Immer mehr Vöslauer scheuen die mühevolle Anreise nach Baden

Wer zu den Stoßzeiten in das Badener Zentrum fahren möchte, der braucht viel Geduld. © Ciuchcinski

Nur 5,2 Kilometer trennen die Zentren von Bad Vöslau und Baden und dennoch beträgt die Fahrzeit oft bis zu einer halben Stunde. Drei Kreisverkehre, 17 Ampeln und 30 Zebrastreifen tragen das ihrige dazu bei. Für viele Vöslauer Grund genug, Baden zu meiden und nach Wr. Neustadt auszuweichen. 

„In 15 Minuten bin ich im „Fischa-park“ in Wr. Neustadt, wo ich vor der Türe gratis parken kann. Bis Baden brauche ich manchmal eine halbe Stunde, um dann ohnehin keinen Parkplatz zu finden“, bringt der Bad Vöslauer Wolfgang Skarich seinen Ärger auf den Punkt. „Mit dieser Meinung stehe ich keinesfalls alleine da. Egal, wo man in Vöslau hinhört, ob beim Bäcker um die Ecke, im Warteraum beim Arzt oder im Supermarkt, der Tenor ist stets der gleiche: ich fahr nicht mehr nach Baden, denn da kann man gleich nach Wien fahren“, meint Skarich, der mehrere Gründe als Ursachen sieht. „Nicht nur im Sommer sind die Zufahrtsstraßen mit Baustellen zugepflastert. Die Kreisverkehre sind besondere Bremser des Verkehrsflusses. Danach kommen immer Zebrastreifen, wo die Fußgänger ohne zu schauen drüber laufen, ohne sich Gedanken zu machen, dass sie eigentlich die Schwächeren sind. Immer mehr Grüninseln machen die Straßen immer enger. Auf den Hauptstraßen sieht man kaum Fußgänger oder Radfahrer und trotzdem sind Geh- und Radwege so breit, dass man mit einem Autobus darauf fahren könnte. Auch die unzähligen Einbahnen kosten Zeit und Nerven“, begründet der Vöslauer, warum er Baden in Zukunft meiden wird. „Die Badener Geschäftsleute wundern sich, dass die Kunden ausbleiben aber wer soll sich das noch antun, Autofahrer sind offenbar nicht erwünscht. Letztlich werden nur mehr Kaffehäuser übrig bleiben, denn die Menschen, die in den umliegenden Gemeinden wohnen, machen ihre Einkäufe zum großen Teil schon in der SCS oder in Wr. Neustadt.“
Der Kommandant der Stadtpolizei, Oberst Walter Santin sieht indes wenig Spielraum für Verbesserungen. „Unser Verkehrskonzept, das alle 10 Jahre überprüft wird, ist auf dem letzten Stand. Dass speziell auf den Einfahrtsstraßen zu Stoßzeiten viel Verkehr herrscht, ist auch in Wr. Neustadt nicht anders“, meint Santin, der klare Vorteile von Kreisverkehren gegenüber Ampeln sieht. „Die Ampeln braucht man eigentlich nur an drei Stunden am Tag, ein Kreisverkehr funktioniert rund um die Uhr. Schutzwege lassen sich ebenfalls nicht vermeiden. Fußgänger müssen die Möglichkeit für einen sicheren Straßenwechsel haben. Seit Einführung der Kurzparkzonen ist der Parkplatzsuchverkehr wesentlich zurückgegangen. Die Pestsäule müsste um hundert Meter höher sein, dann würden die Leute auch von den Parkhäusern aus sehen, dass sie ohnehin schon mitten in der Stadt sind. Von der Römertherme zum Badener Hauptplatz ist es wesentlich näher, als vom Parkplatz der SCS zum dortigen Hauptplatz“, so Santin, der auch einer Öffnung der unteren Wassergasse für den Verkehr eher skeptisch gegenüber steht. „Da müssten sich erst die Unternehmer einig werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Konditorei Lehner begeistert wäre, wenn sie ihren Schanigarten verliert“, meint der Polizeioberst, der auch darauf hinweist, dass die Zahl der möglichen Parkplätze sehr gering wäre. Besser sieht es da schon rund um den Bahnhof aus.
„Bis zu 400 neue Parkplätze entstehen in den kommenden Monaten durch den Ausbau des Parkdecks“, freut sich Bgm. Kurt Staska, der aber generell im Gratisparken in der Innenstadt keinen Vorteil für die Kunden sieht. „Das wäre kontraproduktiv, denn jeder Unternehmer und auch die Mitarbeiter stehen am liebsten direkt vor ihrem Geschäft. Für Kunden gäbe es gar keine freien Stellflächen mehr“, ist der Bürgermeister überzeugt, so keinen Anreiz für einen Einkauf in Baden schaffen zu können. RaDi

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