„Pädagogik ist keine Religion“

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Die Badener Regenbogenschule und das „Schloss für Kinder“ feiern heuer das 15-jährige Bestehen. Was ursprünglich als Suche nach der geeigneten Schule für die eigene Tochter begann, entwickelte sich seitdem zu einem österreichweiten Vorzeigeprojekt, in dem versucht wird, die unterschiedlichsten reformpädagogischen Ansätze der Zeit anzupassen. 

„Pädagogik wird oft wie eine Religion gehandhabt, wo kein Abweichen von der Linie möglich ist“, erklärt Herbert Vanicek, Direktor des „Schloss für Kinder“. Das ist aber nicht der Ansatz, der in seinem Haus seit 15 Jahren praktiziert wird. „Wir sind dogmenfrei. Wir sagen nicht, dass man nur durch eine Pädagogik zum Ziel kommen kann. Wir versuchen, verschiedene Ansätze der Zeit anzupassen“, so Vanicek, der vor 15 Jahren die Regenbogenpädagogik gemeinsam mit seiner Frau Margit erschuf, als eine Summe verschiedenster reformpädagogischer Ansätze. Heute beinhaltet das „Schloss für Kinder“ in der Trostgasse 17 in Baden, das eine Schule mit Öffentlichkeitsrecht auf Dauer ist, bis zu 130 Kinder, angefangen von der Kleinstkindergruppe („Wir nehmen Kinder ab dem Zeitpunkt, ab dem sie gehen können“) bis hin zur vierten Klasse Volksschule. „Wir werden oft von Eltern gefragt, warum wir nicht auch die Kinder bis zur Matura führen können. Rechtlich wäre das möglich, aber wir haben nicht den Platz dafür. Sonst müssten wir den Kindergarten aufgeben und das wollen wir nicht“, erklärt Vanicek. Denn das rund 4.000m2 große Areal mit viel Freiraum für die Kinder ist eines der Privilegien für die Kinder. „Das herrliche Ambiente ist für alle ein Privileg, auch für uns, die wir hier arbeiten.“ Vanicek ist dabei vor allem die Zufriedenheit der Mitarbeiter, die von der Putzfrau über die Sekretärin alle einen pädagogischen Background haben, ein großes Anliegen. „Sind sie glücklich bei der Arbeit, haben sie mehr Kraft für die Kinder. Die Kinder sind glücklich und dadurch auch die Eltern.“

Kinder wollen Lernen
Generell ist Vanicek überzeugt: „Kinder haben eine enorme Kraft, alles selbst tun zu können und sind immer bestrebt, ihren Entwicklungszustand zu verbesseren. Man muss ihnen nur Hilfestellungen geben.“ Im Vordergrund der Regenbogenpädagogik steht daher die indiviudelle Entwicklung der Kinder, denn jedes Kind ist anders und muss individuell behandelt werden. Für jedes Kind gibt es einen eigenen Plan, Klassen im herkömmlichen Sinn gibt es daher nicht, die Kinder werden klassenübergreifend unterrichtet. „Unterforderung ist etwas ganz Böses in der Pädagogik. Der Lehrplan definiert den Anfang und das Ziel, aber nicht den Weg dahin“, erklärt Vanicek. Vor allem beim Übertritt vom Kindergarten zur Volksschule ist dies ein wesentlicher Punkt, wenn Kinder oft in der Volksschule erneut bei Null anfangen müssen, obwohl sie vieles schon können. Im „Schloss für Kinder“ sprechen sich die Pädagogen des Kindergartens und der Volksschule gemeinsam vorher ab, wie das Kind weiter zu fördern ist. „Bis zur vierten Klasse Volksschule werden die Kinder an das „normale Bildungssystem“ herangeführt. So dürfen sie beispielsweise ab der dritten Klasse Schularbeiten schreiben, müssen es aber ab der vierten und werden in dieser auch benotet ganz normal mit Zeugnis. „Die Eltern können ihre Kinder danach an jede Schule schicken.“

Kooperation mit der PH
Der Unterricht erfolgt immer im „Teamteaching“ zu zweit. Im Kindergarten gibt es zudem eigene Nativspeaker, in der Volksschule zweisprachigen Unterricht. Seit fünf Jahren besteht sogar eine spezielle Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule, die vor einem Jahr sogar soweit führte, dass Studenten sogar zum Hospitieren in das „Schloss für Kinder“ geschickt werden. „Wir kämpfen ja nicht gegen die Regelschule, wir wollen sie nur verbessern und wir machen das mit Begeisterung“, so Vanicek. Als einzige Schule gibt es im „Schloss für Kinder“ nun sogar einen vom Ministerium zugeteilten Zivildiener. Und: die Liste an Interessenten dafür ist lange. Geöffnet ist das „Schloss für Kinder“ prinzipiell das ganze Jahr über, Montag bis Donnerstag von 6.30 bis 18 Uhr, am Freitag bis 16 Uhr. W.Gams

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