Spielplatz Melkergasse: Jetzt stehen sogar Klagen im Raum

Auch junge Erwachsene wollen den strittigen Sport- bzw- Spielplatz nutzen. © Kranzl

Seit zwei Wochen sorgt der Spielplatz an der Ecke Melkergasse/Schwartzstraße wieder für Gesprächsstoff – die BZ berichtete. Nun fordert aber der Badener Verein für Ballsport und Bewegung erstmals das Recht für junge Erwachsene ein, sich ebenfalls sportlich auf dem strittigen Spiel- bzw. Sportplatz betätigen zu dürfen und heizt damit die Diskussion erneut an.

„Ja zu unseren Sportplätzen“ – unter diesem Motto hat der Badener Verein für Ballsport und Bewegung (BVBB) vor rund zwei Wochen eine Petition in den Geschäften der Badener Innenstadt aufgelegt. Die Mitglieder rund um den Initiator Raoul Juracek wollen mit der Petition Unterschriften sammeln, um auch weiterhin am Spielplatz in der Melkergasse Sport treiben zu können. Genau dagegen wehrt sich nämlich eine Interessensgemeinschaft seit dem Jahr 2010 vehement. Damals wurde nämlich mittels Gemeinderatsbeschluss die Altersbeschränkung aufgehoben und auch 18- bis 24-Jährigen die Benützung des Sportplatzes zugesichert. Die Interessensgemeinschaft versucht seither, diese Altersbeschränkung wieder einzuführen. Die Anrainer, vor allem aber auch die auf dem benachbarten Platz spielenden Kleinkinder, würden durch die Erwachsenen nicht nur belästigt, sondern sogar gefährdet, etwa durch Fehlschüsse. So zumindest lautet die Argumentation der einen Seite. Anders beurteilt etwa Stadtgartendirektor Gerhard Weber die Situation, der im Gespräch mit der BZ betont, durch zusätzliche Maßnahmen wie die Anbringung eines Ballfangnetzes für ein Miteinander sämtlicher Benützer sorgen zu wollen. Die erneute Einführung der Altersbeschränkung ist für ihn aber keine Option. „Uns ist es ein Anliegen, auch älteren Jugendlichen die Möglichkeit zu sportlicher Betätigung zu bieten – und zwar in einem Viertel, in dem auch viele junge Menschen wohnen“, meinte Weber in der Vorwoche. Auch die extremen Belästigungen, von denen die Interessensgemeinschaft berichtet, seien weder Polizei noch Parkaufsehern bei ihren Beobachtungen aufgefallen. Ähnlich argumentieren nun auch die Mitglieder des BVBB in ihrer Petition: „Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene brauchen ihre Freiräume, um sich sportlich zu betätigen. Gerade in Zeiten, in denen vor allem der Jugend mangelnde sportliche Betätigung attestiert wird, müssen sich Politik und Gesellschaft zu Maßnahmen bekennen, die Sport und Bewegung fördern. Wir fordern: 18-24-Jährigen muss weiterhin die Benützung öffentlicher Sportanlagen erlaubt bleiben!“ Wenige Tage, nachdem der BVBB die Unterschriftenlisten in den Geschäften der Innenstadt aufgelegt hatte, erhielt der Initiator Raoul Juracek Post von der Interessensgemeinschaft. „Ich wurde aufgefordert, die Petition aus den Geschäften und auch unseren Facebookeintrag zu entfernen, angeblich, weil ich darin falsche Behauptungen getätigt hätte. Ansonsten würde man eine Klage vorbereiten“, so Juracek. Der Kritikpunkt: In der Petition sei davon die Rede, dass die Interessensgemeinschaft jungen Erwachsenen nicht nur in der Melkergasse, sondern „vielleicht sogar in ganz Baden“ die Benützung öffentlicher Sportanlagen verbieten wolle – das, so heißt es im Schreiben der Interessensgemeinschaft, sei aber falsch und irreführend, da es sich nur um einen konkreten Sportplatz handeln würde. Juracek will sich von der Klagsandrohung allerdings nicht einschüchtern lassen und die Richtigkeit seiner Petition ebenfalls von einem Anwalt überprüfen lassen.

N. Kranzl

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