Schließung fraglich

TRAISKIRCHEN. – In den letzten Jahren haben die Wiener Lokalbahnen immer mehr auf Fahrscheinautomaten gesetzt. Nur noch an wenigen Schaltern sitzt Personal – und auch dort sollen schon bald Automaten die besetzten Kassastellen ersetzen. Traiskirchen ist eine davon. Doch die Stadt verhandelt. 

Wien Oper, Wiener Neudorf, Guntramsdorf, Traiskirchen und Baden Josefsplatz: Das sind die einzigen Bahnhöfe, an denen die besetzten Kassaschalter noch nicht durch Fahrscheinautomaten ersetzt wurden. Zumindest noch, denn wenn es nach den Wiener Lokalbahnen geht, dann soll sich das noch im heurigen Herbst ändern: Wiener Neudorf, Guntramsdorf und Traiskirchen sollen dann ebenfalls geschlossen werden.
Schon 2013 und 2014 wurden die Fahrscheinautomaten in den Zügen und an den unternehmenseigenen Badner Bahn-Haltestellen gegen neue Geräte getauscht, die nicht nur übersichtlicher sind und dem neuesten technischen Stand entsprechen, sondern an denen es im Gegensatz zu den alten auch möglich war, bargeldlos zu bezahlen.
Eine Million Euro haben die WLB in diese Umstellung inves-tiert. Und: Seit Sommer 2014 gibt es auch einen zentralen Kundenservice als Anlaufstelle für alle telefonischen und schriftlichen Anfragen, Auskünfte und Beschwerden der Fahrgäste.
Änderungen, die von den Fahrgästen durchwegs positiv aufgenommen wurden – so zumindest sehen das die Wiener Lokalbahnen. Die Fahrgäste würden den flexiblen und schnellen Fahrscheinverkauf am Automaten auch immer mehr bevorzugen, so dass man sich dazu entschlossen habe, auch die „Verkaufsstellen neu zu organisieren“, wie die WLB in einer Aussendung wissen lassen.
So soll der Service an den meist frequentierten Kassastellen, also an den beiden Endbahnhöfen der Badner Bahn Wien Oper und Baden Josefsplatz, ausgebaut werden. Alle anderen noch personell besetzten Kassastellen werden dagegen geschlossen, wobei die Warteräume weiterhin unverändert zur Verfügung stehen sollen.
Damit steht auch der Lokalbahnhof Traiskirchen zur Diskussion. Und in der Weinstadt will sich niemand so recht damit abfinden, dass der Schalter im Herbst geschlossen werden soll. „In dieser Sache ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, stellt Bgm. Andreas Babler klar. Gleich nach Bekanntwerden der Pläne hat die Stadtgemeinde das Gespräch mit dem Vorstand der WLB gesucht. „Wir wollen auf jeden Fall, dass der Schalter in Traiskirchen auch in Zukunft personell besetzt ist. Wir haben eine spezielle Situation in unserer Stadt und dadurch auch einen viel frequentierten Bahnhof“, stellt Babler klar.
Auch die Traiskirchner FPÖ appelliert an die WLB, den Schalter am Lokalbahnhof nicht zu schließen. „Der derzeitige besetzte Schalterplatz gibt der Traiskirchnerr Bevölkerung, insbesondere Minderjährigen und Frauen, ein wichtiges Sicherheitsgefühl“, schreiben Stadtparteiobmann StR Anton Lojowski und Klubobmann GR Reinhard Langthaler in ihren Zeilen an die Wiener Lokalbahnen und nehmen darin auch konkret auf die Asylwerber Bezug: „Da die Asylwerberzahl in Traiskirchen ständig ansteigt und eine Reduzierung der Anzahl von Flüchtlingen weder kurzfristig noch langfristig in Sicht ist und Ihr Bahnhof im „Hotspot“ liegt, ist ein hohes Sicherheitsbedürfnis gegeben. Durch eine Schließung des Kassenschalters ist ein weiteres Ansteigen von Vorkommnissen auf Ihrem Bahnhofsgelände (Belästigungen, Raufhandel und übermäßiger Alkoholkonsum) zu erwarten.“
Ob der Traiskirchner WLB-Schalter im Herbst geschlossen wird oder nicht, steht derzeit noch nicht fest. „Es gibt noch Verhandlungen mit den WLB“, stellt der Bürgermeister klar. „Und wir wollen uns mit aller Kraft dafür einsetzen, den Schalter besetzt zu halten.“ Noch vor dem Sommer wird es ein diesbezügliches Gespräch zwischen Vertretern der Stadtgemeinde und dem Vorstand der WLB geben. Dann soll auch gleich ein weiterer Wunsch der Stadt angesprochen werden: Die Bedarfshaltestelle der Badner Bahn im Ortsteil Wienersdorf.

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