Ärger über mitternächtliche Straßenbauarbeiten

BAD VÖSLAU. – Straßenbauarbeiten in der Wr. Neustädterstraße sorgen derzeit für teilweise Unmut in der Bevölkerung. Das Problem: Nach einer entsprechenden Anordnung der Bezirkshauptmannschaft Baden werden die Arbeiten ausgerechnet in der Nacht durchgeführt. 

„Seit vorigen Montag finden in der Wr. Neustädterstaße Straßensanierungsmaßnahmen statt. Mit Presslufthämmern werden alte Kanaldeckel gegen neue ausgetauscht“, schildert Gabriele Prucha, die in unmittelbarer Nähe der Wr. Neustädterstraße wohnt. „Das ist eher normal, ungewöhnlich ist nur die Arbeitszeit, nämlich täglich von 22 bis 5 Uhr früh! Mein Schlafzimmerfenster liegt straßenseitig, an Schlaf ist seit Beginn der Bauarbeiten nicht mehr zu denken.“ Die Stadtgemeinde ist für die Arbeiten auf der Landesstraße prinzipiell nicht zuständig. „Es handelt sich um ein Straßensanierungsprojekt des Landes NÖ, worüber auch wir nur sehr kurzfristig informiert wurden“, erklärt Gerald Burger vom Bad Vöslauer Bauamt. „Die Wr. Neustädterstraße soll von der Veilchengasse bis etwa zur Wr. Neustädterstr. 51 neu asphaltiert werden.“ Dazu wird die oberste Asphaltschicht ab- und neu aufgetragen, und auch die Kanaldeckel werden in der Höhe an die neue Fahrbahn angepasst. Ursprünglich waren die Arbeiten tagsüber geplant, bei einer Verkehrsverhandlung entschied die zuständige Verkehrsbehörde, in diesem Fall die Bezirkshauptmannschaft Baden, aber, die Arbeiten in die Stunden zwischen 19 und 4.45 Uhr zu verlegen. Die Begründung: Man wolle damit die Behinderungen des Verkehrs, besonders des öffentlichen Linienbusverkehrs, so gering wie möglich halten. „Das bedeutet natürlich für den Auftraggeber und die beteiligten Firmen eine kompliziertere Arbeitsdurchführung und ungeplante Mehrkosten, für die Anrainer kommt es zu einer Störung der Nachtruhe, was wir sehr bedauern.“ Prucha hat ihrerseits versucht, sich selbst schlau zu machen und direkt bei den Straßenbauarbeitern nachgefragt. „Da wurde mir erklärt, dass es in den kommenden Tagen sogar noch lauter wird, weil auch eine Asphaltschneidemaschine zum Einsatz kommt“, so die fassungslose Anrainerin, die prinzipiell Verständnis für die notwendigen Arbeiten, nicht aber für die Argumentation der Bezirkshauptmannschaft aufbringt. „Es ist ja schön, wenn der Verkehr vor den Menschen gestellt wird“, meint Prucha kopfschüttelnd. „Aber nur um den Verkehr nicht zu behindern, kann man nicht die Bewohner eineinhalb Wochen lang um ihren Schlaf bringen.“ Unverständlich ist für sie auch die Tatsache, dass die Anrainer nicht entsprechend informiert wurden. „Offenbar fühlt sich dafür niemand zuständig.“ Gerald Burger bringt indes selbst sein Bedauern über die fehlende Information zum Ausdruck. „Wenn der Stadtgemeinde ein derartiges Projekt zeitgerecht bekannt wird, informieren wir natürlich die Öffentlichkeit über den Stadtanzeiger“, so Burger. „In diesem Fall war das aber nicht mehr möglich, weil wir selbst erst so spät von der Entscheidung erfahren haben, die Arbeiten in der Nacht durchzuführen.“ Die Sanierungsarbeiten sollen mit dem heutigen Mittwoch abgeschlossen werden, sofern es zu keinen wetterbedingten Verzögerungen kommt.

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