Pendler tappen nach wie vor im Dunkeln

Die ÖVP ist mit der aktuellen Teilbeleuchtung alles andere als zufrieden © Ciuchcinski

KOTTINGBRUNN. – Die Volkspartei setzte sich lautstark für eine Beleuchtung des Radweges von der Joseph-Pürrer-Straße bis hin zur Holzbrücke Leobersdorf ein. Nach einem einstimmigen Beschluss sollte die komplette Strecke beleuchtet werden. Tatsächlich ist aber nur ein kleines Teilstück des Weges beleuchtet, der Rest liegt nach wie vor im Dunkeln.

Im Herbst 2011 begann ÖVP-Gemeinderat Markus Winkler, Gespräche mit den Leuten aus der Ausiedlung zu führen. Im November startete er eine Aktion mit Flugblättern, um auf die mangelhafte Beleuchtung der Strecke zwischen der Joseph-Pürrer-Straße und der Holzbrücke Leobersdorf über den Kanal, aufmerksam zu machen – mit viel positiver Resonanz. Bei der anschließenden Gemeinderatssitzung im Dezember wurde ein Dringlichkeitsantrag gestellt, um den Weg mit modernen LED-Laternen auszustatten. Nach einem einstimmigen Beschluss stand den Bauarbeiten nichts mehr im Wege. Tatsächlich ist aber nur ein kleines Teilstück des Weges beleuchtet. Gemeinderat Winkler fragt sich nun „Wo bleibt der versprochene Rest?“. Aus dem Protokoll der Gemeinderatssitzung geht laut Winkler eindeutig hervor, dass der gesamte Weg von der Joseph-Pürrer-Straße bis zur Holzbrücke über den Kanal beleuchtet werden soll und nicht nur ein Bruchteil davon. „Hier zeigt Bürgermeister Kieslich wieder einmal sein denkwürdiges Verhältnis zur Demokratie, wenn er einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss einfach ignoriert und waltet und schaltet, wie es ihm gefällt“, so Gemeinderat Markus Winkler. „So kann man weder mit den Pendlern, noch mit den jungen Kottingbrunnerinnen und Kottingbrunnern umgehen! Dank seiner Verzögerungstaktik dürfen diese ihren Weg zur Schule und in die Arbeit weiterhin im Dunkeln gehen! Wir fordern, dass sich der Bürgermeister an die Beschlüsse des Gemeinderates hält und das Projekt vollständig umsetzt!“. Bürgermeister Andreas Kieslich bringt dagegen zum Ausdruck, dass das Projekt sich noch in der Entwicklungsphase befindet. „Das beleuchtete Teilstück der Strecke ist als Testphase anzusehen. Die momentanen Budgetmittel reichen einfach nicht aus, um den gesamten Abschnitt mit den modernen LED-Laternen ausstatten. Daher haben wir vorrangig nur den Teilabschnitt bei der Leobersdorfer Brücke beleuchtet, um deren Nutzung durch die Anrainer über den Winter zu testen“, erklärt Bürgermeister Kieslich die unvollständige Beleuchtung. „Sobald uns die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, wird selbstverständlich auch der restliche Teil beleuchtet – sofern sich das Projekt bewährt hat.“ Gemeinderat Markus Winkler hatte noch keine Gelegenheit, den Bürgermeister mit dieser Sache zu konfrontieren. „Bei der Gemeinderatssitzung Ende September werden wir das Thema aber auf jeden Fall zu Wort bringen und eine Fortsetzung des Projektes fordern“, so Winkler. Bis auf Weiteres müssen sich die Pendler wohl noch gedulden, denn erst wenn der Sachverhalt eindeutig geklärt ist, können die Volkspartei Kottingbrunn und der Bürgermeister gemeinsam nach einer Lösung für das Problem der mangelhaften Beleuchtung suchen.

M. Ciuchcinski

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