„Der Jazz nimmt ja der anderen Musik nichts weg…“

Helmut Schwarzer ist Obmann von pro jazz austria - und vor allem selbst Musiker mit Leib und Seele.

Seit 2010 gibt es in Baden regelmäßige Jazzveranstaltungen. Dass das tatsächlich so gekommen ist, ist vor allem der Initiative von Helmut Schwarzer, Obmann von pro jazz austria, zu verdanken. Doch damit nicht genug: Von 20. bis 22. September finden heuer erstmals die Jazztage Baden statt – eine dreitägige Veranstaltung, bei der international renommierte Musiker in Baden auftreten werden.

Rhythmisch, von etlichesn Reisen afrikanisch inspiriert, bluesig – so bezeichnet Helmut Schwarzer, Obmann des Vereins pro jazz austria, seine eigene musikalische Heimat. „Zumindest ist das die rote Linie in meiner eigenen Arbeit“, meint er lachend. „Aber ich habe bei meinen Auftritten bemerkt, dass die Leute auch für Eigenkompositionen und freien Jazz zu begeistern sind. Der Großteil meiner Arbeit ist aber trotzdem dem traditionellen, swingenden, afrikanisch inspirierten Jazz zuzuordnen.“ Ende Oktober wird Schwarzer im Herzoghof auch seine erste CD mit eigenen Aufnahmen präsentieren.
Mittlerweile gibt es ein jazzinteressiertes Publikum in Baden. „Das Verständnis für diese Art der Musik ist da“, meint Schwarzer. „Zumindest jetzt.“ Das war nicht immer so. Als Schwarzer 1996 nach Baden übersiedelte, war es kein Leichtes, das Badener Publikum für Jazzveranstaltungen zu begeistern. Dabei war ihm das Metier alles andere als fremd: In seiner vorigen Heimatstadt Gänserndorf hatte Schwarzer äußerst erfolgreich dreitägige Jazzfeste organisiert, teilweise sogar mit Musikern aus New Orleans. In Baden fiel der Start schwerer: Ein erstes Konzert im Theater am Steg 2003 war zwar kein totaler Flop, aber auch alles andere als ein überbordender Erfolg. Also trat Schwarzer anderswo auf, schickte seinen Newsletter aber weiterhin an die Kulturabteilung der Stadtgemeinde. „Irgendwann hat dann Gerd Ramacher, der Leiter der Kulturabteilung, mit mir Kontakt aufgenommen“, erinnert sich Schwarzer. „Seitdem haben wir dem Jazz auch in Baden sukzessive immer mehr Platz eingeräumt.“ 2009 gründete Schwarzer den Verein „pro jazz“, 2010 folgten die ersten regelmäßigen Veranstaltungen. Für den „Jazz-Cocktail“, bei dem 10 Bands an einem Abend auftreten und beide Säle sowie das Foyer des Theater am Steg bespielt werden, wurden 170 statt der aufgelegten 100 Karten verkauft, die regelmäßigen Jazz-Cafés etablierten sich immer besser, und auch kleinere Jazzabende in Baden und den umliegenden Gemeinden fanden immer breiteres Publikum.
Zeit genug also für eine noch größere Veranstaltung: Von 20. bis 22. September finden auf der Trabrennbahn die „Jazztage Baden 2013“ statt. „Zum ersten, aber hoffentlich nicht zum letzten Mal“, meint Schwarzer. „Wir wollen daraus eine jährliche Veranstaltung machen und auch zeigen, dass in Baden nicht nur klassische Musikformen zuhause sind. Jazz ist mittlerweile ein wichtiges Element in der Kultur dieser Stadt geworden. Und: Wir haben den Level bewusst angehoben und darauf geachtet, dass wir wirklich hochwertigen Jazz präsentieren. Es werden Formationen kommen, die man nicht überall zu hören und zu sehen bekommt. Viele Musiker, die bei den Jazztagen auftreten werden, haben überhaupt noch nie in Österreich gespielt.“

Freitag, 20. September
18 Uhr: Running Hybrids; Georg Henke (keys), Peter Natterer (sax), Otto Scheidl (bass), David Piribauer (drums)
20 Uhr: Turnaround; Ursula Slawicek (vocal), Martin Bayer (guitar), Albert Kollar (drums), Manfred Holzhacker (trumpet, flügelhorn), Helfried Schneider (contrabass), Gert Kolaja (saxes)
22 Uhr: Billmen feat. Klaus Osterloh

Samstag, 21. September

18 Uhr: The Royal Flush Orchestra – Viennas first and only Harlem Jazz Band
20 Uhr: Nicolas Simion Group – „Crazy World“
22 Uhr: Bastian Stein Quartet; Bastian Stein (trumpet), Pablo Held (piano), Matthias Pichler (bass), Tobias Backhaus (drums)

Sonntag, 22. September
11 Uhr: Dixieland-Brunch, Ausklang der Jazztage mit den Hot Potatoes Dixieland Stompers

Karten für alle Veranstaltungen sind beim Ticketservice im Haus der Kunst sowie bei der Volksbank Baden erhältlich, Reservierungen sind unter 0676/4299200 möglich. Nähere Informationen zu den Jazztagen Baden und den einzelnen Programmpunkten gibt es unter www.projazz.at.

N. Kranzl

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