Politischer Schulterschluss gegen die Raikaschließung

TRIBUSWINKEL. – Die Wogen in Tribuswinkel bzw. Traiskirchen gehen derzeit hoch. Hintergrund ist die geplante Schließung der Raika-Filiale in Tribuswinkel. Mittlerweile machen sich Politiker sämtlicher Fraktionen gegen die Schließung stark.

„Die beiden Direktoren der Raiffeisenbank Region Baden haben der Stadtgemeinde jetzt auch offiziell mitgeteilt, die Filiale in Tribuswinkel mit Ende Juni schließen zu wollen“, zeigt sich Bgm. Fritz Knotzer betroffen. „Für uns als Stadtgemeinde ist das absolut nicht nachvollziehbar. Immerhin ist die Raiffeisenbank Tribuswinkel das einzige Geldinstitut in einem Stadtteil, in dem immerhin knapp 4.000 Einwohner leben. Es gibt viele Beispiele in anderen, kleineren Gemeinden mit deutlich weniger Bevölkerung, wo Geldinstitute gewinnbringend arbeiten können. Unserer Überzeugung nach hängt es von der geeigneten Führung des Unternehmens ab, ob es in der heutigen Zeit wirtschaftlich bestehen kann oder nicht.“ Unmittelbar nach Bekanntwerden der Schließungspläne forderte SP-Ortsvorsteherin Ingrid Nachtelberger die beiden Direktoren Paul Mair und Christian Moucka auf, die Pläne nochmals zu überdenken – die BZ berichtete. Nur wenig später verfasste auch Claudia Heinrich-Pretterklieber von den Demokratischen Bürgern eine fast gleich lautende Protesterkklärung, die mittlerweile alle fünf im Gemeinderat vertretenen Fraktionen unterzeichnet haben. „Zum Verfassen dieser Protestnote gab es Gespräche mit sämtlichen Parteivorsitzenden“, bestätigt auch StR Andreas Babler, der scharfe Worte für die geplante Schließung findet. „Das Zusperren der Filiale kann auch als unfreundlicher Akt der Raiffeisenbank Region Baden gegenüber der Bevölkerung unseres Stadtteils Tribuswinkels empfunden werden“, so Babler. Und er kündigt auch Konsequenzen an: „Wenn man es als Bank nicht schafft, bei einer Zahl von knapp 4.000 EinwohnerInnen wirtschaftlich erfolgreich zu sein, obwohl man in Tribuswinkel konkurrenzlos ist und als einziges Geldinstitut besteht, dann ist wohl eher im Management der Fehler zu suchen. Wenn das durchgezogen wird, werden wir uns als Stadt zukünftig überlegen, die Raiffeisengruppe überhaupt noch für Geschäftsbeziehungen zu berücksichtigen.“
Neben Bgm. Fritz Knotzer (SPÖ) fordern auch StR Roland Rollett (ÖVP). StR Anton Lojowski (FPÖ), GR Claudia Heinrich-Pretterklieber (Demokratische Bürger) und GR Ernst Vitek (Grüne), die Schließungsanordnung der Tribuswinkler Raika-Filiale zurückzunehmen. „Das Verhalten Ihrer Bank ist für uns moralisch indiskutabel“, heißt es im gemeinsamen Schreiben. Babler schließt indes auch weitere Protestmaßnahmen nicht aus: „Hier wird auf Kosten der Bevölkerung rationalisiert. Das Ganze hinter dem Wort „Umstrukturierung“ zu tarnen, ist wohl nicht weiter zu kommentieren. Wenn die Entscheidung nicht zurückgenommen wird, werden wir uns entsprechende Protestformen überlegen.“

Politischer Schulterschluss gegen die Raikaschließung
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