Parkplatz anstelle eines romantischen Innenhofes?

Das kleine Haus auf der linken Seite soll einer Erweiterung des Caritas-Heimes, das auf der Rückseite liegt, dienen. Das Haus ganz rechts soll künftighin Wohnungen und Büros beherbergen. Das unscheinbare Häuschen in der Mitte ist der älteste Teil des Ensembles. Teile davon sollen noch auf die Spätgotik zurückgehen, Untersuchungen laufen. Fotos: RaDi

Im Sommer des Vorjahres wütete in der Badener Innenstadt ein Großbrand, von dem mehrere Wohnhäuser der Immobilien Baden GmbH betroffen waren. Für die über Nacht obdachlos gewordenen Parteien wurden schnell Ersatzwohnungen gefunden. Für die frei gewordenen Flächen gibt es bereits Pläne.

Vor kurzem wurden die Mieter rund um die Adresse Renngasse 11 von der Immobilien Baden GmbH zu einem Informationsgespräch geladen. „Man hat uns informiert, dass ab Mai dieses Jahres im Hoftrakt der Liegenschaft umfangreiche, etwa zwei Jahre andauernde Bauarbeiten beginnen würden“, schildert der Künstler, Hans Joachim Roedelius, der an dieser Adresse seit 13 Jahren lebt, arbeitet und ein umfangreiches Archiv betreibt.
Weiters wäre der Abriss zweier Gebäude und die Schlägerung des alten, aber gesunden Baumbestandes im Hof vorgesehen. Als Grund der geplanten Arbeiten wurde Platzbedarf des benachbarten Caritasheimes und ein damit verbundener Neubau angegeben. Interessant zu erwähnen, dass es von seiten der Caritas zur Zeit aber kein Bestreben zu einer Erweiterung gibt.
„Man ließ uns in einen Plan einsehen und erklärte auf unsere Frage, ob denn die Eliminierung aller Bäume wirklich notwendig sei, dass sich das erst bei Baubeginn endgültig entscheiden würde. Die Doppellinde müsse aber auf jeden Fall gefällt werden, möglicherweise aber auch alle anderen Bäume, weil Parkplätze geschaffen werden müssten für die Mieter neuer Büros und Wohnungen, die in der Renngasse 7 entstehen werden“, so Roedelius, der betont, keinesfalls den Plänen zur Erweiterung des Caritasheimes im Weg stehen zu wollen. „Sollten diese Pläne aber darauf hinauslaufen, den nach dem Umbau verbleibenden gesamten Raum des Hofes unter Missachtung des bestehenden Denkmalschutzes und der allgemeinen Bebauungsvorschriften für den Schutzzonenbereich zu einem öden Parkplatz verkommen zu lassen, werden wir den Landeskonservator um Hilfe bitten, die Bürger Badens aufrufen, über die Zukunft des Hofidylls zu entscheiden, und werden den Landeshauptmann um Begutachtung und eventuelle Intervention bitten“, stellt der Künstler klar.
Für den Aufsichtsratsvorsitzenden der Immo-Gesellschaft, Stadtrat Stefan Szirucsek, gibt es keinen Grund zur Beunruhigung. „Der Bedarf an Pflegebetten wird in den kommenden Jahren steigen. Für die Caritas wäre das die einzige Möglichkeit, sich räumlich zu vergrößern. Deswegen haben wir ihnen das Angebot unterbreitet“, sagt Szirucsek, der meint, dass es überhaupt zu früh wäre, um über konkrete Projekte zu sprechen. „Wir wollten die Anrainer nur zeitgerecht über die möglichen Varianten informieren, um zu verhindern, dass falsche Informationen von dritter Stelle verbreitet werden. Es ist sicher nicht angedacht, den gesamten Innenhof zu asphaltieren. Natürlich kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass der ein oder andere Baum gefällt werden muss. Gerade dieser Hofcharakter soll ebenso erhalten bleiben wie der Durchgang vom Beethovenplatz zur Renngasse, und da spielen auch Pflanzen eine wesentliche Rolle. Diese sorgen speziell im Sommer für ein entsprechendes Mikroklima“, meint der Stadtrat. Da zur Zeit noch Untersuchungen des Bundesdenkmalamtes laufen, könne man erst in einigen Monaten definitiv entscheiden, ob Gebäude oder Teile davon abgerissen werden. In dem Teil, in dem der Brand gewütet hat, möchte man gerne mit einem Mix aus Wohnungen und Büros Frequenz schaffen.

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