VP-Spitzenkandidatin Jeitler-Cincelli im Interview

Carmen Jeitler-Cincelli ist VP-Spitzenkandidatin.

Carmen Jeitler-Cincelli ist seit 2012 Obfrau des Badener Wirtschaftsbundes und seit 2006 Bezirksvorsitzende von Frau in der Wirtschaft. Die Spitzenkandidatin der ÖVP für den Wahlkreis Baden-Bruck hat drei Kinder im Alter von 4 bis 11 Jahren, ist verheiratet und Unternehmerin.

Die Politik hat zur Zeit nicht den besten Ruf, was hat Sie trotzdem bewogen, sich politisch zu engagieren?
Unsere Politik funktioniert seit 60 Jahren gleich, obwohl heute vieles anders ist. Ich möchte später nicht von unseren Kindern gefragt werden, warum unsere Generation die notwendigen Dinge nicht in Angriff genommen hat. Ich kandidiere, um Politik zu verändern. Mir geht es um die Fleißigen in unserer Gesellschaft, um Familien-, Steuer- und Bildungspolitik – und die faire Sicherung der Pensionen. Ich halte es mit Ingeborg Bachmann: Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. Die Politik muss lernen, die Wahrheit zu sagen, statt Marketing zu betreiben. Es gibt gute neue Leute in der ÖVP, etwa Sebastian Kurz, den ich seit bald 10 Jahren kenne. Ich denke, dass ich einiges beitragen kann, um Politik besser zu machen. Wichtig dafür ist vor allem, dass ich viele Vorzugsstimmen erhalte.

Ihr Einstieg als Obfrau des Badener Wirtschaftsbundes war nicht ganz friktionsfrei. Haben sich die Wogen mittlerweile geglättet?
Natürlich. Meine Nominierung als Spitzenkandidatin mit nur einem Wahlgang und einer 2/3-Mehrheit zeigt das, denke ich klar. Zum Wirtschaftsbund: Gerhard Steurer, damals Gegenkandidat, ist heute ein wertvolles Mitglied unseres Teams und ein Mensch, mit dem ich eine wirklich gute Basis habe.

Muss bei Ihrem Engagement als Unternehmerin, Mutter und Politikerin nicht zwangsläufig Einiges zu kurz kommen?
Definitiv zu kurz kommt unser Garten. Mehr als Rasenmähen geht sich momentan nicht aus. Aber wir haben heuer zumindest zum ersten Mal eigene Trauben! Unser Geheimrezept ist, dass wir als Familie vieles gemeinsam machen. Mein Mann und ich teilen die meisten Interessen, die Kinder sind oft dabei. Mit Organisationstalent und Hilfe der Schwiegereltern geht sich am Ende fast alles aus.

Was sind die drei wichtigsten Attribute, die ein Politiker mitbringen sollte?
Mut, Verantwortung für die nächste Generation tragen und Liebe zu den Menschen. Ich denke, das deckt alles Wichtige ab.

Wo sehen Sie Ihre Stärken und Schwächen?
Ich bin einer der ungeduldigsten Menschen, die es gibt. Wenn ich Hunger habe, bin ich wirklich unerträglich. Und ich bin absolut perfektionistisch. Stärken sehe ich in meiner Offenheit, in meinem Tatendrang und ebenso in meinem Perfektionismus. Manche stört es, dass ich Dinge anspreche, die als unverrückbar gelten – für zukunftsorientierte Politik ist das aber unumgänglich. Ich denke, dass ich deswegen auch eine Kandidatin für alljene bin, die mit der ÖVP derzeit nicht so zufrieden sind.

Was sind für Sie die wichtigsten drei Themen, für die es sich einzusetzen lohnt?
Das Herz sagt: Die Region Baden voranbringen. Politisch gesagt: Regionale Entwicklung, Mut zu Familie und, dass wir fleißige Menschen als Stützen unserer Gesellschaft belohnen. Eines muss ich leider noch drauflegen: Bildung.

Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?
In einer politisch gestaltenden Funktion, in der ich schon auf Erfolge zurückblicken kann. Aber trotzdem noch viel vorhabe. Und privat seh ich mich in einem schön gepflegten Garten.

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