„Aus gestärkter Jugendarbeit in die Bundesliga aufsteigen“

Sowohl am Spielfeld, als auch auf der Trainerbank soll Jörg Merten die junge Vöslauer Truppe zum Titel führen. (c) z.V.g.

HANDBALL. – Mit einer der jüngsten Mannschaften seit langem geht der Vöslauer HC in die nahende, neue Meisterschaftssaison. Ohne die abgewanderten Riesentalente   Schuster und Nimpf, dafür mit Jörg Merten als Führungsfigur und Spielertrainer, lautet das erklärte Ziel trotzdem „Meistertitel“. Und dank der starken Jugendarbeit der Aufstieg in die Bundesliga innerhalb der nächsten vier Jahre.

Die medialen Schnellschüsse nach den medaillenlosen Olympischen Spielen zeigen oft von wenig Verständnis für den Sport. Einerseits werden Turnstunden in der Schule gekürzt, andererseits werden „kleinen“ Vereinen, die diesen Mangel an Bewegung kompensieren könnten, nach und nach die Fördermittel gekürzt. „Ohne die vielen Freiwilligen, Eltern, die Stadtgemeinde Bad Vöslau und unsere treuen Sponsoren wäre der sportliche Betriebe gar nicht mehr möglich“, erklärt Peter Gauss, der sich mit Walter Friedel das Amt des Obmanns beim Vöslauer HC teilt. Er weiß, wovon er spricht, ist der Vöslauer Verein mit seinen insgesamt 17 gemeldeten Mannschaften und über 200 Mitgliedern (und vier Medaillen bei Staatsmeisterschaften in der letzten Saison) doch einer der größten (und erfolgreichsten) Nachwuchs-Ausbilde-Vereine des Landes. Eine Stärke, die der erst kürzlich neu gewählte Vorstand weiter forcieren möchte. Denn neben dem Karriere-Ende von Routinier Vejzovic, der als Co-Trainer der Kampfmannschaft weitermacht, verließen auch die beiden Top-Talente und Nachwuchs-Nationalspieler Schuster und Nimpf, sowie Etzel und die beiden Schiffleitner-Brüder die Vöslauer, um HLA-Luft zu schnuppern. „Wir mussten sie ziehen lassen und wollten ihnen natürlich auch nichts in den Weg legen und bedanken uns für den Einsatz der letzten Jahre.“, so Gauss. Spätestens mit dem Präsenzdienst wären sie so oder so weg gewesen. Denn: will man bei dem Heeressportverband unterkommen, muss man, zum Nachteil der kleinen Vereine, schon bei einem HLA-Verein sein. Für die nahende Saison in der Landesliga bedeutet dies jedoch, mit einem Altersschnitt von nur rund 19 Jahren, eine weitere    drastische Verjüngung der Mannschaft. Auch Shootingstar Katai wurde bereits mit den Fivers in Verbindung gebracht, konnte aber gehalten werden. Gauss: „Wäre auch er weg gegangen, wäre es sehr schwer geworden, er ist ein unglaubliches Talent“.  Um so erfreulicher, dass mit „Rackerer“ Jörg Merten ein neuer Spielertrainer  verpflichtet werden konnte. Der 31-jährige Merten spielte in der letzten Saison noch in der HLA bei den Fivers und trainiert nun mit den Vöslauern seit Anfang August vier Mal die Woche. „Wir wollten einen Trainer, der ein Vorbild für die jungen Burschen ist und sie entsprechend motivieren kann“, so Gauss. Ein glücklicher Zufall kompensierte dabei auch den Abgang von Torhüter Etzel. Florian Maier, in der letzten Saison noch in der Bundesliga für Klagenfurt im Einsatz, heiratete eine Vöslauerin und wechselte zum Vöslauer HC. Das erklärte Ziel der neu formierten Mannschaft: der Meistertitel in der Landesliga und auf lange Sicht gesehen: „Innerhalb der nächsten drei, vier Jahre in die Bundesliga aufsteigen“. Einerseits durch die starke Jugendarbeit, andererseits, da es aufgrund der guten Kontakte von Neo-Trainer Merten nun leichter ist, an neue Spieler zu kommen. Wenngleich es klar ist, dass es heuer in der Meisterschaft nicht leicht wird. „Es gibt in dem Jahr keinen wirklich leichten Gegner, es wird eine sehr ausgeglichene Meisterschaft“, meint Walter Friedel. In den ersten Testspielen sah er bereits eine verstärkte spielerische Note mit schönen Spielzügen auf Seiten der Vöslauer – auch weil die jungen Spieler körperlich noch nicht so stark sind wie die ältere Konkurrenz. Von Nachwuchsseite hofft er heuer vor allem auf die U11. „Die hat sehr gute Chancen, die U18 wird es hingegen ohne Nimpf und Schuster sehr schwer haben“.
Der Start in die neue Saison folgt nun mit dem Cup-Spiel gegen Stockerau am 9. September.

W. Gams

 

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