„Wo bleibt die Transparenz?“

BAD VÖSLAU. – Transparenz ist immer ein heikler Begriff – und zugleich ein viel zitierter. Auch in puncto Louisenvilla ist das Wort „Transparenz“ nicht zum ersten Mal gefallen. Die fordern vor allem Vertreter der Initiative Florastraße ein. Sie vermuten angesichts der aktuellen Sitzungen des Gestaltungsbeirats einmal mehr „Verhandlungen hinter verschlossenen Türen“.

„Geheimgespräche“ nennen Helmut Hoyer und Wolfgang Parrer, Sprecher der Initiative Florastraße, die Sitzungen des Gestaltungsbeirats zur Louisenvilla. Sie orten einen „eklatanten Transparenzmangel in der Gemeindepolitik“. „Die Initiative hat sowohl dem Bürgermeister als auch dem Baumeister Sedlak gegenüber mehrmals Bereitschaft zu konstruktiven, rechtlich einwandfreien Gesprächen angeboten, die jedoch keinerlei Echo erfahren hat“, betont Hoyer.
Zum Hintergrund: Das Grundstück in der Florastraße 6 samt darauf befindlicher Biedermeiervilla, der so genannten „Loui-senvilla“, gehört seit 2008 der Firma Sedlak Immobilien GmbH. Das ursprüngliche Vorhaben, auf dem Areal 35 Wohneinheiten zu errichten, scheiterte – nicht zuletzt am Protest der Anrainer. Denn da das Grundstück in einer Schutzzone liegt, ist nur eine begrenzte Bebauung möglich, sofern Flächenwidmungs- und Bebauungsplan nicht geändert werden. Umgewidmet wurde bis heute nichts, ein Gestaltungsbeirat sollte sich mit der offenen Frage Louisenvilla beschäftigen. Als die Firma Sedlak Anfang Dezember 2014 das Dach der Veranda abdecken ließ, stiegen die Anrainer, allen voran die Initiative Florastraße, erneut auf die Barrikaden. Sie vermuteten hinter dem Eingriff klares Kalkül: Denn, so lauteten damals die Befürchtungen, wenn die Bausubstanz derart geschädigt ist, dass man nur mehr abreißen kann – zum Beispiel durch ein abgedecktes Dach – dann stünde einem Neubau quasi nichts mehr im Weg.
Die Gemeinde als zuständige Baubehörde hat im Dezember eine sofortige Baueinstellung erwirkt, das Dach der Veranda wurde wieder provisorisch abgedichtet. Danach wurde es einmal mehr ruhig um die Causa Louisenvilla. Bis jetzt.
„Denn sowohl im März als auch im April ist der Gestaltungsbeirat zu neuen Sitzungen zusammengetreten; allerdings hinter verschlossenen Türen“, meint Helmut Hoyer. Die Vertreter der Initiative Florastraße vermuten, dass die Firma Sedlak dabei ist, den Druck auf den Bürgermeis-ter zu erhöhen. „Und zwar trotz aller rechtlichen und politischen Hindernisse“, zeigt sich Hoyer besorgt. „Die Vermutung, dass der Baumeister ein Druckmittel in der Hand hat, verfestigt sich mehr und mehr. Indizien gibt es einige, zum Beispiel sein versuchter Abriss der Louisenvilla sowie ein Zeitungsinterview, in dem er drohte, er werde das Projekt allen Widerständen zum Trotz nach seinen Vorstellungen verwirklichen.“
Mehrere Schreiben hat die Initiative an den Bürgermeister gerichtet – einerseits mit der Bitte, zu den Sitzungen des Gestaltungsbeirats hinzugezogen zu werden, andererseits mit der Bitte, Zugang zu den Sitzungsprotokollen zu bekommen, nachdem der ersten Bitte nicht stattgegeben wurde. Geschehen ist beides nicht. „Der Bürgermeister hüllt sich in Schweigen“, meint Wolfgang Parrer. „Auf unsere Schreiben wurde teilweise gar nicht mehr reagiert.“
„Bei wachen Bürgern entsteht der Eindruck, ja muss entstehen, dass diese Intransparenz, begleitet von Ignoranz, Verschleierungstaktik und Gesprächsverweigerung ganz bewusstes Kalkül der hier herrschenden politischen Kaste ist“, zeigen sich die Sprecher der Initiative kämpferisch. „Wenn das Ergebnis dieser Geheimgespräche unsere Befürchtungen bestätigt, werden wir rechtliche Schritte einleiten müssen.“
Der Bürgermeister war bis Redaktionsschluss leider für keine Stellungnahme erreichbar.

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