„Berufsheer käme uns billiger und wäre leistungsfähiger“

Diskussion in der Volksbank. Von links: Moderator Markus Riedmayer, Jugendvorsitzende Katharina Kucharowits, Leiter der Heereskraftfahrschule Oberst Günter Gutmann, StRin Heidi Steinmeyer, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit Oberstleutnant Stefan Koutnik, Nationalratsabgeordneter Christoph Matzenetter. Foto: RaDi

Vergangenen Donnerstag lud die Badener SPÖ zur Diskussion „Profiheer & Sozialjahr“. Das Interesse daran war ähnlich gering, wie schon bei der vorangegangen Veranstaltung der ÖVP. Starke Unterschiede gab es erwartungsgemäß bei den Argumenten und Standpunkten.

Rund 35 Interessierte fanden sich im Veranstaltungssaal der Volksbank ein, um die Argumente der SPÖ zu hören. Als launiger Moderator fungierte SP- Obmann Markus Riedmayer, der den Diskutanten ihre Meinungen in Form von Interviews zu entlocken versuchte. „Ich war gern beim Bundesheer und war als Soldatensprecher auch gleich politisch tätig. Es waren schöne Erfahrungen mit Pro und Contra. Bei der Abstimmung im Jänner geht es um die Zukunft unseres Landes, und wie wir uns innerhalb der EU mit der Landesverteidigung einbringen können“, so Riedmayer einleitend.
Für die neue Jugendvorsitzende der SPÖ Katharina Kucharowits, kommt das momentane System Ausbeutung gleich. „Wir sprechen uns klar für ein Berufsheer und für ein bezahltes Sozialjahr aus. Ein junger Mann ist verpflichtet, Dienst an der Gesellschaft zu tun, das ist in einem freien Land zu hinterfragen. Grundwehrdiener erhalten 301 Euro. Das ist ganz klare Ausbeutung. Für uns ist es kein wertvoller Dienst, wenn wir wissen, dass 60% Systemerhalter sind und putzen müssen. Wir sind auch überzeugt, dass sich genügend Menschen für ein freiwilliges Sozialjahr interessieren. Damit würde man auch Frauen ansprechen. Auch der finanzielle Anreiz wäre mit 1.380 Euro pro Monat gesetzt. Wir empfehlen den jungen Männern, am 20. Jänner ihre Stimme abzugeben und ihre Eltern und Großeltern mitzunehmen“, so die Jugendsprecherin.
Auch für StRin Heidi Steinmeyer besteht kein Zweifel. „Die jungen Männer sehen als Rekruten keinen Sinn in ihrer Tätigkeit. Es ist schwer, Soldaten, die nur mehr sechs Monate ableisten, etwas fürs Leben mitzugeben, weil sie nach der Grundausbildung nur mehr vier Monate zur Verfügung stehen. Ich bin seit 30 Jahren in der Martinekkaserne und habe viele Reformen miterlebt. Keine davon ist völlig umgesetzt worden. Jetzt ist es Zeit dafür, ich bin für ein Berufsheer.“
Der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, Stefan Koutnik sieht die Chance gekommen, das Heer weiter zu bringen. „Ein Systemwechsel wäre empfehlenswert. Es muss uns klar sein, dass sich die geopolitische Lage wesentlich geändert hat. Wir haben eine der stärksten Panzertruppen in Europa, darüber muss man nachdenken. Neutralität ist ebenfalls ein Killerargument, das nicht stimmt. Das zeigen die Beispiele Irland und Schweden, die ebenfalls neutral sind und über ein Berufsheer verfügen. Der Soldatenberuf ist eben ein Beruf und Profis bringen Sicherheit. Wir haben nun die Möglichkeit, der Politik die Chance zu geben, das Heer weiter zu bringen. Jetzt könnte wirklich einmal etwas Gescheites heraus kommen“, ist Koutnik überzeugt.
Oberst Günter Gutmann ist ebenfalls von der Schlagkraft einer Profitruppe überzeugt. „Ich erinnere an die Jahre 1997 mit dem großen Hochwasser in Baden und 2002 mit dem Hochwasser in Niederösterreich. 500 Soldaten aus der Martinekkaserne konnten damals binnen kurzer Zeit helfen. Wir hoffen aber, dass das hundertjährige Hochwasser nur einmal in hundert Jahren kommt. Der letzte Einsatz in der Steiermark hat außerdem gezeigt, dass Profis gleich schnell sind und effizienter helfen können.“
Für Nationalrat Christoph Matzenetter sprechen vor allem die Kosten für ein Berufsheer. „Jeder tut so, als wären wir die Ersten, die auf ein Berufsheer umstellen. In Wahrheit gibt es nur wenige Ausnahmen, alle anderen haben die Wehrpflicht längst abgeschafft. Wir hätten dann fast doppelt so viele Pioniere wie jetzt und über 13.000 gut ausgebildete Männer stünden für Katastropheneinsätze bereit. Die Kosten blieben gleich, aber wir bekämen mehr als bisher. Aus budgetärer Sicht sollten wir schnell umsteigen. Bettenmachen kann man auch kurzfristig erlernen, dazu muss ein junger Mann nicht zum Heer. Bei Auslandseinsätzen kann ich keinen Grundwehrdiener brauchen. Dieses Land hat genügend anständige Menschen, die sich für ein Sozialjahr melden würden. Ich hoffe, dass die Entscheidung am 20. Jänner gut ausgeht“, so der Abgeordnete, der überzeugt ist, dass uns früher oder später ohnehin nichts anderes über bleiben wird, als die Wehrpflicht abzuschaffen.
Die gesamte Diskussion wurde live via Internet übertragen. Nachgehört werden kann unter: www.okitalk.com   RaDi

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