50 Prozent Förderung für das Projekt „Josefsplatz neu“

Der „Josefsplatz neu“ in der Visualisierung des Architekturbüros Messner-Lottersberger-Dumpelnik. © l-m-d architekten

Die Ende Juni präsentierten Pläne zur Neugestaltung des Josefsplatzes haben in der Bevölkerung grundsätzlich guten Anklang gefunden. Erste Schritte zur Umsetzung der einzelnen Maßnahmen sind bereits eingesetzt worden. Gefeilt wird dagegen noch an einzelnen Fragen rund um das Thema Verkehr.

Platz entrümpeln, Angsträume vermeiden – so lassen sich die wichtigsten Ideen hinter der Neugestaltung des Josefsplatzes kurz zusammenfassen. Die Pläne des Architekturbüros Messner-Lottersberger-Dumpelnik, das bereits mit den  Planungen zum Arnulf Rainer Museum betraut  gewesen war, haben dabei durchaus den Geschmack der Badener Bevölkerung getroffen, wie bei der Präsentation Ende Juni deutlich wurde. Die wichtigsten Eckdaten: Die Sträucher rund um die Lokalbahnhaltestelle werden entfernt, eine neue WC-Anlage errichtet und der Brunnen in den Arthur Schnitzler Park beim Bahnhof  verlegt. Als besonderes Highlight soll der Mühlbach entlang der Taxi-Stellplätze geöffnet und so vom Platz her zugänglich gemacht werden. Sämtliche Bäume sollen erhalten und durch einige Neupflanzungen ergänzt werden. „Eines der wichtigsten Ziele der Neugestaltung ist die Entrümpelung des Platzes, um ihn auch bei Veranstaltungen besser nutzen zu können“, erklärt Stadtbaudirektor Georg Kaiser. „Das ist auch der Grund für die Verlegung des Ölzant-Brunnens, die auch mit dem Künstler abgesprochen und von ihm für gut befunden wurde. Im Schnitzler-Park kommt der Brunnen wesentlich besser zur Geltung als am Josefsplatz.“ Der im Juni präsentierte Entwurf wird derzeit noch einmal überarbeitet. „An den wesentlichsten Eckpunkten wird sich aber nichts mehr ändern“, versichert Kaiser. „Denn auch bei der Bevölkerung ist das Konzept sehr gut angekommen.“ Einer ersten groben Kostenschätzung zufolge dürften die Umbauarbeiten mit einer knappen Million Euro zu Buche schlagen. Seit voriger Woche steht fest, dass das Land NÖ 50 % der Projektkosten übernehmen wird. „Bevor man an die Realisierung eines solchen Projekts geht, muss es natürlich ein vernünftiges Finanzierungskonzept geben“, so Bgm. Kurt Staska. „Daher habe ich mich auch wegen einer Unterstützung an Landeshauptmann Erwin Pröll gewandt und sofort ein offenes Ohr gefunden. Mit der schnellen Förderzusage ist eine realistische Finanzierung gesichert, und die nächsten Schritte können erfolgen.“ Weniger Begeisterung kommt indes von der SPÖ und der Bürgerliste „wir badener“. „Erst vor elf Jahren wurde die WC-Anlage am Josefsplatz neu errichtet, und das um den stattlichen Betrag von umgerechnet 138.000 Euro“, ärgert sich „wir badener“-GR Wolfgang Pristou. „Jetzt soll diese Anlage schon wieder weggerissen werden, und das nur, weil die schwarz-grüne Stadtregierung nicht in der Lage ist, die Anlage sauber zu halten.“ Pristou plädiert deshalb für die Anstellung einer Reinigungskraft. „So könnten die Anlagen am Josefsplatz und am Brusattiplatz gepflegt und gleichzeitig ein sinnvoller Arbeitsplatz geschaffen werden, anstatt Steuergelder zu verschwenden, die man anderswo sinnvoller einsetzen könnte.“ Auch die SPÖ kann der Neugestaltung des Josefsplatzes nur wenig abgewinnen. „Dass das Land die Hälfte der Kosten übernimmt, sind zwar gute Nachrichten für das Stadtbudget, aber leistbarer Wohnraum wird dadurch ebensowenig geschaffen wie zusätzliche Parkplätze für Pendler beim Bahnhof“, meint SP-Gemeinderat Michael Grath. „Solange so wichtige Hausaufgaben nicht erfüllt sind, sind Badens Sozialdemokraten für derartige Prestige-Projekte nicht zu haben.“ Den SPÖ-Vergleich „Wohnungen versus Josefsplatz“, kann VP-Klubobmann StR Rudi Gehrer nicht nachvollziehen. „Grath verkennt offenbar die Realität. Die Stadtgemeinde hat hunderte Wohnungen für alle Bevölkerungsgruppen, und für den Bau von Genossenschaftswohnungen wurden zahlreiche Grundstücke zur Verfügung gestellt.“, so Gehrer. „Zusätzlich werden neben der Landesförderung noch Mietzuschüsse für sozial schwache Menschen gewährt. Grath sollte zuerst nachdenken, bevor er immer wieder versucht andere anzupatzen.“ Mit der Neugestaltung des Josefsplatzes soll trotz kritischer Stimmen schon 2013 begonnen werden, der Ölzant-Brunnen wurde sogar schon vom Josefsplatz entfernt. Nun sollen noch die Anliegen der Anrainer zum Thema Verkehr am Josefsplatz diskutiert werden. „Für die Anrainer spielt das Thema Verkehr eine zentrale Rolle, also werden wir diese Anliegen noch einmal konkret diskutieren“, so Walter Santin, Kommandant der Stadtpolizei. „Den immer wieder geäußerten Wunsch, den Josefsplatz komplett verkehrsfrei zu machen, werden wir aber niemandem erfüllen können.“ Beim Informations-abend am 4. September wird auch Michael Zischka vom Kuratorium für Verkehrssicherheit anwesend sein. Beginn ist um 18.30 Uhr im Theater am Steg.

N. Kranzl    

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