Dieses kleine bisschen mehr

Dirigent Norbert Pfafflmeyer, Vanessa Wang, Cornelia Hübsch und Wolfgang Bankl (v. li.) © Fotoatelier Schörg

Solche Konzerte sucht man selbst in der Bundeshauptstadt oft vergeblich: Es bleibt zu hoffen, dass all jene, bei denen bisher aus welchen Gründen auch immer kein so rechtes vorweihnachtliches Gefühl aufkommen wollte, das Glück hatten, beim Tritonus-Weihnachtskonzert vergangenen Samstag dabei zu sein. 

Festlich, fröhlich, feierlich ergreifend: Es gibt viele Adjektive, die man verwenden möchte, wenn man über das barocke Weihnachtskonzert schreiben will, das vergangenen Samstag im Festsaal des Casinos über die Bühne ging. Ja, mehr noch: Man will fast das ganze Repertoire an Superlativen auskosten, das in irgendeiner Weise zur Verfügung steht.
Vivaldi zum Auftakt, das Konzert für zwei Trompeten und Streicher in C-Dur: So sperrig der Titel, so beschwingt die Musik, so voller Vorfreude, so bedingungslos glücklich – und gibt es ein schöneres Glück als dieses? – lässt sie den Zuhörer versinken; in Festliches, in Vergangenes und irgendwie auch in sich selbst.
Es war wieder einmal ein mehr als ambitioniertes Programm, das Dirigent Norbert Pfafflmeyer für dieses, das letzte diesjährige Konzert aus der von ihm initiierten „Tritonus“-Reihe, ausgewählt hat. Ob „I know, that my redeemer liveth“ – virtuos und vor allem bewegend gesungen von der Sopranistin Cornelia Hübsch – oder das von Wolfgang Bankl beeindruckend präsentierte „Why do the nations“ aus Händels „Messias“, ob Vivaldis „Winter“ aus „Die vier Jahreszeiten“, ob Bachs „Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen“ oder Vivaldis Konzert für Sopranino und Streicher in C-Dur, bei dem Vanessa Wang als Solistin das Publikum zu regelrechten Begeisterungsstürmen hinriss: Ein barocker Höhepunkt nach dem anderen, von der Cappella Savaria unter Pfafflmeyer interpretiert mit viel Gefühl, sanfter Euphorie und immer voll festlicher Freude. Nach Arcangelo Corellis Weihnachtskonzert „Concerto fatto per la Notte di Natale“, dem feierlichen Höhe- und Schlusspunkt dieses Konzerts, bleibt man sprachlos zurück, noch immer abwartend, ob nicht vielleicht doch noch ein weiteres Stück folgt.
Als Zugabe kredenzten Dirigent und Orchester „O du fröhliche“ – aber selbstverständlich „im barocken Gewande“, wie Pfafflmeyer lächelnd versprach. Vanessa Wang, Cornelia Hübsch und Wolfgang Bankl begeisterten noch einmal als Solisten, und der tosende Schlussapplaus zeigte eindrucksvoll, dass dieser Konzertabend wohl niemanden im Saal unberührt gelassen hat.
Ja, Weihnachten ist all das, worüber wir uns ständig beklagen, was wir aber dennoch nicht missen möchten: Kekse, Tannenduft, Familientradition. Aber da ist noch mehr. Und manchmal hilft ein Gruß aus dem 17. und 18. Jahrhundert dabei, genau das in sich selbst zu finden. Klänge, die über allem schweben. Danke dafür!

N. Kranzl

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