Lei(n)wand: „Entschuldigung in aller Form“

Sorgte für große Aufregung: Die Doppelseite über „Pornografie und Werbung“ in der Schülerzeitung „Lei(n)wand“.

Nachdem in der vergangenen Woche die Schülerzeitung „Lei(n)wand“ für Aufregung in Baden gesorgt hatte, entschuldigten sich die Herausgeber öffentlich für ihren „jugendlichen Leichtsinn“. Statt disziplinärer Strafen sollen sie nun eine Medienschulung bekommen.

Zu polarisieren war ihnen gelungen. Die neue Auflage der Schülerzeitung „Lei(n)wand“, die vergangene Woche in einer Auflage von rund 2.500 Stück vor den Badener Schulen Frauengasse, Biondekgasse, HAK und HLA verteilt worden war, sorgte für teils große Aufregung in Baden. „Pornografie“, „ein Skandal“, aber auch „man muss sich nicht über alles aufregen“ waren Reaktionen, die in der Badener Zeitung eintrudelten. Ein Schul-Insider (Name der Redaktion bekannt) ging sogar soweit zu meinen, dass die Diskussion über die Schülerzeitung „zu einer reinen Vorwahlkampfschlacht geworden wäre“. GR Gottfried Forsthuber (VP) möchte Anzeige erstatten, GR Tobias Perschon (Grüne) fordert stattdessen auf, „einen runden Tisch einzuberufen, um darüber zu reden, wie es zu dem Magazin in der Form kam“. „Wenn ich Jugendgemeinderat wäre, würde ich nicht auf die Idee kommen, einen Jugendlichen zu klagen“, kritisiert Perschon.
Was war passiert? Stein des Anstoßes der Kritik war ein Artikel, der die Verschmelzung von Pornografie und Werbung thematisiert hatte, bei dem für einige aber weit über das Ziel hinausgeschossen worden war. In dem Artikel fanden sich Bilder leichtbekleideter Mädchen sowie ein Quiz, bei dem man raten musste, ob es sich bei den Bildern um Werbung oder Pornografie handeln würde. Diese Zeitung wurde jedoch teilweise auch an Schüler aus der Unterstufe verteilt.

Bis zum Landesschulrat
Auch bei einem Teil der Macher (die Schüler der vier Schulen hatte einzelne Beiträge abgeliefert, ohne gemeinsame Redaktionssitzung über alle Inhalte) kam dies von Anfang an nicht gut an. Bereits unmittelbar nach dem Erscheinen hatte sich die Schülervertretung der Frauengasse von den Inhalten distanziert. „Leider haben wir als Schülervertretung zu spät gesehen, dass in dem Heft einige nicht angemessene lnhalte zu finden sind. Hätten wir rechtzeitig gesehen, was in dem Heft steht, hätten wir es gar nicht verteilt“, heißt es in einer Stellungnahme der „zerknirschten Schülervertretung“.
Nach der großen Aufregung vergangene Woche – sogar der Landesschulrat wurde eingeschaltet – kam es diesen Montag zu einem  gemeinsamen Gespräch mit allen Direktoren, bei dem zumindest  halbwegs wieder die Wogen geglättet werden konnten.

Seminar statt Strafe
Für die Schüler wird es von Seiten der Schule keine disziplinären Maßnahmen geben, stattdessen sollen sie ein eigenes Medienseminar besuchen, das sie aufklären soll, was man darf und was nicht.  Außerdem einigte man sich, dass von Seiten der Schulen die Angelegenheit nicht mehr kommentiert wird. Die Herausgeber selbst entschuldigten sich in einer Stellungnahme für ihren „jugendlichen Leichtsinn“. „Es lag absolut nicht in unserer Absicht, irgendjemandem mit den von uns aufgegriffenen Themen Schaden zuzufügen. Falls sich jemand aufgrund der letzten Ausgabe unserer Schülerzeitung unangenehm berührt, beleidigt, angegriffen oder verletzt gefühlt hat, so entschuldigen wir uns in aller Form dafür. Es tut uns leid, dass wir in jugendlichem Leichtsinn über das Ziel hinausgeschossen sind. Das Ausmaß der Wirkung und darauffolgende Reaktionen waren uns nicht bewusst und schon gar nicht intendiert“, stellt die Redaktion klar. „Unser Ziel war es, unter anderem auch auf das Thema Pornografie in der Werbung hinzuweisen, weil es sich dabei um eine alle Altersgruppen betreffende Problematik handelt. Die Fotos waren für uns als Mittel zum Zweck gedacht und nicht vordergründig als Eyecatcher. Uns wurde zu spät bewusst, dass der über einen QR-Code zugängliche Link nicht veröffentlich werden
hätte dürfen“, erklären die Macher ihre eigentliche Intention. Gams

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