So einig wie in der Frage des Spitalneubaus in Baden, sind sich die Politiker aus der Region selten. Über die Parteigrenzen hinweg wollen sie für „ihr“ Spital kämpfen. „Dieses Thema ist nicht nur für uns, sondern vor allem für die Bevölkerung ein besonders wichtiges“, meint Christioph Kainz, der überzeugt ist, dass das Land zu wohnortnaher Versorgung mit Spitzenmedizin steht. „Der Rohbericht versetzt uns in Sorge. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Fächeraufteilung zwischen Baden und Mödling auch große finanzielle Einsparungen bringt. Das wurde vom Rechnungshof nicht berücksichtigt“, ärgert sich der Pfaffstättner Bürgermeister. Für Erika Adensamer sind es vor allem Zahlen, die eindeutig für die Zweihaus-Lösung sprechen. „Die Übergabe des Badener Spitals hat einen Stein ins Rollen gebracht und schließlich zur Gründung der Landesklinikenholding geführt. Diese verwaltet mittlerweile 27 Spitäler. Durch Synergien wie gemeinsamen Einkauf konnten dadurch bereits 82Mio Euro eingespart werden“, schildert Adensamer, die auch darauf hinweist, dass in Wien 6,3 Spitalsbetten pro Tausend Einwohner bereit stehen, während es in Baden nur 3,9 sind. „Insgesamt hängen 1.773 vollwertige Arbeitsplätze im gesamten Bezirk am Badener Spital. Die gesamte in der Region verbleibende Wertschöpfung beträgt 67,9 Mio Euro. Wir zählen auf die Standortgarantie des Landes“, zeigt sich die Abgeordnete, die auch mit Kritik am Rechnungshof nicht spart, optimistisch. „Es ist sonderbar, dass NÖ von 2005 bis 2011 bereits 75 Mal genauer unter die Lupe genommen wurde. Im gleichen Zeitraum wurde Wien nur 57 Mal geprüft.“ Auch Franz Gartner zeigt sich über die Vorgehensweise der Prüfer verwundert. „Die Diskussion läuft seit 2003 und nun wo alles auf Schiene ist, kommt man beim Rechnungshof drauf, dass es eine günstigere Lösung gäbe? Vom Wiener Schreibtisch aus, sieht man eben manches anders“, so Gartner, der aber auch versichert, dass man die Berichte ernst nimmt. Ein besonderes Anliegen ist der Erhalt des Badener Spitals auch Josef Balber, der als Landtagsabgeordneter für das Tristingtal eintritt. „Schon jetzt benötigen wir, je nach Verkehr, rund 40 Minuten ins Badener Spital und bei Nacht fliegt auch kein Hubschrauber. Für uns wäre es absolut unverständlich, noch weiter fahren zu müssen. Der Rechnungshofbericht berücksichtigt auch nicht die Kosten für die Verkehrsanbindung eines neuen Schwerpunktkrankenhauses. Die wären auch nicht unerheblich“, so Balber, der so wie seine Kollegen überzeugt ist, dass der politische Wille umgesetzt wird.
RaDi