„Im Handballsport gehören wir Österreicher zu den Exoten“

Philip Schuster und Tobias Nimpf beim Interview

HANDBALL. – Philip Schuster (17) aus Pfaffstätten und Tobias Nimpf (17) aus Alland trugen bei der U18 Handball Europameisterschaft in Bregenz das Trikot der österreichischen Nationalmannschaft. Die Nachwuchshandballer spielten ein sensationelles Turnier und sorgten mit Platz 6 für ein historisches Ergebnis. Schuster und Nimpf, die bis vor Kurzem auf Vereinsebene noch für den Vöslauer HC aktiv waren, hatten auch ihren Anteil am Erfolg der österreichen Teams.

BZ: Habt ihr schon realisiert, dass ihr mit Platz 6 das bisher beste EM-Ergebnis einer österreichischen Nachwuchs-auswahl erreicht habt?
Schuster: Schön langsam beginnen wir es zu realisieren. Man darf nicht vergessen, dass wir Österreicher im Handballsport eigentlich Exoten sind und so gesehen ist der sechste Platz bei einer Endrunde schon ganz gut.
Nimpf: Und über das gute Ergebnis freuen wir uns natürlich sehr. Wir können stolz darauf sein, dass wir so viel mit der Mannschaft erreicht haben. Die Jugendarbeit im österreichischen Handball ist wieder im Kommen.
BZ: Was fehlt diesem österreichischen Team noch, um zur absoluten Weltspitze zu gehören?
Nimpf: Die Top-Nationen waren doch körperlich stärker als wir, aber daran werden wir arbeiten.
Schuster: Die Physis war schon ein großer Unterschied, aber auch technisch und spielerisch müssen wir uns verbessern, um ganz oben mitspielen zu können. Bei dieser EM haben wir viel mit unserem enormen Kampfgeist kompensieren können.

BZ: Welche Eindrücke und Erfahrungen habt ihr von der Heim-EM mitgenommen?
Nimpf: Es war großartig. Die Fans sind gekommen, um Österreich zu sehen. Wenn du aus der Kabine in die volle Halle kommst und dann die Bundeshymne singst – das ist Gänsehaut pur.
Schuster: Wenn man z.B. gegen Schweden oder andere Top-Nationen spielen kann, ist das schon etwas Besonderes. Davon kann man auch nur profitieren.

BZ: Seid ihr mit eurer persönlichen Leistung zufrieden gewesen?
Schuster: Ich denke schon, dass ich ein gutes Turnier gespielt habe. Ich finde es ist wichtig, dass man persönlich auch einmal zufrieden ist. Aber die ganze Mannschaft hat eine hervorragende Leistung gebracht.
Nimpf: Ich habe in der Deckung gespielt und diese Aufgabe doch ganz gut erfüllt. Ich, sowie jeder andere Spieler, hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und somit haben wir als Team profitieren können.

BZ: Mit der kommenden WM und der EM in zwei Jahren, wieder im eigenen Land, stehen für euren Jahrgang die nächsten Großereignisse an. Welche Ziele verfolgt ihr mit der Nationalmannschaft?
Schuster: Wir wollen auf jeden Fall das Ergebnis der diesjährigen Europameisterschaft bestätigen. Wir möchten ja nicht als „One-Hit-Wonder“ in die Geschichte eingehen.
Nimpf: Wir werden hart dafür arbeiten müssen, denn die anderen Nationen werden wohl auch nicht schlafen.

BZ: Auf Vereinsebene spielt ihr nicht mehr für den Vöslauer HC, sondern nur mehr für West Wien. Was waren die Gründe dafür?
Schuster: Die sportliche Perspektive ist bei West Wien einfach größer. Die Doppelspielberechtigung, mit der wir auch für Vöslau spielen konnten, haben wir deshalb aufgelöst, um uns besser auf eine Aufgabe zu konzentrieren.
Nimpf: Noch dazu ist bei der U20 von West Wien unser U20 Nationaltrainer Roland Marouschek der Betreuer und bei der West Wien Kampfmannschaft ist mit Romas Magelinskas unser Akademie-Coach auch gleichzeitig Cheftrainer.

BZ: Was sind eure Pläne für die Zukunft?
Schuster: Auf sportlicher Ebene wollen wir beide langfristig in der Handball Liga Austria, also in der höchsten österreichischen Spielklasse, Fuß fassen.
Nimpf: Auch schulisch möchten wir uns weiterbilden. Nach der Matura wollen wir beide ein Studium beginnen.

M. Appinger

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