Komposition ohne Musik: Otto Brusattis neues Buch „Das musikalische Opfer“

Die Musik als die treibende Kraft: Das ist das Thema, dem sich der Badener Kulturpreisträger Otto Brusatti in seinem neuen Buch gewidmet hat – wenngleich auf andere Weise, als man vielleicht denkt. Vorige Woche hat Brusatti „Das musikalische Opfer“ erstmals präsentiert und dabei seinem Publikum einige Überraschungen bereitet – nicht zuletzt Dank des großartigen Auftritts von Lara Kusztrich (Violine). 

Das musikalische Opfer“, heißt Otto Brusattis neues Buch. Und auch, wenn die Musik der Hintergrund, die Triebfeder, sozusagen der Duft ist, der Brusattis neues Werk vorauseilt, so kommt die Musik selbst darin gar nicht vor. Und: Der Titel hat auch nichts mit der gleichnamigen Komposition von Bach zu tun.
„Das musikalische Opfer“ ist ein 15-teiliges Buch, in dem jeder einzelne Teil streng kompositorisch wie eine Suite gearbeitet ist. „Auf der einen Seite karg, und auf der anderen Seite ausladend“, beschreibt Brusatti selbst sein Buch, das er vorige Woche erstmals der Öffentlichkeit vorstellte – und zwar mit dem Weinhof Schmid-Kogler an einem ungewöhnlichen Ort und mit der jungen Violonistin Lara Kusztrich als einer ungewöhnlichen Unterstützerin.
Brusatti präsentierte einzelne Passagen seines Buchs, Kusztrich antwortete darauf musikalisch – und ihre Interpretationen von Bach, Paganini, Schubert und Ysaÿe „virtuos“ zu nennen, wäre fast noch untertrieben.
„Eine Sternstunde der Buchwochen“, meinte Kulturamtsleiter Gerd Ramacher, und auch Otto Brusatti sparte nicht mit Lob an der jungen Studentin an der Musikuniversität. „Ich bin sicher, von Lara Kusztrich werden wir in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten noch einiges hören…“
Über Dinge, die ihn interessieren, hat Brusatti in seinem neuen Buch geschrieben. Und so macht er sich in „Das musikalische Opfer“ auf zu einer Reise zu guten Plätzen für den Götterdämmerungsbeginn, aber auch durch solche Orte, „die sowieso keiner mag“, liefert eine Travestie des Hochwalds von Adalbert Stifter und geht der Frage auf den Grund, was passiert wäre, wenn man Orpheus Sigmund Freud und Eurydike Franz Schubert vorgestellt hätte. „Ein verrückter Text in der literarischen Tradition eines H.C. Artmann und eines Ernst Jandl“, das verspricht Brusattis neues Werk.
Und natürlich darf auch Wien in „Das musikalische Opfer“ nicht fehlen – und mit der Näherung an diese Stadt auch die Näherung an die Grenzen jener Möglichkeiten, die die Stadt bietet. Die Frauen treten in Brusattis neuem Buch auch in Erscheinung – ein bisschen inspiriert von Mozart, aber eben doch nicht ganz. „Frauen, von denen man nicht weiß, ob es sie eigentlich gibt“, resümmiert Brusatti. „Manchmal sind sie nett, manchmal streng, wie das nette Frauen zu netten Männern eben zu sein pflegen.“
Streng ließ der Badener Kulturpreisträger auch Lara Kusztrich sein: „Jetzt darf ich dich bitten, uns mit Schubert eine drüberzuziehen!“ – Und dann, ans Publikum gewandt: „Sie spielt den Erlkönig, aber das Klavier werden Sie vergeblich suchen, den Klavierpart übernimmt sie mit dazu…“
„Wie immer fürchtet man sich vor dem imaginären schwarzen Hund vor unserer emotionalen Villa“, wagt Brusatti eine Analyse unserer Zeit – und lässt seinen Protagonisten feststellen: „Denn Erkenntnis ist stets mein letzter, mein finaler Gegner.“
„Das musikalische Opfer – Form & Stimmungen, eine Suite“ mit Illustrationen von Christa Unzner ist im Mitteldeutschen Verlag, Halle erschienen.
Am Dienstag, 1. Dezember, präsentiert Otto Brusatti sein Buch noch einmal in Begleitung der Violonistin Lara Kusztrich, und zwar im bel etage – Kunsthandel, Mahlerstraße 15 im ersten Wiener Gemeindebezirk. Um Anmeldung wird unter 01/5122379 oder office@beletage.com wird gebeten.

N. Kranzl

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