„Linsi“ sichert Nahversorgung als Abschiedsgeschenk

Thomas "Linsi" Linsbichler fällt der Abschied von seinen Kunden alles andere als leicht.

SOOSS. – Nach 27 Jahren schließt Thomas „Linsi“ Linsbichler seinen Nahversorger in Sooß für immer. Doch er und seine Lebensgefährtin gehen nicht ohne Abschiedsgeschenk.

24 Jahre lang hat Thomas Linsbichler den Nahversorger in Sooß geführt – und dabei ganze Schülergenerationen beim Großwerden begleitet, hunderten Stammgästen Kaffee serviert und vielen alten Menschen die Einkäufe bis nach Hause gebracht. Doch am 31. Jänner geht die Ära „Linsi“ zu Ende: Der Pachtvertrag wurde wider Erwarten nicht verlängert. Alle Bemühungen der Sooßer Bevölkerung und der Bürgerliste proSooss haben nichts an der unumstößlichen Tatsache geändert: „Linsi“ schließt seine Pforten.
„Normalerweise schließen die Nahversorger, weil sie wirtschaftlich nicht überleben können“, zieht Thomas Linsbichler traurige Bilanz. „Bei uns war nicht das der Grund. Im Gegenteil: Wir haben im letzten Jahr sogar ein Nichtraucherstüberl gebaut, in neue Gartenmöbel und Pflanzen investiert, vieles renoviert und neue Kassen gekauft. Das hätten wir nicht gemacht, wenn wir gewusst hätten, dass wir bald ausziehen müssen. Wir müssen uns damit abfinden. Aber uns war es ein Anliegen, dass die Nahversorgung in Sooß gesichert bleibt.“
Deshalb haben sich Linsbichler und seine Lebensgefährtin entschlossen, einen anderen Sooßer Betrieb zu unterstützen: Michaela Brendinger betreibt dort, wo früher die Bäckerei Wöber war, das „Kleine Café“ beim Feuerwehrhaus und wird nach Absprache mit dem Nahversorgerpaar einen Teil dieser Aufgaben im Ort übernehmen – und zwar schon ab 2. Februar. Brendinger bekommt von Linsbichler nicht nur die Zulieferkontakte und das Sortiment, sondern auch die Trafiklizenz und den beliebten „Linsi-Kaffee“. Auch Postkasten und Zigarettenautomat übersiedeln zum „Kleinen Café“, das sich ab Februar „Café-Greißlerei am Platzl“ nennen wird. „Die nötigen Umbauten sind so gut wie fertig. Und Michaela Brendinger wird auch die Zustellung bestellter Waren weiterführen, so, wie wir das gemacht haben“, meint Linsbichler. „Jetzt hoffen wir, dass die Sooßer auch diesem Nahversorger eine Chance geben.“ Um einen „guten Start“ zu sichern, bekommen die Sooßer Schulkinder mit dem Zeugnis einen Gutschein für ihre „Linsi-Jause“, die sie nach den Ferien beim neuen Nahversorger abholen können.
Für Thomas Linsbichler und seine Lebensgefährtin ist jetzt die Zeit des Abschiednehmens gekommen. „Beim Abnehmen der Postkarten, die sich in einem Viertel Jahrhundert angesammelt haben, oder beim Verabschieden von unseren Kunden kommen schon manchmal die Tränen“, so die beiden. „Es war sehr schön da…“

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