Viktor Wallner: Ein Leben für die Stadt

23 Jahre lang war HR Mag. Viktor Wallner Bürgermeister der Stadt Baden. Vieles was uns heute selbstverständlich erscheint, verdanken wir seiner Initiative. Als Landtagsabgeordneter konnte er zahlreiche Vorteile für „seine“ Stadt ausverhandeln. Viktor Wallners regelmäßige Matineen fanden ebenso großen Anklang wie seine unzähligen publizistischen Werke.

Viktor Wallner wurde am 20. Dezember 1922 in ärmlichen Verhältnissen geboren. Seine Eltern ermöglichten ihm trotz schwieriger Umstände den Besuch des Gymnasiums, wozu auch die Republik ihren finanziellen Beitrag leistete. Bereits im Alter von 15 Jahren engagierte sich Wallner politisch, indem er bis zur Abdankung Schuschniggs Flugzettel für ein christliches Österreich verteilte. Dass Österreich dennoch im Stich gelassen wurde, war für ihn eine große Enttäuschung. Schon in der Schule lernte er seine spätere Frau Maria kennen. Viktor Wallner betonte oft, dass sie es war, die aus ihm einen Vorzugsschüler gemacht hat. Die Schulliebe der Beiden überdauerte Jahrzehnte, vor kurzem wurde die Steinerne Hochzeit gefeiert. Gemeinsam mit vier Klassenkameraden meldete sich Wallner sehr früh freiwillig zur Wehrmacht. Er war der Überzeugung, dass es die Pflicht eines jungen Mannes war. Im Artillerieregiment 98 in der oberösterreichischen 45. Infanteriedivision wurde er 1940 an die Front nach Calais abgestellt. Wallner überstand die Offensiven 1941/42 und überlebte zwei mal einen Volltreffer auf einen Beobachtungsstand. Während des Rückzuges 1943 wurde er durch eine russische Granate während eines Panzerangriffs schwer verwundet. Der rechte Arm wurde abgerissen und der rechte Unterschenkel völlig zerschmettert. Viktor Wallner überlebte nur knapp. Nach einer langwierigen Odyssee gelangte Wallner noch 1943 ins Lazarett Esplanade in Baden. Dort machte ihm der Kreisleiter von Baden das Angebot, die HJ zu exerzieren. Das kam für Wallner nicht in Frage. Als Strafe wurde er mit einem Beförderungsverbot belegt. Im selben Jahr begann Wallner zu studieren. 1944 heirateten Viktor und Maria Wallner. Der Ehe entsprangen sechs Kinder, seine Familie bezeichnete Viktor Wallner stets als großes Privileg. 1947 holte ihn Dr. Erich Christel als Lehrer an das BG und BRG Biondekgasse, ein Jahr später legte Wallner seine Lehramtsprüfungen ab. Auch politisch blieb er seinem Mentor Christel eng verbunden, 1960 übernahm er dessen Funktion als Stadtrat für kulturelle Angelegenheiten der ÖVP. Er stellte die Weichen für die Positionierung Badens als Kultur-und Theaterstadt. Fünf Jahre lang war er als Stadtrat dermaßen aktiv und erfolgreich, sodass Wallner im Jahr 1965 von seiner Partei als Bürgermeisterkandidat nominiert wurde. Bis 1990 gelang es Viktor Wallner den ehemals hauchdünnen Vorsprung der ÖVP auf eine 2/3 Mehrheit auszubauen. Unter seiner Führung erlebte der Fremdenverkehr in Baden einen gewaltigen Aufschwung.

Von 1973 bis 1983 hatte Wallner auch das Mandat eines Landtagsabgeordneten inne. Mit den Landeshauptleuten Figl, Hartmann, Maurer, Ludwig und Pröll pflegte Wallner bestes Einvernehmen, dass er zum Nutzen der Stadt einsetzte. Auch viele Mitglieder der Bundesregierung, der Wirtschaftskammer, des Städtebundes und des Heilbäderverbandes zählten zu seinen Verbündeten.
Mit Unterstützung seiner Familie überstand Wallner im Jahr 1984 eine komplizierte Darmkrebsoperation.
Altbürgermeister Viktor Wallner war auch als Publizist, unter anderem für die Badener Zeitung höchst aktiv. Unzählige Dokumentationen im „Amtlichen Nachrichtenblatt“ von 1960 bis 1988, 6 Sondernummern dieses Blattes, etwa 1.200 umfassende Beiträge oder Feuilletons in der BZ und wöchentliche Kolumnen in anderen Zeitungen, zahlreiche Sendereihen im Landesstudio NÖ, 11 Bücher über Baden, 19 „Neue Badener Blätter“ als Autor und 5 als Mitautor sowie über 90 Sonntagsmatineen sprechen eine eindrucksvolle Sprache.
In Wallners Amtszeit fiel die Errichtung einer Vielzahl an Wohnhausanlagen, Neu- und Umbau von Kindergärten, Generalsanierung bzw. Neubau aller weiterführenden Schulen und Pflichtschulen Badens, Neubau des Krankenhauses, Bau von Verwaltungs- und Gewerbezentren, Ausbau Badens als Kur- und Erholungszentrum u.a. den Bau des Thermalkurmittelhauses und des Thermalhallenbades, die Errichtung von Sonderheilanstalten, Neubau von Hotels und Umbau des Kurhauses zu einem Kongresshaus, Gründung des Institutes für Balneologie und die Umgestaltung des Doblhoffparks in das Rosarium.
Der Ehrenbürger, zu dem Viktor Wallner nach seinem Abschied ernannt wurde, war Träger unzähliger Auszeichnungen. Nicht nur für seine Familie, auch für die ganze Stadt kommt der Tod Viktor Wallners einem großen Verlust gleich.

Worte der Trauer:

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll:
„Er war ein großer Badener und ein großer Niederösterreicher, der sich um seine Stadt und um sein Land große Verdienste erworben hat. Viktor Wallner war nicht nur ein Wegbereiter für die Kurstadt Baden, sondern auch ein Wegbegleiter für das Bundesland Niederösterreich. Sein Leben war geprägt von seiner Liebe zur Heimat. Er war zu seiner Zeit ein Wegbereiter für eine offensive Kulturpolitik in Niederösterreich und hat durch wissenschaftliche Arbeiten und Publikationen den Niederösterreichern historisches Wissen näher gebracht. Und er war ein bestechend brillanter Rhetoriker.“
Bürgermeister Kurt Staska:
„Mit Viktor Wallner verliert die Stadt einen ihrer ganz großen Söhne. Er hat die Entwicklung Badens in der Nachkriegszeit wesentlich geprägt. Vieles was wir heute als Lebensqualität genießen, ist auf seine Initiative zurückzuführen. Auch meinen persönlichen Lebensweg hat Viktor Wallner beeinflusst. Er war mein Geschichtelehrer und hatte die Fähigkeit uns Schüler im kritischen Alter zu begeistern. Wir genossen bei ihm auch eine rhetorische Grundausbildung, die es uns ermöglichte Erlerntes zusammenhängend vorzutragen. 1980 hat mich Viktor Wallner als Assistent der Kurdirektion in den Dienst der Stadt aufgenommen.“

Viktor Wallner: Ein Leben für die Stadt
2 votes, 5.00 avg (91% score)

Vario Haus Auszeichnung

Staatliche Auszeichnung für VARIO-HAUS
Die VARIO-BAU Fertighaus GesmbH wurde 1983 gegründet. Unter der Spitzenmarke im Fertighausbau „VARIO-HAUS“ werden Einfamilienhäuser primär als Niedrigstenergie- oder Passivhäuser ... weiterlesen

Anzeige

Auf Mobile-Version umschalten