Vision für Arnulf Rainer Museum

Die ursprünglichen Umbaupläne für das Rainer Museum umfassten auch zwei Nebengebäude, die sich am selben Grundstück befinden. Aus Kostengründen konzentrierte man sich jedoch nur auf die Adaptierung des Frauenbades. Nun möchte der Museumsdirektor auch Elisenhof und Stöckl einbeziehen.

Rund zwei Millionen Euro sollten 2008 in das Arnulf Rainer Museum investiert werden. Nicht nur das Frauenbad selbst, sondern auch die beiden Nebengebäude Elisenhof und Stöckl sollten Bestandteile des Museums werden.
Aufgrund der angespannten finanziellen Lage musste der Rotstift angesetzt werden. Die Revitalisierung der Nebengebäude wurde aus den Plänen gestrichen. Seit der Eröffnung des Arnulf Rainer Museums sind mittlerweile fast vier Jahre vergangen, Elisenhof und Stöckl, die beide im Gemeindebesitz stehen, sind nach wie vor ungenutzt.
Für den Direktor der Kunsteinrichtung, Rüdiger Andorfer, Grund genug, um über mögliche künftige Verwendung der Gebäude nachzudenken. „Wir haben ein modernes Ausstellungshaus, aber kein echtes Museum. Dazu fehlt uns das notwendige Archiv, auch Forschungsarbeit können wir keine betreiben. Ein Künstler, der wie Arnulf Rainer über sechs Jahrzehnte arbeitet, hinterlässt ein großes Werk. Irgendwann wäre es auch an der Zeit, mit der Arbeit an einem Werkverzeichnis zu beginnen“, schildert Andorfer, der allerdings schon jetzt mit seinem Team einiges an musealer Arbeit erledigt. „Es passiert viel im Hintergrund. Jede Woche haben wir bis zu 15 internationale Anfragen zu bearbeiten“, so der Kunstfachmann, dessen Vision es wäre, Elisenhof und Stöckl in das Museum mit einzubeziehen und dort Platz für Bibliothek, Archiv und noch einiges mehr zu gewinnen. „Das muss ein Projekt sein, das auch öffentlich zugänglich- und keineswegs nur auf Rainer beschränkt ist. Dort könnte man auch die Geschichte der Stadt und der Quellen erzählen, vieles weiß man einfach nicht mehr. Es wäre bestimmt auch im Interesse von Stadt und Land, wenn die Gebäude entsprechend genutzt werden. Ein Museum braucht mehr als nur schöne Ausstellungsräume“, meint Rüdiger Andorfer, der überzeugt ist, dass man dadurch das Museum auch international ganz anders positionieren könnte.
Eine Realisierung könnte er sich binnen der nächsten beiden Jahre vorstellen, wobei er den finanziellen Aspekt nicht als den entscheidenden ansieht. „Es gibt große internationale Sammler von Arnulf Rainer, die bereit wären, ein derartiges Projekt mit namhaften Beträgen zu unterstützen. Als echte Vision bezeichnet Andorfer seine Idee von einem offenen Atelier, das im Dachstuhl des Elisenhofes entstehen könnte. „Kunstprofessoren wären begeistert, dort mit ihren Klassen arbeiten zu können“, meint der Museumsdirektor, der überzeugt ist, dass die Kunsteinrichtung ein wunderbarer, lebendiger Ort für die ganze Stadt werden könnte.

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