohnen kann? Es gibt ausreichend Fotos, Skype-, SMS- und Mailkonversationen, die eindeutig belegen, dass unsere Freundschaft auch von ihm gewollt war. Bei einem Gespräch mit Pater Jeremia, seinem jüngeren Bruder und seinen Eltern war er dann allerdings nicht bereit, zu dieser Freundschaft zu stehen. In diesen Gesprächen mit Pater Jeremia, der in mich verliebten Mutter und seines eifersüchtigen Vaters entstand dann der Vorwurf, ich hätte ihm K.O.-Tropfen verabreicht, um ihn wehrlos und gefügig zu machen. Zudem hat man versucht, diesen haltlosen Vorwurf mit weiteren Delikten zu untermauern, indem man mir einen Kreditkartenbetrug unterstellte und zugleich auch behauptete, ich hätte einem Freund von ihm und seinen Bruder auch K.O.-Tropfen gegeben. Die Staatsanwältin hat diese Vorwürfe allerdings nicht glaubwürdig gefunden und sowohl die K.O.-Tropfen Vorwürfe gegen die beiden anderen jungen Männer als auch den Kreditkartenbetrug nicht angeklagt.

Die Anzeige lautet unter anderem auf Körperverletzung und sexuelle Nötigung. Angeblich, weil sie den jungen Mann auch durch K.O-Tropfen gefügig gemacht haben sollen.
Nein, habe ich nicht getan. Es hat im Oktober 2012 eine Hausdurchsuchung bei mir gegeben, bei der keinerlei K.O-Tropfen gefunden worden sind. Von der Staatsanwaltschaft wurde aber behauptet, es wäre eine „verdächtige Substanz“ beim Pfarrer gefunden worden. Bei dieser Substanz handelt es sich um ein Medikament, welches ich vom Arzt verschrieben bekommen habe und offiziell auf Rezept in der Apotheke gekauft habe. In diesem Medikament ist der Wirkstoff Flunitrazepam enthalten. Dieser synthetische Stoff ist in vielen anderen gängigen Schlafmitteln enthalten. Mit diesem Medikament kann man aber laut Herstellerfirma keinen Mann missbrauchen, da man nach der Einnahme in kurzer Zeit einschläft und es muskelrelaxierend wirkt.

Und dieser Stoff Flunitrazepam wurde aber dann in den Haaren des jungen Mannes gefunden, dessen Vater Sie angezeigt hat?
Natürlich hatte der junge Mann – nicht nur, als er bei mir wohnte – jederzeit Zugang zu meinen Medikamenten. Aus der Haaranalyse geht allerdings eindeutig hervor, dass der Wirkstoff singulär im Zeitraum des Juni 2012 eingenommen wurde – also zu einem Zeitpunkt, zu dem es keinen persönlichen Kontakt mehr zwischen uns gab. Ganz abgesehen davon, dass der Wirkstoff in vielen Schlafmittel enthalten und daher in vielen Haushalten zu finden ist, muss man auch bedenken, dass der Vater des jungen Mannes Arzt ist und selbst leicht Zugang zu derlei Medikamenten hat. Und: In den Haaren meines ehemaligen Freundes wurde keine erhöhte Dosis gefunden. Nachgewiesen wurde eine einmalige Einnahme von 10 bis 20 Tropfen, das entspricht der ganz normalen Dosierung zum besseren Einschlafen. Damit kann man niemanden missbrauchen.

Und obwohl Sie insgesamt drei Gutachten entlasten, wurde dennoch Anklage erhoben?
Weder mein Anwalt, Michael Dohr, noch ich können das verstehen.

Warum, glauben Sie, wurde trotzdem Anklage erhoben?
Überlegen Sie, wie das in der Öffentlichkeit wirkt: Der Pfarrer mit dem jungen Kerl. Dazu hat fast jeder schon ein fixes vorverurteilendes Bild im Kopf. Die katholische Kirche hat in der Vergangenheit jahrzehntelang so viele Missbrauchsfälle verschwiegen und damit gedeckt, da sind grauenhafte Dinge passiert, und der Umgang der Verantwortlichen damit war eine Katastrophe. Das bringt aber nun mit sich, dass jetzt offensichtlich jedem, der Vorwürfe gegen einen Pfarrer erhebt, vorbehaltlos geglaubt wird. Zudem hat Abt Georg bereits einmal zuvor versucht, mir einen Missbrauchsverdacht zu unterstellen, weil ich mit den Oberministranten (Mädchen und Jungen) meiner vorigen Pfarre in einem CinemaplexxKino bei einem Kinofilm war. Der Film wurde von den Eltern der Kinder ausgesucht und sie waren erfreut, dass ich mich mit einem Kinobesuch für die gute Mitarbeit der Ministranten bedankte. Abt Georg sah damals, im März 2010, bereits eine Chance, mich zu kriminalisieren. Das ist ihm nicht gelungen. Darüber gibt es Aktenmaterial bei der Polizei, das ich auf jeden Fall der Öffentlichkeit zugänglich machen werde.

Wie reagieren die Traiskirchner, Ihre Pfarrangehörigen?
Ich war sehr berührt über das Ergebnis der Unterschriftenaktion. Dass über 1600 Bürgerinnen und Bürger über die Vorgehensweise gegen mich protestieren und mir dadurch ihre Solidarität zusichern ist großartig. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich weiß von einigen Traiskirchner, die sich zudem auch an den Erzbischof von Wien wenden wollen, damit Abt Georg nicht mehr in seinem Namen das Sakrament der Firmung in Traiskirchen spenden darf, weil er für sie nicht glaubwürdig ist. Bemerkenswert ist zudem, dass bis vor einigen Jahren der heute mich beschuldigende 54-jährige Arzt Abt Georg bei Firmreisen als Chauffeur und Zeremoniär begleitet hat. Was niemand verstehen kann ist, dass der Vater auf Bitten von Abt Georg und Pater Jeremia auch vor der Vollversammlung der Mönche von Stift Melk die Vorwürfe gegen mich ausführlich erläutern konnte. Ich hingegen durfte bis heute keine Stellungnahme abgeben und mich nicht vor meinen Mitbrüdern verteidigen, obwohl ich selbst Mitglied der Ordensfamilie bin. Viele finden dieses Rechtsverständnis von Abt Georg und Pater Jeremia sehr fragwürdig.

Der Ton zwischen Ihnen und dem Stift ist so scharf, wie er nur sein kann. Stehen Sie mittlerweile an dem Punkt, dass Sie sagen: „Mir wäre sogar ein Ausschluss egal“?
Nein, das ist mir sogar alles andere als egal. Erstens bin ich aus Überzeugung Benediktiner geworden, und zweitens habe ich mich wenige Wochen vor der Hausdurchsuchung durch die Feier der ewigen Profess für immer an das Stift Melk und seine Gemeinschaft gebunden. Abt Georg wollte das unbedingt verhindern. Sein Vorgänger Abt Dr. Burkhard Ellegast hat noch im März 2013 bei einem Besuch in Traiskirchen davon gesprochen, dass Abt Georgs Handlungen stark von persönlichem Hass auf mich getrieben seien. Ich frage mich schon, wie eine solche Einstellung mit seinem hohen kirchlichen Amt in Einklang zu bringen ist. Da finde ich es gut, dass auch viele kirchliche Ämter seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil nicht mehr auf Lebenszeit, sondern nur auf eine bestimmte Zeit vergeben werden. In diesem Jahr endet die Amtszeit von Abt Georg, und er muss sich einer Wahl durch die Klostergemeinschaft stellen.

Sie würden eine Ablösung begrüßen?
Dazu will ich nur sagen: Abt Georg versucht laufend, mich unter Hinweis auf das Ordensgelübde des Gehorsams zu erpressen. Gehorsam darf man nur verlangen, wenn es dem Mitbruder nicht schadet – die Aufforderung, mich nach Münsterschwarzach zu begeben, ist so ein Beispiel. Wäre ich dort geblieben, hätte die Polizei das als Flucht interpretiert und einen Haftbefehl gegen mich ausstellen beziehungsweise mich in Untersuchungshaft nehmen können.
Abt Georg hat auch ohne mein Einverständnis meine private Homepage vom Netz nehmen lassen. Das ist strafbar. Alle Aufforderungen, dies wieder rückgängig zu machen, blieben bislang erfolglos. Außerdem ist dieser Mann unehrlich! Abgesehen von falschen Tatsachen in den Presseaussendungen zeigt sich diese Unehrlichkeit auch darin, dass er und sein Pressesprecher Pater Jeremia immer in der Öffentlichkeit behaupten: ‚Natürlich werden die Anwaltskosten von Pater Fabian von uns übernommen.‘ Um diese Anwaltskosten musste ich entgegen diesen Versprechungen lange kämpfen und ein Teil ist noch immer nicht bezahlt.

Abt Georg hat Ihnen auch schon mit dem Ausschluss aus dem Orden gedroht.
Diese Drohung kommt immer wieder. Und ich bin sicher, wenn er es allein entscheiden könnte, hätte er mich schon ausgeschlossen. Abt Georg und Pater Jeremia machen aus ihren Motiven ja auch kein Hehl: sie halten mich beide für unsympathisch, haben mich noch nie gemocht und mich immer als Störenfried betrachtet. Das haben sie sowohl in Traiskirchen bei der Pfarrgemeinderatssitzung als auch in der Pfarrversammlung kundgetan. Einen Ausschluss aus dem Orden kann nur von der Religiosenkongregation in Rom beschlossen werden, und dort habe ich Abt Georg bereits wegen seines unchristlichen Vorgehens gegen mich angezeigt.

Wieso würde der Abt Sie sofort ausschließen?
Abt Georg droht mir wegen eines so genannten „hartnäckigen Ungehorsams“. Bereits am 25. März 2010 habe ich an den Seniorenrat, das Beratungsgremium des Abtes, einen Brief geschrieben und darin zum Ausdruck gebracht, dass alle Gespräche mit Abt Georg Monologe sind und ich diese Gesprächskultur als Bedrohung empfinde. Pater Jeremia, der ja wahrlich nicht zu meinen Freunden zählt, hat selbst im Zusammenhang mit einem anderen Vorfall an Abt Georg am 16. April 2010 u.a. folgendes geschrieben:
„… dass Fabian jetzt, nach all dem, was vorgefallen ist, mit dir (gemeint ist Abt Georg) nur mehr in Anwesenheit einer Vertrauensperson reden will, weil er befürchtet, dass ein Gespräch unter 4 Augen mit dir für ihn zu bedrohlich wäre, steht ihm zu und dass er derzeit kein Vertrauen zu dir hat, darf ihm nicht zusätzlich zum Vorwurf gemacht werden. Damit auch Fabian aus seiner hochgefahrenen Emotionalisierung herunterkommen kann, müsste er zunächst einmal mit seiner Wahrnehmung, wie übel er von einigen Mitbrüdern attackiert wurde, ernst genommen werden. Diese Intrige, dessen Ausmaß wir vielleicht ja nur zum Teil kennen, war eine kriminelle Handlung und es beunruhigt mich, dass möglicherweise noch andere Mitbrüder an diesem konspirativen Netzwerk beteiligt sind, oder zumindest Mitwisser sind. Und diese Leute sind die Täter und nicht Fabian. Das müsste in aller Deutlichkeit klargestellt werden und diesen Tätern im Konventbereich muss klar gesagt werden, dass ihr kriminelles Vorgehen bzw. ihr Mitwissen das jetzige Schlamassel bewirkt hat und nicht Fabian. Und es muss ihnen klar gesagt werden, dass diese kriminelle Intrige durch nichts zu rechtfertigen ist, auch nicht durch Verhaltensweisen von Fabian, die möglicherweise zur Polarisierung und Emotionalisierung in den vergangenen Jahren beigetragen haben. Ich habe das Gefühl, dass Fabian sich von dir wie ein Täter behandelt fühlt und dass es im Seniorenrat kaum Stimmen gibt, die sich gegen diese ungerechte Vorgangsweise einbringen. Und solange sich Fabian so behandelt fühlt, wird er aus seiner Emotionalisierung nicht herunterkommen können“. Das ist ein direktes Zitat aus einem Email von Pater Jeremia Eisenbauer an Abt Georg Wilfinger vom 16. 4. 2010. Schon im Jahr 2009/2010 gab es – wie es Pater Jeremia offen schreibt – Mitbrüder, die mich aus Neid und Missgunst heraus in eine klerikale Intrige verwickeln wollten. Das ist auch der Grund, warum ich wenige Tage später im Jahr 2010 als Nachfolger von Pater Gregor Zöchbauer zum Pfarrer von Traiskirchen ernannt wurde.

Was geschieht Ihrer Meinung nach, wenn es zu einem Freispruch kommt?
Ich habe die schlimmsten Monate meines Lebens hinter mir, auch wenn mir der Zuspruch vieler Freunde aus Traiskirchen nach wie vor Kraft gibt. Und natürlich bleibt ein soziales Drama übrig: die Freundschaft zu der Familie, die mir einmal sehr wichtig war, ist zerbrochen. Der Vater des jungen Mannes hat mich in unverantwortlicher Weise kriminalisiert und wie es mit der Klostergemeinschaft in Melk weitergehen wird, weiß ich nicht. Ich weiß nur eines: Ich werde nicht auf diesen Trümmern stehenbleiben.

N. Kranzl

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