Barocke Klänge zur stillen Zeit

Jörg Schneider, Cornelia Hübsch, Norbert Pfafflmeyer, Idunnu Münch und Florian Köfler. © Schörg

Barocke Weihnachtskonzerte erfreuen sich knapp vor den Feiertagen überall steigender Beliebtheit. Auch Norbert Pfafflmeyer setzt mit seiner „Tritonus“-Konzertreihe seit einigen Jahren auf barocke Klänge zur so genannten stillsten Zeit im Jahr. Vergangenen Samstag stellte er mit dem Philharmonia Chor Wien und vier großartigen Solisten unter Beweis, dass man für ein barockes Weihnachtskonzert keineswegs nach Wien fahren muss. 

Es war ein für „Tritonus“ außergewöhnlich buntes Programm, das Initiator und Dirigent Norbert Pfafflmeyer für das barocke Weihnachtskonzert am vergangenen Samstag angesetzt hatte.
Von Vivaldis Konzert für Violine und Streicher über Händels „Comfort ye! – Every valley shall be exalted“ aus „Messiah“ bis hin zu Bachs „Breite Dich, Zion“ aus dem „Weihnachtsoratorium“ reichte die Palette, wobei einer der unbestrittenen Höhepunkte des Konzerts mit Johann Sebastian Bachs „Magnificat“ schon vor der Pause angesetzt wurde – und damit auch korrekt im Hinblick auf die Chronologie, gilt doch Bachs „Magnificat“ als Vorläufer des etwa 10 Jahre später entstandenen „Weihnachtsoratoriums“.
Für dieses besondere Weihnachtskonzert hatte sich
Pfafflmeyer Unterstützung vom Philharmonia Chor Wien geholt – und vor allem auch von vier großartigen Solistinnen und Solisten: Cornelia Hübsch (Sopran), Idunnu Münch (Alt), Jörg Schneider (Tenor) und Florian Köfler (Bass). Der junge Bassist Florian Köfler war kurzfristig für Wolfgang Bankl eingesprungen, der seinen schon lang geplanten Auftritt in Baden wegen einem unvorhergesehenen Einsatz im „Rosenkavalier“ an der Wiener Staatsoper absagen musste.
Gesungene Stücke fanden sich im von Norbert Pfafflmeyer gestalteten Programm genauso wie instrumentale – und einige davon wie Pachelbels Kanon und Gigue in D-Dur oder Tomaso Albinonis bzw. Remo Giazottos Adagio in g-moll sind so sanft, so hinreißend gespielt, dass man bei geschlossenen Augen vom Applaus am Ende fast zu unsanft aus dem Lächeln gerissen wird. Und es war auch eine schöne Zugabe, die die Künstler dem begeisterten Publikum schenkten: „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage“ aus Bachs Weihnachtsoratorium.
Die Capella Savaria, bereits gern gesehener regelmäßiger Gast bei Pfafflmeyers „Tritonus“-Konzerten, begeistert einmal mehr mit ihrer Darbietung – nicht nur durch Können und Präzision, sondern vor allem auch durch das, was sich so schwer in Worte fassen lässt. „Seele“ nennen es manche, „Hingabe“ andere, man könnte aber auch einfach sagen: Die Musiker dieses Abends, das Orchester genauso wie der Chor und die Solisten, vor allem aber auch der Dirigent, schaffen es, durch noch etwas Anderes als ihr Können dem Publikum die spürbare Freude an der Musik zu vermitteln, die sie selbst empfinden, und das ist eine Gabe, die sich durch keine noch so technische Perfektion ersetzen lässt.
Man darf sich also schon freuen, auf all das, was sich Pfafflmeyer für das nächste Jahr vorgenommen hat – und das ist einiges. Das nächste „Tritonus“-Konzert findet am 12. März 2016 statt, dann stehen Sergei Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 in c-moll und Pjotr Tschaikowskys Symphonie Nr. 4 in f-moll auf dem Programm. Übrigens: Es ist kein Zufall, dass das letzte „Tritonus“-Konzert schon drei Wochen vor der Aufführung restlos ausverkauft war – am besten also schon rechtzeitig an Karten denken!

N. Kranzl

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