Gertraud Klemm auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis

Gertraud Klemm © Dolores David

20 Romane sind es, die es aus allen Einreichungen auf die so genannte Longlist schaffen – eine Art Vorauswahl für den Deutschen Buchpreis und damit einen der renommiertesten Buchpreise im deutschsprachigen Raum. Auf der Longlist findet sich auch die in Pfaffstätten lebende Autorin Gertraud Klemm mit ihrem Roman „Aberland“.

Vorige Woche wurden jene 20 Romane bekanntgegeben, die es auf die berühmte „Longlist“ zum Deutschen Buchpreis geschafft haben. 110 Verlage haben ihre Vorschläge für den Buchpreis 2015 eingereicht – insgesamt 167 Titel. Unter den 20 Büchern, die es auf die Longlist geschafft haben, finden sich auch die Namen von vier Autorinnen und Autoren aus Österreich: Valerie Fritsch, Clemens J. Setz und Vladimir Vertlib und die in Baden aufgewachsene und in Pfaffstätten lebende Schriftstellerin Gertraud Klemm.
In ihrem nominierten, im Droschl Verlag erschienenen Roman „Aberland“ zeichnet Klemm ein bitterböses Porträt zweier Frauen-Generationen: Die 58jährige Elisabeth versucht, würdevoll zu altern und beobachtet mit Zynismus und verhaltener Selbstreflexion das Altern der Frauen um sie herum und ihre Kinder. Ihre 35jährige Tochter Franziska hadert mit den Anforderungen der Gesellschaft an ihre Mutterrolle und kann die theoretische Gleichberechtigung von Mann und Frau im Alltag nicht einlösen. Genau wie ihre Mutter hat auch sie ihre Visionen nicht verfolgt, weder beruflich noch privat – zahnloser Feminismus, von einer Generation auf die nächste vererbt.
Die Freude, es auf die Longlist geschafft zu haben, ist bei Gertraud Klemm natürlich groß – zumal sie die Benachrichtigung nicht nur überraschenderweise, sondern noch dazu im Urlaub bekommen hat. „Ich wusste, dass der Verlag eingereicht hat, aber ich war trotzdem überrascht, auf die Longlist gekommen zu sein“, meint Klemm lachend. „Das ist eine ganz große Auszeichnung – und mehr, als ich mir jemals erträumt habe.“
Mit der Nominierung kommt auf Gertraud Klemm nun auch einiges an Arbeit dazu. „Eine schöne Sache, denn meistens sind im Frühjahr erschienene Titel schon im Sommer nicht mehr aktuell“, so die Autorin. „Jetzt wird „Aberland“ aber auch im Herbst noch aktuell sein, es gibt eine neue Auflage, und das Buch ist in allen Longlist-Aussendungen mit drin. Der Deutsche Buchpreis ist natürlich auch ein riesiges Marketing-Instrument, für das Buch und für mich. „Aberland“ ist also jetzt in großer und guter Gesellschaft.“ Audio-Files aller 20 auf der Longlist gereihten Romane und Pressemeldungen tun ein Übriges, und so kommen auf Klemm auch im Herbst viele neue Lesungen zu.
Prognosen und Wünsche traut sich Klemm keine abzugeben: „Es ist schon mehr, als ich erwartet habe, auf die Longlist gekommen zu sein. Aber natürlich wäre es toll, es auch auf die Shortlist zu schaffen.“
Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, wird sich am 16. September zeigen. Dann werden nämlich jene sechs Titel bekanntgegeben, die von der Longlist weiter auf die Shortlist gesetzt werden. Aus dieser Liste wird dann im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse am 12. Oktober der Sieger des Deutschen Buchpreises gekürt.

N. Kranzl

Gertraud Klemm auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis
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