China-Restaurant „Willi“ stinkt Anrainern in der Pergerstraße

Da das Restaurant niedriger als das nebenstehende Gebäude ist, leiden die Anrainer unter der Entlüftungsanlage. © Katharina Sunk

Das asiatische Restaurant „Willi“ in der Pergerstraße ist einigen Anrainern ein Dorn im Auge. Bei der Sendung „Bürgeranwalt“ im ORF berichteten sie kürzlich von unzumutbarer Geruchs- und Lärmbelästigung.

In einer der letzten Sendungen „Bürgeranwalt“ auf ORF2 stand Baden im Zentrum des Geschehens. Zwei Anrainer des asiatischen Restaurants „Willi“ in der Pergerstraße wandten sich an die Volksanwaltschaft. Wie sie in der Sendung berichteten, sind sie täglicher Geruchsbelästigung ausgesetzt, da die Entlüftungsanlage des Lokals nur wenige Meter unterhalb ihrer Wohnungen liegt.
Wie die Sendung jedoch aufzeigte, liegt das Verschulden dabei nicht beim Restaurantbetreiber, sondern bei der Wohnbaugesellschaft selbst: Im Gebäude in der Pergerstraße 11 sind seit Jahrzehnten regelmäßig asiatische Restaurants untergebracht. Als im Jahr 2007 die angrenzende Wohnhausanlage errichtet werden sollte, wurde im Zuge des Bewilligungsverfahrens der Bauwerber verpflichtet, mit dem Eigentümer jenes Hauses, wo sich nun das Restaurant „Willi“ befindet, eine Vereinbarung zu treffen. Um eine Geruchsbelästigung der zukünftigen Anrainer zu vermeiden, hätte der Entlüftungskamin erhöht werden sollen. Dies ist aber nicht geschehen.
Auch Restaurantbetreiber Chen Fu Hsing, bei den Gästen besser bekannt als „Willi“, betonte gegenüber der BZ, dass die Geruchsbelästigung nicht sein Verschulden ist. „Die Wohnbaugesellschaft hat einen Vertrag mit dem Eigentümer des Hauses. Deshalb haben sie auch in der Sendung „Bürgeranwalt“ zugesichert, dass die Lüftung nun endlich erhöht wird“, erklärt er.
Tatsächlich gab die gemeinnützige Wohnbauorganisation WET im Zuge der Sendung eine Stellungnahme ab, dass die Hochführung nun erfolgen soll. Gegenüber der BZ wurde das bestätigt: „Das Verfahren ist bereits am Laufen und die Erhöhung des Kamines wird demnächst erledigt.“
Die unangenehmen Gerüche der Entfüftung dürften die Anrainer daher schon bald nicht mehr belasten. Seit einigen Wochen fühlen sich ein paar jedoch auch durch nächtliche Musik ihres Schlafes beraubt. Im Juni wurde nämlich zusätzlich zum Restaurant die Lounge „W3“ im Obergeschoss eröffnet, wo auch Musik gespielt wird. Barmanager Lukas Schneider versteht die Aufregung nicht: „Von rund 90 Anrainern gibt es lediglich drei, die sich beschweren. Wir haben eine Genehmigung, die es uns erlaubt, sieben Tage die Woche von 5 in der Früh bis 2 Uhr in der Nacht offen zu halten und dabei auch den Außenbereich zu nutzen. Aus Rücksichtnahme auf die Anrainer nutzen wir diese Genehmigung aber ohnehin nicht voll aus, sondern haben nur drei Tage in der Woche geöffnet und schließend die Terrasse früher als erforderlich“, erklärt er. Da die Musikanlage in der Lounge bislang nicht genehmigt war, wird derzeit dennoch keine Musik gespielt. Ein Sachverständiger soll in den nächsten Tagen eine Lärmmessung durchführen und prüfen, in welcher Form in Zukunft ein den Umständen entsprechender Betrieb der Musikanlage erfolgen kann. Anschließend soll diese bei der BH genehmigt werden.

Katharina Sunk

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