Stadt Baden (Woche 5 - 02.02.2012)
 
Nächtliche Schießübungen rissen Anrainer aus Schlaf

Alkoholisierter wollte neues Gewehr ausprobieren

In der Nacht auf Dienstag wurden die Anrainer, die am Fuße der Ruine Rauheneck wohnen, durch Schüsse jäh aus ihrem Schlaf gerissen. Wie sich im Laufe der Ermittlungen herausstellte, war es ein 28-jähriger Badener der mit einer großkalibrigen Waffe rund 100 Mal in die Luft schoss. Der Alkoholisierte wollte sein neues Gewehr ausprobieren.


Kriminalbeamter Franz Aringer mit dem sichergestellten Karabiner. Rund 100 Schüsse hatte ein Betrunkener abgegeben.

Foto: z.V.g.

 

Am 31. Jänner, gegen 0:30 Uhr, hörte eine Frau, die noch spät mit ihrem Hund spazieren ging, Schüsse aus Richtung des Hotel Sacher. Sie meldete das umgehend bei der Stadtpolizei, wo noch zahlreiche weitere Anrufe erschreckter Badener eingingen. Die alarmierte Funkstreife war schnell zur Stelle. Die Beamten konnten die Schüsse im Wald aus Richtung der Ruine Rauheneck orten und einer Faustfeuer- oder Langwaffe zuordnen. Bei genauer Nachschau konnten die Polizisten am Weilburgplatz in unmittelbarer Nähe des Aufgangs zur Ruine einen verdächtigen PKW entdecken, der dort abgestellt war. Dieser wurde während des Einsatzes laufend von einem Funkwagen der Bundespolizei überwacht. Die übrigen Streifenbesatzungen nahmen Aufstellung im Wald rund um die Ruine. Gegen 2:25 Uhr konnte dann das verdächtige Fahrzeug in der Weilburgstraße angehalten werden. Es wurde von einem 28-jährigen Badener gelenkt. Am Beifahrersitz saß dessen 31-jähriger Freund aus Alland. Während der Fahrzeugkontrolle fanden die Polizisten einen Karabiner, der rund 100 Jahre alt sein dürfte. Bei der Einvernahme am Stadtpolizeiamt gab der Badener an, die Schüsse von der Ruine Rauheneck aus, senkrecht in die Luft abgegeben zu haben. Dabei verschoss er rund 100 Patronen. Das Gewehr hat er im November des Vorjahres in einem Waffengeschäft in Baden gekauft. Für Volljährige sind derartige Waffen ohne Waffenschein zu erwerben. Die Patronen, die über erhebliche Durchschlagskraft verfügen, hat der Mann selbst hergestellt. Der durchgeführte Alkomattest ergab den stattlichen Wert von 2,2 Promille. Der Karabiner wurde dem Schützen ebenso abgenommen wie der Führerschein. Ob er die Waffe wieder zurückbekommt oder nicht, muss die Bezirkshauptmannschaft entscheiden. Der Mann wurde angezeigt.

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