Aufregung um Villa in der Hochstraße 32

Stein des Anstoßes: Das Haus in der Hochstraße 32. (c) z.V.g.

Die Initiative Florastraße weist in einem offenen Brief (siehe Spalte links) auf den „ortsbildschädigenden Zustand“ der Villa in der Hochstraße hin. Sie verlangt eine „klare Antwort“ auf die Frage nach der Erhaltung und Pflege des Hauses, welches sich in Gemeindeeigentum befindet. Zurzeit steht das Erdgeschoß leer, im ersten Obergeschoß wohnt noch ein Mieter. Gerüchte, das Gebäude solle abgerissen werden, werden im Rathaus von allen befragten Fraktionen dementiert.

Auf die Nachfrage der Badener Zeitung bei Bürgermeister Christoph Prinz (Liste Flammer), was denn nun mit dem Gebäude geschehe, antwortet dieser, „eine Entscheidung, ob das Gebäude abgerissen wird oder nicht, ob das saniert wird oder nicht, ist derzeit nicht geplant.“ So lange noch jemand im Haus wohne, sei eine Sanierung auch nicht möglich. Aufgrund des schlechten Zustands des Erdgeschosses sei der zuständige Stadtrat im Liegenschaftsverwaltungsausschuss, Franz Sommer (FP), auch bereits vor Monaten dort gewesen und habe sich das Gebäude angeschaut: „Die Initiative deckt da nichts Neues auf. Ehrlich gesagt ist mir nicht ganz klar, warum sich die Herrschaften in andere Gebäude einbringen möchten.“
Für Sommer ist das Haus in der Hochstraße „noch kein aktuelles Thema“. Das Gerücht eines Abrisses sei einmal herumgegeistert: „Von irgendwem gab es wohl mal eine Äußerung, dass man es abbrechen will und den Parkplatz erweitern, aber offiziell war das nie Thema.“ Also sei kein Abriss geplant? Sommer: „Ich weiß es nicht, auch nicht, ob der Bürgermeister davon weiß. Ich drücke mich vorsichtig aus und sage, für die kommende Gemeinderatssitzung gibt es keinen Punkt, der die Hochstraße 32 betrifft. Weder Abbruch, noch Sanierung, noch Veränderung oder Neuvermietung.“ Da sich das Gebäude aber in einer Schutzzone befinde und erhaltungswürdig sei, könne er sich aber nicht vorstellen, dass jemand das Haus abreißen würde, jedenfalls würde er „nicht so ohne weiteres zustimmen.“ Schließlich verspricht Sommer, die Hochstraße in der nächsten Sitzung des Liegenschaftsausschusses in dieser Woche zu behandeln.
Karl Lielacher (VP), Stadtrat im Umweltschutzausschuss, sagt, „leider wurde auf das Haus nicht mehr geschaut. Was der Bürgermeister damit vorhat, entzieht sich meiner Kenntnis.“ Es sei im Rathaus noch nicht über das Objekt geredet worden. Dass sich die Villa in einem so desolaten Zustand befindet, verstehe auch er nicht: „Wir haben im Gemeindedienst Gärtner, Maurer, Maler. Das Haus hätte man nebenbei betreuen können. Insofern steckt natürlich schon ein System dahinter, lässt man es verkommen, dann muss man es abreißen.“
Ganz so einfach ist es nicht, denn das Haus steht in der Schutzzone 02. Patrick Schicht, Landeskonservator des Bundesdenkmalamts für Niederösterreich, weist darauf hin, dass man in einer solchen Zone ein Haus nicht einfach abreißen oder herunterkommen lassen dürfe, „weil vorher eine Beauftragung der Gemeinde kommen würde, das zu erhalten.“ Da die Gemeinde selbst der Eigentümer ist, müsste sie sich also selbst beauftragen, das heißt in diesem Fall Franz Sommer, der laut Bgm. Prinz zuständig ist. Die Sachlage bei diesem Objekt sei sehr komplex. Die Gemeinde könne versuchen, das Schutzzonengutachten zu beeinspruchen, das Objekt würde dann möglicherweise heruntergestuft auf Schutzzone 03. Diese Möglichlichkeit bestehe allerdings nur in der Theorie: „Das ist etwas, was wir nicht wollen, da damit ein Präzedenzfall geschaffen würde,“ so Schicht.

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